Neues zur (Nicht-)Reaktivierung

Eifelquerbahn (Andernach - Mayen - Kaisersesch - Daun - Gerolstein)
M&M
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Re: Neues zur (Nicht-)Reaktivierung

Beitrag von M&M » Sonntag 15. Februar 2015, 20:59

Eben. Man sieht daran, was selbst dann möglich ist. Und auch in der Eifel möglich gewesen wäre.
Gruß M&M

Pellkartoffel
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Hoffnungsschimmer?

Beitrag von Pellkartoffel » Mittwoch 22. April 2015, 21:39

Hallo Zusammen,
Ich habe heute etwas gefunden, was vielleicht noch wichtig werden könnte! Was haltet ihr davon? Vielleicht bringt dieser neue Mann ja neue Impulse, wer weiß? Die Hoffnung bleibt!
http://www.volksfreund.de/nachrichten/r ... 68,4192080
(Für alle, die im Text das suchen, was ich meine: Dritten Abschnitt lesen ab "Die Landesliste...")
LG Pellkartoffel

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Rolf
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Re: Neues zur (Nicht-)Reaktivierung

Beitrag von Rolf » Donnerstag 23. April 2015, 00:07

Wenn es dabei bleibt, dass die Kommunen 15% der Kosten zur Reaktivierung beisteuern sollen, sehe ich leider ziemlich schwarz. Die Kommunen ächzen derzeit unter der finanziellen Last, eine ständig zunehmende Zahl von Flüchtlingen unterzubringen, während das Land Rheinland-Pfalz im bundesweiten Vergleich besonders knauserig dabei ist, die Städte und Gemeinden des Landes dafür wenigstens teilweise zu entschädigen. Gleichzeitig müssten die Kommunen die Schulen, Straßen und sonstige Infrastruktur in Schuss halten. Ein Blick in die Schulen und auf die Straßen genügt, um zu erkennen, dass sie dem kaum nachkommen. Unter diesen Umständen zu erwarten, dass sich die klammen Kommunen der Vulkaneifel zusätzlich auch noch die Renovierung einer Bahnstrecke an den Hals holen, halte ich für illusorisch. Die EQB hat nur dann eine Chance, wenn sich die politischen Rahmenbedingungen ändern. Danach sieht es derzeit leider nicht aus. Deswegen sieht es auch für die EQB sehr schlecht aus. Das ist sehr, sehr schade, aber leider die traurige Realität.

M&M
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Re: Hoffnungsschimmer?

Beitrag von M&M » Donnerstag 23. April 2015, 15:44

Pellkartoffel hat geschrieben:Was haltet ihr davon? ...")
Ehrliche Antwort: Nix.
Pellkartoffel hat geschrieben:Vielleicht bringt dieser neue Mann ja neue Impulse, wer weiß? ...")
Es ist kein "neuer Mann", sondern ein Landtagsabgeordneter der Regierungskoalition!
In der Legislaturperiode, in welcher die für den RLP-Takt 2015 vorgesehen Reaktivierung der Efq auf Eis gelegt wurde.
Die Natur erobert die Gleise zurück und über die Reaktivierungspläne wachsen längst schon Sträucher. Wenn es Herr Johnen ernst meinen sollte, dann müsste er auch mal Farbe bekennen, wie er sich eine Reaktivierung unter den gegebenen Rahmenbedingungen realistisch vorstellt. Ich unterstelle nämlich, dass es für eine absolute grüne Mehrheit nach der Wahl nicht reichen wird...
Gruß M&M

Pellkartoffel
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Re: Neues zur (Nicht-)Reaktivierung

Beitrag von Pellkartoffel » Donnerstag 23. April 2015, 19:06

Hallo,
Zuerst mal einen herzlichen Dank für eure Antworten! :)

