30.06./01.07.2013: Um die Eifelquerbahn...

Eifelquerbahn (Andernach - Mayen - Kaisersesch - Daun - Gerolstein)
Rolf
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Re: 30.06./01.07.2013: Um die Eifelquerbahn...

Beitrag von Rolf » Montag 16. September 2013, 15:58

Stefan Lenz hat geschrieben:.... "Was hälst du davon das das Efelbähnchen nicht mehr fährt"? sagten 9 schon einmal gradewegs "lohnt sich ja auch nicht; oder wer soll das zahlen;die züge sind ja immer leer;das gepfeife an den
Bahnübergängen nervt,will Sonntags meine Ruhe; etc......
So oder so ähnlich habe ich es auch schon öfter gehört. Letztendlich zeigt es aber, wie desinteressiert die Leute an der Bahn sind. Es hat schon kaum jemanden interessiert, als die Bahn seinerzeit von der DB aufgegeben wurde, und Ende 2012 hat es auch kaum einen interessiert, als die VEB den Betrieb eingestellt hat. Unter diesen Umständen Lokalpolitiker zu finden, die 2 Mio. zusammenkratzen, um den kommunalen Anteil an einer möglichen Reaktivierung beizusteuern, halte ich für praktisch ausgeschlossen, wenn auf der anderen Seite Büchereien, Bäder und viele andere kommunale Leistungen zur Disposition stehen.

Ich bin auch sehr traurig darüber. Das ist (bzw. war) eine sehr schöne Strecke. Aber bis auf die Eisenbahnfans scheint das kaum jemanden zu interessieren. So ist nun mal leider die Realität.

M&M
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Re: 30.06./01.07.2013: Um die Eifelquerbahn...

Beitrag von M&M » Montag 30. Juni 2014, 19:21

Erneut jährt sich heute der 30.06.2001 - der Tag der Wiedereröffnung der Eifelquerbahn im Wochenendverkehr. Der Tag, der seinerzeit mit so vielen Hoffnungen und Perspektiven verbunden gewesen ist.

Wiederum ist es ein trauriger Geburtstag: Die Strecke ist nun schon seit über eineinhalb Jahren gesperrt.

Was ich hier vor einem Jahr schrieb, würde ich noch heute genau so wieder schreiben (können) - LEIDER.

Und dem vor einem Jahr hier diskutierten Gutachten ist wohl auch nur das widerfahren, was schon seinem Vorgänger geschehen ist: Der Weg in die Schublade. Bis heute ist auch dieses Gutachten in keinster Weise der Öffentlichkeit vorgestellt worden.
Und im Raum stehen noch immer die gleichen Zahlen wie vor einem Jahr (soweit öffentlich bekannt - ich beziehe mich hier mal auf die GRÜNE Podiumsdiskussion und Pressemeldung von vor einigen Monaten).

Was bleibt, sind mir nur wiederum sehr traurige Grüße anläßlich des "Geburtages" des zweiten "Lebens" der Eifelquerbahn am 30.06.2001

M&M

stello
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Re: 30.06./01.07.2013: Um die Eifelquerbahn...

Beitrag von stello » Dienstag 1. Juli 2014, 09:34

M&M,

Danke für die netten Worte, in denen mal wieder an die Strecke erinnert wird. Wenn man heute den Zustand der Gleise und den Bewuchs rechts und links zwischen Ulmen und Gerolstein sieht, wird man traurig.

Schlimm ist, dass vor einigen Jahren viel Geld in den Erhalt der Strecke Kaisersesch nach Ulmen gesteckt wurde und dies nun brach liegt. Kein Wunder das immer mehr Menschen von unseren Politikern die Nase voll haben. In Projekte wie Airport Berlin/Stgt21 usw. wird permanent Geld in Milliardenhöhe nachgeschossen und keiner regt sich auf.......

So, das war mal wieder Frustabbau.

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SSPE
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Re: 30.06./01.07.2013: Um die Eifelquerbahn...

Beitrag von SSPE » Dienstag 1. Juli 2014, 11:34

Ist der Verkehr denn nun tatsächlich endgültig eingestellt oder passiert da demnächst etwas? Angeblich sollen doch Gelder beim Land bereitgestellt sein, oder habe ich da was falsch verstanden?
Zum Zustand: der unbefahrene Abzweig von Gerolstein nach Pelm sieht für AG-Verhältnisse doch noch ganz brauchbar aus. (Immerhin schlagen auf der Hauptstrecke schon regelmäßig die nassen Zweige an die Fahrzeuge. Da es keine Übersetzfenster mehr gibt, kann man sich diese Form des "Freischnitts" scheinbar erlauben....)

