"Fakten-Check"

Gerolstein - Prüm [-Pronsfeld - Bleialf - St.Vith]
Stefan Lenz
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Re: "Fakten-Check"

Beitrag von Stefan Lenz » Dienstag 31. Mai 2011, 14:26

Hallo,

hier kannste dir über das thema die finger wund schreiben, es bringt nix!
Die Kommunalpolitiker aus Prüm und umgebung wollen keine bahn, ist doch
längstens bekannt. Dann werfen amateurjournalisten der eifelzeitung fast jede
woche dem Petry vor, "alles hobby" und der gleichen. Wieviele Fahrgäste oder
wie stark eine strecke frequentiert ist spielt hier gar keine rolle, hier geht es nur
darum wer ist der stärkere oder wer hat den längeren atem.

Jetzt einmal ein beispiel: war letzte woche(hatte urlaub) in Bad Münstereifel, mit der bahn.
15 km stichbahn von Euskirchen. Abfahrt in EK um 12:33 oder so egal , ca 15 Fahrgäste!
Unterwegshalte ich meine es waren 5 oder 6 stationen. Eingestiegen war da niemand, dafür aber ab und zu jemand raus. Am ende in BMeifel stiegen ausser mir noch ca 6-7 Leute aus.

Rückfahrt 16:01 (Schülerverkehr) ich staunte nicht schlecht 30 Fahrgäste warens aber bestimmt! bei der Ankunft in EK waren dann aber höchstens noch 5 Leute, die um- oder
ausgestiegen sind.

Der zug fährt dann von EK aus weiter nach Bonn.

Was ich damit sagen will, die art der strecke inklusive aller zwischenhalte erinnert sehr stark
an die strecke Gerolstein-Prüm! Soll also heissen hier hält auch nicht jeder zug direkt vor
"meiner haustür".
Ich kenne viele leute die genau damit ein problem haben, nähmlich zu fuß laufen ist luxus........................................

mfg
Steff

http://www.eifelbahnclub.de.tl

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SST
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Re: "Fakten-Check"

Beitrag von SST » Dienstag 31. Mai 2011, 15:05

@ M&M

Natürlich kann man über das Thema auch eine wissenschaftliche Arbeit schreiben. Würde sich auch prima als Diplomarbeit oder Doktorarbeit anbieten. Es gibt auch sicher einige spezialisierte Beratungsfirmen, die für geschätzte 20.000 - 50.000 Euro so eine Studie anfertigen würden.

Da allerdings die Buslinie mit ihren unterschiedlichen Fahrtverläufen durch die Dörfer zwischen Prüm und Gerolstein nicht stillgelegt werden könnte (sonst würden ja mehr Ortschaften vom ÖPNV abgekoppelt statt angebunden) würde der Großteil des relativ geringen Verkehrs beim automobilen Omnibusverkehr verbleiben.

Abgesehen von Müllenborn mit wenigen hundert Einwohnern berührt die Bahn zwischen Prüm-Gerolstein keine Ortschaften mit relevantem Fahrgastpotential. Und für Lissingen könnte ggf. ein zusätzlicher Haltepunkt zwischen Gerolstein und Birresborn gebaut werden.

Spannender als "Diplomarbeitsthema" würde ich allerdings die Aufgabenstellung finden, wie der Busverkehr zwischen Prüm und Gerolstein noch attraktiver gestaltet werden könnte, welche psychologischen Variablen bisher möglicherweise negativ sind und welche Variablen mit positiven Valenzen ergänzt werden könnten.

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Re: "Fakten-Check"

Beitrag von kyllbruecke » Mittwoch 1. Juni 2011, 15:13

Die Zahlen zu Radfahrern auf dem MMR stammen vermutlich aus der Studie der Freizeit- und Tourismusgeographie der Uni trier, die sie dazu erstellt haben. Diese Studie habe ich hier in Papierform liegen und stammt aus einer praxisorientierten Lehrveranstaltung wie sie bei uns öfter angeboten werden, deren Ergebnisse aber (leider) selten online veröffentlicht werden.

Zum Thema einer wissenschaftlichen (Bachelor-)Arbeit zu genau diesem Thema wird es wohl bald noch etwas zu hören geben - dazu später mehr ;)

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Re: "Fakten-Check"

Beitrag von SST » Mittwoch 1. Juni 2011, 22:06

convalescence hat geschrieben:Die Zahlen zu Radfahrern auf dem MMR stammen vermutlich aus der Studie der Freizeit- und Tourismusgeographie der Uni trier, die sie dazu erstellt haben. Diese Studie habe ich hier in Papierform liegen und stammt aus einer praxisorientierten Lehrveranstaltung wie sie bei uns öfter angeboten werden, deren Ergebnisse aber (leider) selten online veröffentlicht werden.

Zum Thema einer wissenschaftlichen (Bachelor-)Arbeit zu genau diesem Thema wird es wohl bald noch etwas zu hören geben - dazu später mehr ;)

Zum Thema Fahrradtourismus oder zum Thema Westeifelbahn? Wäre auf jeden Fall interessant, die Arbeit (als Buch) zu lesen.