Ich habe das aus dieser Perspektive gesehen: Es gab seit der Nachricht, dass die Brücke bei Pelm neugebaut werden muss, keine neuen Nachrichten mehr, da habe ich mich darüber einfach gefreut! Natürlich ist mir auch klar, dass das nicht unglaublich wichtig ist, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt... :roll: Und da muss man auch einfach sagen: Rolf hat recht, das einzige, was sich auf der Strecke tut ist die wachsende Vegetation und das bleibt unglücklicherweise wahrscheinlich auch noch eine ganze Weile so. Aber ich bin generell eher ein Optimist. :mrgreen:
M&M hat geschrieben:Es ist kein "neuer Mann", sondern ein Landtagsabgeordneter der Regierungskoalition!
In der Legislaturperiode, in welcher die für den RLP-Takt 2015 vorgesehen Reaktivierung der Efq auf Eis gelegt wurde.
Die Natur erobert die Gleise zurück und über die Reaktivierungspläne wachsen längst schon Sträucher. Wenn es Herr Johnen ernst meinen sollte, dann müsste er auch mal Farbe bekennen, wie er sich eine Reaktivierung unter den gegebenen Rahmenbedingungen realistisch vorstellt. Ich unterstelle nämlich, dass es für eine absolute grüne Mehrheit nach der Wahl nicht reichen wird...

Da muss ich zugeben, dass ich mich nicht informiert habe und das nicht wusste. Ich habe lediglich den Beitrag des Volksfreunds durchsucht. Dafür muss ich mich natürlich entschuldigen, ich hatte nicht viel Zeit, wollte euch das aber mitteilen. In dem, was ich zitiert habe, stimme ich M&M aber zu 100% zu. So wird das mit der Reaktivierung nämlich nix.
LG Pellkartoffel

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M&M
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Re: Neues zur (Nicht-)Reaktivierung

Beitrag von M&M » Donnerstag 23. April 2015, 20:05

Nicht schlimm:-) Und ich freue mich ja schon, wenn überhaupt noch mal ein paar Zeilen zur Efq hier auftauchen. Ob hier im Forum, unter Eisenbahnfreunden, in der Reaktivierungsdebatte oder auf den Gleisen: Es ist überall ja eh längst viel zu still um die Efq geworden...!

Ich hab neulich übrigens mit Schrecken festgestellt, dass wir uns dem 25jährigen Jubiläum der Stilllegung des Personenverkehrs nähern. Wer damals am 11.01.1991 mitgefahren und das Schicksal der Efq seitdem mitverfolgt hat, der hat schon viele Wahlen erlebt, vor denen die "Reaktivierung der Eifelquerbahn" als Ziel ausgegeben wurde...Ich habe immer gedacht: Wenn es mal irgendwann für rot-grün reicht, dann hat die Efq eine Chance. Leider kam es anders.

Gruß M&M

stello
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Re: Neues zur (Nicht-)Reaktivierung

Beitrag von stello » Freitag 24. April 2015, 09:20

Genauso ist es. Wenn es schon mit Rot-Grün nicht funktioniert die Strecke wieder herzurichten, was sollen wir dann von anderen Farbkonstellationen erwarten?

Ich bin sehr enttäuscht, dass für eine mindestens touristische Nutzung, wie sie jahrelang gut funktioniert hat, kein Geld übrig ist. Für alles ist Geld vorhanden -siehe Bayern bekommt seien Wünsche immer erfüllt-, nur hier lässt man die Infrastruktur verfallen.

Armes Deutschland, Armes Rheinland-Pfalz.

Stefan Lenz
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Re: Neues zur (Nicht-)Reaktivierung

Beitrag von Stefan Lenz » Sonntag 26. April 2015, 12:30

Hallo zusammen,

langsam habe ich den Glauben an eine reaktivierung verloren. Habe versucht mich nochmals mit Einheimischen über die Thematik Eqb zu unterhalten, das hätte ich mir allerdings sparen können, denn die Reaktionen waren vernichtent! Abreißen sollte man die Bahn, so die meisten Komentare. Fahradweg drauss machen; "dat kost alles nur jeld"!
Also so wird das nix mehr, :( :( :( :oops:

mediapark
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Re: Neues zur (Nicht-)Reaktivierung: SWR-Bericht

Beitrag von mediapark » Dienstag 12. Mai 2015, 09:20

Der Südwestrundfunk berichtet auf seiner Internetseite:

Gemeinden wollen Eifelquerbahn zurück
Hoffen auf Taktverkehr
Zwischen Gerolstein und Kaisersesch rollt schon seit Jahren kein Zug mehr. Die Strecke ist stillgelegt. Die Eifelgemeinden wollen ihren Zug wieder haben. Trotz leerer Kassen. Jetzt suchen die Eifelgemeinden und das Land nach einem Ausweg aus dieser Sackgasse.

