BÜ-Unfall vor 100 Jahren

Vennbahn
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mediapark
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Registriert: Dienstag 19. Juli 2005, 13:49

BÜ-Unfall vor 100 Jahren

Beitrag von mediapark »

Das Escher Tageblatt berichtet:

St. Vith. 21. Jan. 1926- Auf der Bahnstrecke St. Vith-Aachen befindet sich zwischen St. Vith und Born ein Bahnübergang; bekanntlich ist in Belgien aus Sparsamkeitsrücksichten auf allen Nebenstrecken die Überwachung der Bahnübergänge abgeschafft, und sind die Schranken entfernt worden. Gestern Abend, bei Einbruch der Nacht, wollte ein mit vier Personen besetztes Auto aus Eupen an vorerwähnter Stelle die Bahn überqueren, mußte aber dort halten, um einen eben vorbeifahrenden Güterzug durchzulassen. Sofort nachdem der letzte Wagen des Güterzuges passiert war, setzte der Chauffeur sein Auto in Bewegung und war eben auf den Geleisen angelangt, als auf dem zweiten Schienenstrang, vom Güterzug noch verdeckt, ein Personenzug in voller Fahrt heranbrauste. Das Auto wurde von der Lokomotive erfaßt, die Puffer bohrten sich in den Wagen hinein und die Insassen wurden herausgeschleudert. Die sofort eingeworfenen Notbremsen brachten den Zug bald zum Stehen und den entsetzten Reisenden bot sich ein schauerliches Bild. Vorne an der Lokomotive hängend, der vollständig zertrümmerte Kraftwagen, in kurzen Abständen, in gräßlichen Blutlachen, die verstümmelten Leichen zweier Insassen; etwas weiter, der dritte Insasse, in hoffnungslos verwundetem Zustande und endlich, zwischen den Schienen unter dem Zuge, der Chauffeur, mit zwar schweren, aber anscheinend nicht lebensgefährlichen Verletzungen. Dieser schauerliche Unfall ruft in der ganzen Gegend begreifliche Aufregung hervor und allgemein wird verlangt, daß die Bahnübergänge wieder bewacht und mit Schranken versehen werden sollen.
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