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Re: "Fakten-Check"

Beitrag von kyllbruecke » Mittwoch 1. Juni 2011, 22:36

Die Studie vom Lehrforschungsprojekt hat den Titel "Radtourismus in der Vulkaneifel", wozu sehr viele Statistiken zur Nutzung des MMR erhoben wurden.

Besagte Bachelorarbeit wird sich der Westeifelbahn, dem potenziellen Radweg und der ganzen Diskussion der letzten Jahre widmen.

hier mal einige Fakten zum bestehenden straßen- und Wegenetz zwischen Prüm und Gerolstein:

es wäre ein Radweg überwiegend auf bestehenden Wirtschaftswegen mit moderaten Steigungen mit einer Gesamtlänge von 24,3 Kilometern möglich. Davon wären 12,6km bereits geteert (5km auf innerörtlichen Straßen, 3,6km auf bereits asph. Wirtschaftswegen und 3,2km auf außerörtlichen Straßen, auf denen das Verkehrsaufkommen max. 600 fahrzeuge pro Tag beträgt), 8,9km auf bestehenden Wirtschafts-, Feld- oder Schotterwegen und lediglich 2,8km müssten wirklich aufgrund mangelender Alternativen am Bahndamm gebaut werden.
Zu solch einer Radwege-Alternative wurde keine Studie vom LBM erstellt, doch ich bin mir sicher (das ist kein Fakt, sondern eine Vermutung), dass diese niemals 7Mio. € kosten würde.

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Re: "Fakten-Check"

Beitrag von SST » Mittwoch 1. Juni 2011, 22:44

convalescence hat geschrieben:Die Studie vom Lehrforschungsprojekt hat den Titel "Radtourismus in der Vulkaneifel", wozu sehr viele Statistiken zur Nutzung des MMR erhoben wurden.

Besagte Bachelorarbeit wird sich der Westeifelbahn, dem potenziellen Radweg und der ganzen Diskussion der letzten Jahre widmen.

hier mal einige Fakten zum bestehenden straßen- und Wegenetz zwischen Prüm und Gerolstein:

es wäre ein Radweg überwiegend auf bestehenden Wirtschaftswegen mit moderaten Steigungen mit einer Gesamtlänge von 24,3 Kilometern möglich. Davon wären 12,6km bereits geteert (5km auf innerörtlichen Straßen, 3,6km auf bereits asph. Wirtschaftswegen und 3,2km auf außerörtlichen Straßen, auf denen das Verkehrsaufkommen max. 600 fahrzeuge pro Tag beträgt), 8,9km auf bestehenden Wirtschafts-, Feld- oder Schotterwegen und lediglich 2,8km müssten wirklich aufgrund mangelender Alternativen am Bahndamm gebaut werden.
Zu solch einer Radwege-Alternative wurde keine Studie vom LBM erstellt, doch ich bin mir sicher (das ist kein Fakt, sondern eine Vermutung), dass diese niemals 7Mio. € kosten würde.
Sehr schön! Da bin ich ja mal gespannt. Und sag ich's doch: in der Gegend von Prüm kann man auch jetzt schon "herumradeln" :wink: . Dafür müssen nicht Millionen ausgegeben werden.

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Re: "Fakten-Check"

Beitrag von rrobby » Mittwoch 1. Juni 2011, 23:30

Und sag ich's doch: in der Gegend von Prüm kann man auch jetzt schon "herumradeln"
Das glaub ich gern, nur wie sieht es aus, wenn ich aus Richtung Köln mit der Eifelbahn komme und auf den Bahntrassenradwegen der Westeifel radeln möchte? Wie komme ich mit dem Fahrrad nach Prüm?

LG rrobby
Wir alle leben unter dem gleichen Himmel, aber nicht alle haben den gleichen Horizont

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Re: "Fakten-Check"

Beitrag von SST » Mittwoch 1. Juni 2011, 23:49

rrobby hat geschrieben:
Und sag ich's doch: in der Gegend von Prüm kann man auch jetzt schon "herumradeln"
Das glaub ich gern, nur wie sieht es aus, wenn ich aus Richtung Köln mit der Eifelbahn komme und auf den Bahntrassenradwegen der Westeifel radeln möchte? Wie komme ich mit dem Fahrrad nach Prüm?

LG rrobby
Naja, ich bin sicher nicht der optimale Radwanderführer, aber hier mal ein Vorschlag: bis Bf. Birresborn fahren und von dort über die L30 via Hundsberg, Wallersheim, Fleringen und weiter über die K170 via Rommersheim nach Prüm. Das sind dann gut 20 Km.

Aber vielleicht hat ja jemand auch noch eine bessere Idee?