Der komplette Bericht, Stand: 11.5.2015, 14.17 Uhr, über diesen Link.

M&M
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Re: Neues zur (Nicht-)Reaktivierung

Beitrag von M&M » Dienstag 12. Mai 2015, 13:16

Ich fasse dann mal zusammen:

Erst wollte der ZSPNV Rlp Nord Ulmen - Kaisersesch im SPNV reaktivieren.
Dann die Gesamtstrecke.
Dann stellte das Land fest, dass das zu teuer werde.
Dann wollte der Dauner (!) Kreistag keine SPNV-Reaktivierung.
Dann waren plötzlich alle dafür eben für Freizeitverkehre zu reaktivieren.
Dann stellte man fest, dass das zu teuer werde.
Und bezahlen will man dafür - insbesondere in der Stadt Daun - auch nicht.
Dann will man doch vielleicht lieber die Gesamtstrecke reaktivieren - auf Kosten des Landes.
Das Land soll mal prüfen, ob das nicht zu teuer wird.
Zunächst könnte man ja Ulmen - Kaisersesch reaktivieren.

Eine 15jährige Geschichte im Schnelldurchgang.

Unterm Strich ist begrüßenswert, dass zur Idee einer 20 Millionen EUR - Investition für Freizeitverkehre endlich auch öffentlich Klartext geredet wird.

Schön ist, dass das Wort "Radweg" im Artikel nicht auftaucht.

Grundsätzlich prüfenswert ist die Verlängerung der Eifel-Pellenz-Bahn bis Ulmen - wie schon vor mehr als 15 Jahren, als das schon mal so vom ZSPNV Rlp Nord beschlossen wurde (!).

Doch innovativ, zukunftsgerichtet und aussichtsreich für die Efq ist das nicht. Wenn man über die abschnittsweise Reaktivierung der Efq ernsthaft reden will, dann muss man über Gerolstein - Daun reden. Alle mir bekannten Untersuchungen laufen darauf hinaus, dass hier die größten Fahrgastpotenziale liegen. Insbesondere bei einem Flügelkonzept mit der Eifelstrecke. Wir sind wieder beim gleichen Thema wie hier:

www.pro-schiene.de/alternativkonzept.pdf

Heute hier nur ein Beispiel: Mit dem Rad in Köln Süd in den Zug, in Daun aussteigen und ab über den Maare-Mosel-Radweg. Wäre das nicht attraktiv für die Radtouristik-Region Eifel???

Wäre es nicht vielleicht mal angebracht das wirklich ernsthaft aufzugreifen und die Verkehrspotenziale der Efq mit Direktzügen ab/bis Köln zu untersuchen statt sich seit 15 Jahren im Kreis zu drehen?
Wie man die Sache auch dreht und wendet: Die Kyllbrücke wird nicht günstiger. Entscheidend ist, welche Potenziale den Kosten gegenüber ständen.

Gruß M&M

Rolf
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Re: Neues zur (Nicht-)Reaktivierung

Beitrag von Rolf » Donnerstag 14. Mai 2015, 10:35

Solange die klammen Kommunen auf Basis der Förderrichtlinie des Landes 15 Prozent der Kosten beisteuern sollen, sehe ich absolut schwarz. Das ist für die Gemeinden und Städte der Vulkaneifel schlicht zu teuer. Wenn ich den Artikel aber richtig interpretiere, werden die Alternativen genau deswegen diskutiert, um Lösungen zu finden, die die Kommunen weniger belasten. Nur dann sehe ich eine Chance. Daumen drücken, dass es gelingt.