M&M
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Re: 30.06./01.07.2013: Um die Eifelquerbahn...

Beitrag von M&M » Dienstag 1. Juli 2014, 21:41

SSPE hat geschrieben:Ist der Verkehr denn nun tatsächlich endgültig eingestellt
Der Verkehr wurde zu keinem Zeitpunkt "eingestellt", sondern wäre weiterhin bestellt worden.
Der Verkehr ruht "nur" :roll: , weil die Infrastruktur gesperrt ist.
SSPE hat geschrieben:Angeblich sollen doch Gelder beim Land bereitgestellt sein, oder habe ich da was falsch verstanden?
Im Dezember 2013 wurde ein Budget für touristische Eisenbahninfrastrukturen in den Landeshaushalt RLP aufgenommen. Nicht mehr, nicht weniger. Bislang ist der letzte öffentlich bekannte Stand unverändert, dass das Land eine kommunale Beteiligung von 15% fordert - und sonst nix bewilligt wird. Darüber hinaus steht die Frage im Raum, ob diese Mittel überhaupt für Infrastrukturen verwendet werden könnten, wenn diese nicht gar von den Kommunen übernommen werden (Beispiel: Zellertalbahn. Das ist die bislang einzige Strecke, die aus diesem Topf gefördert wird, aber auch von den Kommunen weiter betrieben wird).
Und "nebenbei" sei mir bei aller Eisenbahnliebe erlaubt anzumerken, dass sich auch die nicht unbedeutende Frage des Nutzen-Kosten-Verhältnisses stellt, wenn beispielsweise 13 Millionen EUR allein als Infrastrukturzuschuss für einen 20jährigen Saison-Wochenendbetrieb aufgebracht würden und dabei die jährlichen Betriebskostenzuschüsse noch gar nicht mitgerechnet sind. (Um hier nicht falsch verstanden zu werden: Ich bin und bleibe immer für die Efq, aber ich bleibe auch dabei: Entweder müssten sich Möglichkeiten der Kostenminimierung oder der Nutzenmaximierung ergeben. Alles andere ist für mich nicht vermittelbar).
SSPE hat geschrieben:Zum Zustand: der unbefahrene Abzweig von Gerolstein nach Pelm sieht für AG-Verhältnisse doch noch ganz brauchbar aus. (Immerhin schlagen auf der Hauptstrecke schon regelmäßig die nassen Zweige an die Fahrzeuge. Da es keine Übersetzfenster mehr gibt, kann man sich diese Form des "Freischnitts" scheinbar erlauben....)
Die VEB ist Pächter der Eifelquerbahn und keine AG.

Gruß M&M

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Re: 30.06./01.07.2013: Um die Eifelquerbahn...

Beitrag von M&M » Dienstag 1. Juli 2014, 21:43

stello hat geschrieben:Schlimm ist, dass vor einigen Jahren viel Geld in den Erhalt der Strecke Kaisersesch nach Ulmen gesteckt wurde und dies nun brach liegt. Kein Wunder das immer mehr Menschen von unseren Politikern die Nase voll haben.
In Zahlen:

Investitionsvolumen 2007/2008: über 2 Millionen EUR, wenn die Quelle http://www.eurailpress.de/news/infrastr ... ert-1.html stimmt.

Wiedereröffnung Ulmen - Kaisersesch: April 2008
(Bisherige) Einstellung des Zugverkehres: 31.12.2012
Summe: 5 Jahre Touristikbetrieb

Und bis heute weiß die Öffentlichkeit nicht einmal, was, warum und mit welchen Kosten auf dem Abschnitt Ulmen - Kaisersesch dringend sanierungsbedürftig wäre.

Es ist zum :cry: :cry: :cry:

Gruß M&M

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SSPE
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Re: 30.06./01.07.2013: Um die Eifelquerbahn...

Beitrag von SSPE » Mittwoch 2. Juli 2014, 13:23

Danke für die ausführlichen Antworten! Für mich liest sich das wie "politischer Wille" - der entweder nicht vorhanden ist oder nur halbherzig vorgetragen wird. Bis sich das Ganze dann von selbst erledigt und die Strecke stillgelegt wird. Es muss doch einen Grund für die Sperrung geben und der sollte doch öffentlich kommuniziert werden. Oder bin ich da zu naiv?
Angesichts der Kosten und Zuschüsse muß man berücksichtigen, dass der subventionierte Ausflugsverkehr auch Geld einspielt, welches die Touristen in der Eifel ausgeben.
Wenn man das mit den Subventionen auf anderen Gebieten vergleicht, sind die Zahlen m.E. so gravierend nicht.
Im Zusammenhang mit dem Flugplatz Spangdahlem werden z.B. immer gerne die rund 200 Millionen jährlich genannt, die die dort stationierten US-Amerikaner in die lokale Wirtschaft fließen lassen.
Das ist sicher richtig und gut für die Region, aber es wird auch fleißig subventioniert in Form von Wohngeldern, Zuschüssen usw. Dagegen sind 13 Millionen auf 20 Jahre für ein "Touristenbähnchen" sicher "peanuts".
Bleibt zu hoffen, dass der Eifelquerbahn nicht irgendwann das gleiche Schicksal widerfährt wie der Strecke Wengerohr - Daun.