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Re: "Fakten-Check"

Beitrag von rrobby » Donnerstag 2. Juni 2011, 00:51

... und wie sieht das auf dieser vorgeschlagenen Strecke aus mit Steigungen???
Wir alle leben unter dem gleichen Himmel, aber nicht alle haben den gleichen Horizont

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Re: "Fakten-Check"

Beitrag von SST » Donnerstag 2. Juni 2011, 01:22

...zwischen Birresborn und Hundsberg geht's "ein bisschen" bergauf (ca. 100 Meter?), vor Prüm dann bekannterweise wieder bergab. Einem 7jährigen würde ich die Tour nicht empfehlen. Ein sportlicher Mensch, der sich auf einer Radtour mal "austoben" möchte, wird's schaffen :wink:. Selber radel ich aber nur noch wenig - ggf. gibt's ja hübsche Omnibuslinien. :wink:

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Re: "Fakten-Check"

Beitrag von SST » Donnerstag 2. Juni 2011, 01:52


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Re: "Fakten-Check"

Beitrag von kyllbruecke » Donnerstag 2. Juni 2011, 09:40

rrobby hat geschrieben:... und wie sieht das auf dieser vorgeschlagenen Strecke aus mit Steigungen???

Von Willwerath nach Gondelsheim durchs Tal ist die größte Hürde, aber machbar - erst recht mit einem parallel verkehrenden Transportmittel für Fahrräder.

Von Gerolstein würde ich aktuell die Landstraßen nach Müllenborn empfehlen, von Müllenborn bis Willwerath geht alles auf parallelen Wirtschaftswegen, wovon nur ein kleiner Teil (kurz vor Oos) einen unkomfortablen Untergrund aufweist.
Besonders schön dabei wäre das Bachtal von Oos nach Schwirzheim fernab von Straßen und ich frage mich, wieso dieser Weg nicht heute schon als Radweg ausgeschildert ist und die Schilder einen von Büdesheim über den Berg jagen.

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Re: "Fakten-Check"

Beitrag von SST » Samstag 4. Juni 2011, 17:32

SST hat geschrieben:...zwischen Birresborn und Hundsberg geht's "ein bisschen" bergauf (ca. 100 Meter?), vor Prüm dann bekannterweise wieder bergab. Einem 7jährigen würde ich die Tour nicht empfehlen. Ein sportlicher Mensch, der sich auf einer Radtour mal "austoben" möchte, wird's schaffen :wink:. Selber radel ich aber nur noch wenig - ggf. gibt's ja hübsche Omnibuslinien. :wink:
Ich muß mich ein bisschen korrigieren. Auf dem Abschnitt von vor der Ortschaft Kopp bis vor dem Ort Wallersheim geht es auf einer Distanz von 5 Km. immerhin 200 Meter in die Höhe. Ein ähnliches Gefälle ist dann wieder vor Prüm zu verzeichnen. Die Route ist also doch eher etwas für trainierte Radfahrer.

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Re: "Fakten-Check"

Beitrag von Rolf » Montag 6. Juni 2011, 17:50

In den vorgeschlagenen Routen für Fahrradfahrer sehe ich keine familientaugliche Alternative. Meinetwegen für sportliche Erwachsene, aber nichts für Kinder. Ein abgesicherter, separater Fahrradweg macht deutlich Spaß und ist auch für Kinder problemlos. Vorbildliche Bahntrassenradwege sind da der Schindehannesradweg und der Ruwertalradweg. Auch das Wegenetz westlich Prüm kann sich unter Sicherheits- und Erholungsaspekten absolut sehen lassen. Sich die Straße jedoch (abschnittsweise) mit KFZ und Motorräderen zu teilen, entspricht bei den meisten Ausflüglern nicht der Vorstellung einer angenehmen Fahrradtour. Ein solcher Fahrradweg wäre eine Notlösung und könnte mit einem separaten Bahntrassenweg nicht konkurrieren.

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Re: "Fakten-Check"

Beitrag von kyllbruecke » Montag 6. Juni 2011, 18:29

Rolf hat geschrieben:In den vorgeschlagenen Routen für Fahrradfahrer sehe ich keine familientaugliche Alternative.
Das, was gerade diskutiert wurde stellt ja auch nur den Status Quo dar.

Hier im Dateianhang mal mein Vorschlag eines Radwegs, der nur von Müllenborn nach Lissingen einen Neubau parallel zum Bahndamm vorsieht. Nachteile dieser Führung wären die Steigung von Willwerath nach Gondelsheim und die Nutzung der Landstraße auf einem Abschnitt und die Nutzung der Landstraße zwischen Willwerath und Hermespand, wo schon etwas mehr Verkehr stattfindet. Bei der Landstraße von Hermespand zur Dausfelder Mühle könnte vmtl. einfacher ein Radweg neben die Landstraße gesetzt werden.

Zur Karte: wird Teil der Bachelorarbeit sein, ist noch nicht die Endfassung, sondern nur ein Vorentwurf - also Änderungen vorbehalten!
Dateianhänge
karte-vorschlag-abschnitte.png
Karte zu einem Radwegvorschlag

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