M&M
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Re: Neues zur (Nicht-)Reaktivierung

Beitrag von M&M » Donnerstag 14. Mai 2015, 15:59

Rolf hat geschrieben:Solange die klammen Kommunen auf Basis der Förderrichtlinie des Landes 15 Prozent der Kosten beisteuern sollen, sehe ich absolut schwarz. Das ist für die Gemeinden und Städte der Vulkaneifel schlicht zu teuer. ..
Heißt im Klartext: Man gibt nach über zwei Jahren zu, dass es zu keiner Reaktivierung der Freizeitverkehre kommen wird.
Und das wahrscheinlich (Spekulation von mir!) auch nur deshalb, weil der SWR mal nachgebohrt hat... Denn im "TV" stand, glaube ich, noch nix. Und es sind ja auch nur "Stimmen" im SWR, keine Fakten, kein Beschluss.
Rolf hat geschrieben: Wenn ich den Artikel aber richtig interpretiere, werden die Alternativen genau deswegen diskutiert, um Lösungen zu finden, die die Kommunen weniger belasten..
Davon lese ich hier nix. Ein paar bahnfreundliche Kommunalpolitiker formulieren Forderungen an das Land. So wie das Land Forderungen an die Kommunen stellt. Nicht mehr, nicht weniger.

Gruß M&M

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Heiner Schwarz
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Re: Neues zur (Nicht-)Reaktivierung

Beitrag von Heiner Schwarz » Donnerstag 14. Mai 2015, 19:43

M&M hat geschrieben:
Heute hier nur ein Beispiel: Mit dem Rad in Köln Süd in den Zug, in Daun aussteigen und ab über den Maare-Mosel-Radweg. Wäre das nicht attraktiv für die Radtouristik-Region Eifel???
Ja, find ich auch reizvoll und interessant, nur, wie sollen bitteschön bei dieser Gemengelage

http://www.rundschau-online.de/euskirch ... 82382.html

die erforderlichen Mehrleistungen an Wagenkilometern zwischen Köln oder Euskirchen und Gerolstein finanziert werden, damit wir einen Kurswagenbetrieb auf der Eifelquerbahn bekommen?

Hier gibt es direkt mehrere Hürden – zum Ersten stehen für bestimmte Zeitlagen die Züge nicht zur Verfügung, da der Fahrzeitbedarf für die HVZ-Verkehr auf Kante genäht ist.

Die Euskirchener und Erftkreisler hätten keinerlei Verständnis dafür, dass sie in der Hauptverkehrszeit in der Lastrichtung stehen müssen, damit Plätze gegen die Lastrichtung durch die Gegend gefahren werden (und sie auch noch dafür bezahlen sollen ...).

Wer nach Daun will, möchte vielleicht schnell nach Gerolstein kommen und nicht unbedingt alle Halte zwischen Kalscheuren und Bewingen mitnehmen.

Will heißen, wenn die Strecke Bonn – Bad Münstereifel elektrifiziert ist, gibt es plötzlich ausreichend Züge, von denen dann auch einer ab Gerolstein in die Vulkaneifel fahren kann …

Der Zug von Köln nach Kaisersesch oder Ulmen ist sicherlich etwas wert, aber ob dieser Zug mehrmals täglich verkehrend eine Wirtschaftlichkeitsrechnung retten kann, wage ich bei den Kosten (s.o.) zu bezweifeln.

Ob nicht eine andere Bahnsteigsform in Gerolstein das Umsteigen eben da zwischen Köln und der Vulkaneifel erleichtern könnte, gebe ich zu bedenken:
Ein Mittelbahnsteig zwischen den beiden durchgehenden Hauptgleisen der Eifelstrecke mit „Tschenbahnsteigen“ zumindest für die Eifelquerbahn erlaubt den Umstieg, ohne den Bahnsteig verlassen zu müssen – ich hab hier immer so ein wenig die ursprünglichen Anlagen von Jülich im Kopf, wo zwischen vier Zügen auf einem Bahnsteig umgestiegen werden konnte.

Und dazu dann bitteschön sa/so und ggf in den Ferien der "Klinegnde Eifelländer" als Werbelokomotive von Köln aus eben flott, aber nicht schnell, ohne Umsteigen in die Eifel ....
Auf Hinweg mit Kaffee, auf dem Rückweg mit hochprozentigen Produkten aus Rockeskylll ...