Zum Freischnitt: angesichts der Tatsache, dass da seit eineinhalb Jahren nichts mehr rollt, ist der Zustand der Gleise ja als noch besser anzusehen.
So manchem Abschnitt der Eifelstrecke wäre es zu wünschen, dass der dort vegetierende Dschungel mal gründlich gelichtet würde.

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Re: 30.06./01.07.2013: Um die Eifelquerbahn...

Beitrag von M&M » Mittwoch 2. Juli 2014, 15:42

SSPE hat geschrieben:Es muss doch einen Grund für die Sperrung geben und der sollte doch öffentlich kommuniziert werden
Strecke gesperrt mangels Betriebsgenehmigung nach § 6 AEG.
SSPE hat geschrieben: Angesichts der Kosten und Zuschüsse muß man berücksichtigen, dass der subventionierte Ausflugsverkehr auch Geld einspielt, welches die Touristen in der Eifel ausgeben. (...) Dagegen sind 13 Millionen auf 20 Jahre für ein "Touristenbähnchen" sicher "peanuts".
Zahlenbeispiel:
Betrachtungszeitraum: 20 Jahre
Investition: 13 Millionen EUR - rechnen wir hierfür mal eine jährliche Kapitalbelastung auf 750.000,- EUR (inkl. Kapitalverzinsung, Opportunitätskosten usw.)
Betriebskostenzuschuss: 150.000, - EUR*

Variante a) Fahrgastzahlen: 30.000 p. a.
Auf einen Fahrgast kommen round about 30 EUR.

Variante b) Fahrgastzahlen 20.000 p. a.
Auf einen Fahrgast kommen round about 45 EUR.

Dies zeigt, denke ich, deutlich die Problematik. Dabei würde diese ein Mathematiker kaum sehen, da er nicht lange bräuchte, um hier eine klassische Nutzenmaximierung anzusetzen, wie man es in der Schule lernt. In der o. g. Rechnung sind die Fixkosten sehr hoch. Ergo müssten die Betriebstage im Vergleich zu 2012 noch einmal deutlich ausgeweitet werden, um die durchschnittliche Belastung je Betriebstag zu reduzieren. Die zusätzlichen Betriebstage würden mehr Geld kosten (höherer Betriebskostenzuschuss), aber dennoch die Gesamtrechnung im Verhältnis zwischen Aufwand (Ausgaben) und Ertrag (Fahrgäste) verbessern.

Und da sind wir dann von der Mathematik zurück in den Gemeinderäten. Es bräuchte ein Ziel, wo die Fahrt hinführen soll, welches über die Wiederherstellung des Status Quo hinausgeht. Nur wenn das Ziel klar ist, findet auch man Leute, die auf den Zug aufspringen.

Gruß M&M

____
* fiktives Beispiel. Die genaue Höhe ist öffentlich nicht bekannt. Der Haushaltsposten für Efq, Kasbachtalbahn, Morbach - Büchenbeuren und Brohltalbahn lag zuletzt bei einer Summe von 500.000,- EUR p. a..

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Re: 30.06./01.07.2013: Um die Eifelquerbahn...

Beitrag von M&M » Dienstag 30. Juni 2015, 12:21

Wieder ein Jahr vorbei.

Dabei ist der 30.06.2001, der Tag der Wiedereröffnung der Eifelquerbahn, scheinbar eh nur noch etwas für die Geschichtsbücher. Oder wer bemüht sich noch um die Wiederaufnahme des Schienenbusverkehres???

Mein Eindruck ist LEIDER :( :( :( , dass das Thema Efq inzwischen so tot ist wie es nur sein kann. Es gibt inzwischen viele Rathäuser, in denen ich mit Anfragen zum Thema Efq mehr oder weniger nur noch abgewimmelt oder mit inhaltlosen Aussagen abgespeist werde. Es gibt auch inzwischen Landräte oder Bürgermeister, die lieber an die Pressestelle oder die Verwaltung verweisen und sich selbst zur Efq gar nicht mehr äußern wollen.

Trauriger Gruß M&M

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