Doch neben allem Freizeitverkehr zeichnet sich in Rheinland-Pfalz eine Gebietsreform ab

http://isim.rlp.de/staedte-und-gemeinde ... ngsreform/

und wer sagt, dass es da nicht einen Kreis geben könnte, der den Vulkaneifelkreis und den Eifelkreis Bitburg-Prüm nicht ganz anders neu wiedergibt ...
Mit ner Kreisstadt in Gerolstein (?) und Zügen aus Ulmen/Daun, Prüm und Bitburg ….

M&M
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Re: Neues zur (Nicht-)Reaktivierung

Beitrag von M&M » Freitag 15. Mai 2015, 20:57

Heiner Schwarz hat geschrieben:
Ja, find ich auch reizvoll und interessant, nur, wie sollen bitteschön bei dieser Gemengelage

http://www.rundschau-online.de/euskirch ... 82382.html

die erforderlichen Mehrleistungen an Wagenkilometern zwischen Köln oder Euskirchen und Gerolstein finanziert werden, damit wir einen Kurswagenbetrieb auf der Eifelquerbahn bekommen?

Hier gibt es direkt mehrere Hürden – zum Ersten stehen für bestimmte Zeitlagen die Züge nicht zur Verfügung, da der Fahrzeitbedarf für die HVZ-Verkehr auf Kante genäht ist.

Die Euskirchener und Erftkreisler hätten keinerlei Verständnis dafür, dass sie in der Hauptverkehrszeit in der Lastrichtung stehen müssen, damit Plätze gegen die Lastrichtung durch die Gegend gefahren werden (und sie auch noch dafür bezahlen sollen ...).….
Sorry, aber für diese Argumentation habe ich kein Verständnis:

Zunächst einmal stört mich schon grundsätzlich der Ansatz, dass Forderungen zur Verbesserung des Nahverkehrsangebots in der Eifel zu Lasten armer, arg gebeutelter Fahrgäste in Euskirchen oder im Erftkreis gehe. So mögen bahnfeindliche Kommunalpolitiker von mir aus argumentieren, aber unter Eisenbahnfreunden sollte man doch bitteschön nicht versuchen die Fahrgastinteressen gegeneinander auszuspielen. Sonst kann man auch gleich den Abbau der Efq fordern, damit der Fernverkehr auf die Moselstrecke zurückkehrt.
Davon ab: Auf der Eifelstrecke wurden für den RLP-Takt 2015 ganz erheblich Zugkilometer im rheinland-pfälzischen Teil gestrichen; das Zugangebot zwischen Gerolstein und Trier fast halbiert. Im Gegenzug wurden Mittel für einen Stundentakt Gerolstein - Kaisersesch eingeplant, die wohl nie abgerufen werden können. Es ist also mehr als berechtigt, wenn Fahrgäste der rheinland-pfälzischen Eifel weitere in ihrem Sinne stehende Verbesserungen einfordern!
Es wäre aber durchaus auch Euskirchener Fahrgästen erlaubt den von/bis Daun durchgebundenen Triebwagen mitzunutzen :wink:
Denn mal ernsthaft: Wer auf der Eifelstrecke im Raum Euskirchen viel unterwegs ist, der kann doch nicht ernsthaft per se dagegen sein, dass hier eventuell einige Zugfahrten zusätzliche Kapazitäten hätten. Wir haben doch zwischen Gerolstein und Daun wirklich keine akute Gefahr leere Plätze durch die Gegend zu fahren. Ganz im Gegenteil! Zusätzliche Kapazitäten zwischen Gerolstein und Köln sind doch eine mehr als sinnvolle Forderung - auch ohne Durchbindung auf die Efq!
Ursprung der Idee eines Flügelkonzepts in Gerolstein ist eben nicht, dass das doch für die Dauner eine prima Sache sei, sondern ohnehin zwischen Gerolstein und Köln bei vielen Zugleistungen mehr Kapazitäten benötigt werden als zwischen Gerolstein und Trier. Nicht grundlos wurden jahrelang fast alle Talent-Leistungen in Gerolstein gestärkt bzw. geschwächt.
Das Flügelkonzept mit der Durchbindung eines Triebwagens auf die Efq wäre also unterm Strich prima für die Vulkaneifler, aber ebenso für jeden anderen Fahrgast auf dem Nordabschnitt der Eifelstrecke.
Heiner Schwarz hat geschrieben:Wer nach Daun will, möchte vielleicht schnell nach Gerolstein kommen und nicht unbedingt alle Halte zwischen Kalscheuren und Bewingen mitnehmen.….
Ja, und?
Wer von Köln nach Gerolstein will, will auch nicht den Halt in Lissendorf mitnehmen. Trotzdem halten jetzt fast alle Züge in Lissendorf.
Heiner Schwarz hat geschrieben:Will heißen, wenn die Strecke Bonn – Bad Münstereifel elektrifiziert ist, gibt es plötzlich ausreichend Züge, von denen dann auch einer ab Gerolstein in die Vulkaneifel fahren kann …….
Meinst du das ernst???
Heiner Schwarz hat geschrieben:
Doch neben allem Freizeitverkehr zeichnet sich in Rheinland-Pfalz eine Gebietsreform ab

http://isim.rlp.de/staedte-und-gemeinde ... ngsreform/

und wer sagt, dass es da nicht einen Kreis geben könnte, der den Vulkaneifelkreis und den Eifelkreis Bitburg-Prüm nicht ganz anders neu wiedergibt ...
Mit ner Kreisstadt in Gerolstein (?) und Zügen aus Ulmen/Daun, Prüm und Bitburg ….
Was mir diese Zeilen sagen sollen, verstehe ich nicht.
Warum soll eine Neuordnung der nicht unbedingt bahnfreundlichen Kreise zu einer bahnfreundlichen Politik führen?

Gruß M&M

Rolf
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Re: Neues zur (Nicht-)Reaktivierung

Beitrag von Rolf » Freitag 15. Mai 2015, 23:37

M&M hat geschrieben:...Heute hier nur ein Beispiel: Mit dem Rad in Köln Süd in den Zug, in Daun aussteigen und ab über den Maare-Mosel-Radweg. Wäre das nicht attraktiv für die Radtouristik-Region Eifel???...
Ja, das wäre es in der Tat! Mit meiner Frau habe ich das oft so gehandhabt. Bis 2012, solange die VEB fuhr. Von Bonn Hbf via Euskirchen und Gerolstein nach Daun. Das war ein schönes Angebot. Allerdings hat das etwa 2 Stunden 40 Minuten gedauert. Von Bonn Hbf nach Daun Bf. Mit Anfahrt vom Wohnsitz bis zum Hauptbahnhof Bonn allerdings fast drei Stunden. Inzwischen habe ich ein Auto mit Anhängerkupplung und Fahrradgepäckträger. Inclusive Montage brauche ich für die Strecke mit dem Auto deutlich weniger als die Hälfte der Zeit. Da die VEB nicht mehr auf der EQB fährt, fahren wir heute mit dem PKW nach Daun, weil wir in Gerolstein nicht auch noch in einen Bus umsteigen wollen, der vielleicht keinen Platz für Fahrräder hat. Will sagen: Die Fahrtzeiten mit der Bahn in der Eifel sind schon verdammt lang. Dennoch bietet die Bahn den großen Vorteil, dass man in Daun mit dem Fahrrad starten und in Wittlich wieder in den Zug steigen kann. So spart man die Rückfahrt mit dem Bus von Wittlich nach Daun und gewinnt unter dem Strich wieder mehr als eine Stunde zurück. Diese Kombination aus Start in Daun und Ende in Wittlich ist also trotz langer Anfahrtzeiten noch einigermaßen attraktiv. Ich würde sie auch gerne wieder in Anspruch nehmen, wenn denn die VEB wieder auf der EQB fahren würde. Was dem allerdings entgegen steht, ist die derzeit sehr schlechte und abschreckende Verbindung in die Eifel hinein. Leider ist der Lint für Fahrradfahrer sehr ungeeignet, da er zu wenig Platz für Fahrräder bietet, und die Bahn fährt auch noch bei schönstem Wetter mit nur einer Einheit. Gerade in den letzten Tagen musste ich wieder erschreckende Erfahrungen machen. Am letzten Sonntag sind wir von Bonn nach Jünkerath gefahren, und das war schon chaotisch, aber besonders schlimm war es am letzten Donnerstag (Vatertag). Da kam tatsächlich bei schönstem Ausflugswetter nur eine rappelvolle Einheit (natürlich +20) aus Köln (dagegen zur gleichen Zeit Doppeltraktion in Gegenrichtung). In Euskirchen standen neben zahlreichen normalen Fahrgästen rund 50 Ausflügler mit Fahrrädern, von denen sich noch etwa die Hälfte in den Zug quetschen konnte. Der Rest blieb enttäuscht am Bahnsteig zurück. Die Bahnfahrt im Lint fand dann unter absurdesten, chaotischen Bedingungen statt, weil der Lint ja nur ein einziges total verbautes Fahrradabteil hat. Die Fahrräder wurden überall reingequetscht, wo es irgendwo ging. Der Zug war übervoll. Die Fahrgäste mit und ohne Fahrrad waren daher höchst verärgert. Völlig zu Recht! Und es gab Fahrgäste, die berichteten, dass sie schon im Zug eine Stunde zuvor nicht rein gekommen sind. Das war alles absolut keine Werbung für die Bahn, überhaupt nicht! So gewinnt man keine neuen Freunde. Im Gegenteil, man vergrault die vorhandenen und potenzielle Kunden. Das spricht sich ja auch alles rum. Wer sich per Bahn an einem schönen Tag mit dem Fahrrad Richtung Eifel bewegen will, muss derzeit mit höchst chaotischen Zuständen rechnen und fürchten, nicht in den Zug zu kommen. Das ist leider die Realität. Bevor man also über einen Zug bis Daun nachdenkt, der Radfahrer aus Köln oder Bonn heran karrt, was ich prinzipiell gut finde, sollte man erst mal die aktuellen Probleme auf der Eifelhauptstrecke lösen; was da an schönen Tagen abgeht, ist absolut abschreckend.

Interessant ist im Übrigen auch, wo die Leute mit Fahrrädern bevorzugt aussteigen: In Kall, Nettersheim, Blankenheim und Jünkerath. Von dort aus gibt es jeweils interessante Fahrradwege (sehr gut angenommen wird übrigens der neue Fahrradweg von Jünkerath nach Belgien). Nach diesen vier Stationen ist der Zug ziemlich leer. Offenbar gibt es sowas wie eine Schmerzgrenze; mehr als 90 Minuten möchte die Mehrheit offenbar nicht im Zug sitzen. Bis Gerolstein fährt nur ein Bruchteil der Fahrradtouristen im Zug. Das war auch schon in der Vergangenheit so, als die VEB noch nach Daun fuhr. Nur wenige Fahrradtouristen nahmen die lange Anreise bis Daun in Kauf.

Seit es den tollen Kylltal-Fahrradweg ab Jünkerath zur Vennbahn gibt, ist die Konkurrenz zudem noch deutlich größer. Vorher war der Maare-Mosel-Radweg in der Eifel fast konkurrenzlos, aber wenn ich von Köln komme, und nicht doppelt so lange im Zug sitzen will, würde ich heute den Kylltalradweg bevorzugen. Der führt auch durch eine traumhaft schöne Landschaft, ist aber viel besser gemacht als der Maare-Mosel-Radweg (MMR). Gerade für (kleine) Kinder (und damit Familien) ist der Fahrradweg viel besser geeignet. Es gibt nicht diese gefährlichen Lücken mit steilen Rampen wie beim MMR, wo die Brücken entfernt wurden. Hätte ich noch kleine Kinder, würde ich den neuen Kylltalradweg immer bevorzugen. Wegen der Sicherheit und der kürzeren Anreise.

Kurzum: Ich finde die Idee gut und sinnvoll, Fahrradfahrer mit der Bahn nach Daun zu karren. Das touristische Potenzial der schönen Eifel ist noch lange nicht erschöpft. Dafür muss aber erst mal der Zubringer über die Eifelstrecke richtig auf Vordermann gebracht werden; die derzeitige Situation ist unhaltbar und wirkt eher abschreckend. Bevor die Verantwortlichen von Bahn und Besteller das Problem nicht in den Griff bekommen, brauchen wir über einen Flügelzug nach Daun gar nicht erst nachzudenken. Leider!

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