Neues zur (Nicht-)Reaktivierung

Eifelquerbahn (Andernach - Mayen - Kaisersesch - Daun - Gerolstein)
Plein
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Re: Neues zur (Nicht-)Reaktivierung

Beitrag von Plein » Dienstag 12. Juli 2016, 11:57

Hallo zusammen,

ein "neuer" Artikel beim Volksfreund

Quelle:http://www.volksfreund.de/nachrichten/r ... 51,4505851
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Eifelquerbahn: Kommunen beraten im Herbst, wenn Gutachten vorliegt

Gerolstein/Daun/Ulmen) Richtiger Nahverkehr oder doch Freizeitfahrten: Einige Varianten, wie es mit der Eifelquerbahn weitergehen könnte, sind geprüft worden. Ob und wann aber jemals wieder ein Zug fährt, ist nach wie vor offen.

So langsam verblasst sie dann doch, die Erinnerung an die historischen Schienenbusse und Dampfloks. Denn es ist bald vier Jahre her, dass sie Gäste auf dem Eifelquerbahn-Teilstück zwischen Gerolstein und Kaisersesch (Kreis Cochem-Zell) beförderten. Zehn Jahre lang - bis Ende 2012 - waren Freizeitfahrten von Frühjahr bis Herbst an Wochenenden, Feiertagen und in den Schulferien angeboten worden.
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Und auch die einst intensiv geführte Diskussion, ob auf der Eifelquerbahn noch einmal gefahren wird, findet - zumindest öffentlich - so gut wie nicht mehr statt.

Der Sachstand: Eine Reaktivierung der Strecke würde rund 24 Millionen Euro kosten, gut sechs Millionen davon allein für den Neubau der maroden Brücke bei Pelm. Auch wenn unklar ist, wie es weitergeht, besteht in der kommunalen Arbeitsgemeinschaft (AG) "Reaktivierung Eifelquerbahn", der die Kreise Cochem-Zell und Vulkaneifel sowie die Verbandsgemeinden Kaisersesch, Ulmen, Daun, Kelberg und Gerolstein angehören, Einigkeit, dass die Gleise auf jeden Fall erhalten werden sollen.

Sprecher der AG ist der Landrat des Vulkaneifelkreises, Heinz-Peter Thiel. Er sagt: "Wer weiß, was in zehn oder 20 Jahren ist. Vielleicht sind wir dann froh, wenn die Gleise noch vorhanden sind und wieder genutzt werden können." Thiel hatte im vergangenen Jahr die Option erläutert, die zunächst von der AG favorisiert wurde: eine Wiedereinführung eines Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) in Etappen. Der existiert seit vielen Jahren auf dem Teilstück der Eifelquerbahn von Andernach bis Kaisersesch. Eine Erweiterung bis Ulmen wurde erwogen, nächster Schritt hätte sein können, dass bis Daun gefahren wird.
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Würde sich das bewähren, könnte überlegt werden, wie es mit dem Stück von Daun nach Gerolstein weitergehen könnte, wo der Modernisierungsbedarf (siehe Brücke Pelm) besonders groß und die Kosten entsprechend hoch sein würden. Hätte, könnte, würde - jede Menge Konjunktiv. Da ist es keine große Überraschung, dass diese Variante mittlerweile praktisch vom Tisch ist. "Sie ist nur schwer darstellbar mit Blick auf eine negative Nutzen-Kosten-Untersuchung, auch wenn eine Taktung bis an den Rhein die Region stärken würde", sagt Landrat Thiel.

Freizeitverkehr ist teuer
Zur Erläuterung: Regulärer SPNV ist Sache des Landes, die finanzielle Beteiligung der Kommunen würde deutlich geringer ausfallen, als wenn sie Freizeitverkehre in eigener Regie anbieten würden. Deshalb wurde diese Option zunächst verworfen, nun aber wird sie zumindest wieder geprüft. Gutachter sollen unter anderem eine Nachfrage- und eine Wirtschaftlichkeitsprognose für die touristische Verbindung ermitteln. Zudem sollen sie ein "Erfolg versprechendes Angebots- und Attraktivitätskonzept für die Wiederaufnahme als touristische Verbindung" erarbeiten. "Wir erwarten die Ergebnisse für September. Dann werden wir uns damit befassen und unsere Entscheidung dem Land und den kommunalen Gremien mitteilen", kündigt Thiel an.

Mit der Reaktivierung der Freizeitverkehre käme auf die Kreise und Verbandsgemeinden einiges zu. Sie müssten die Strecke von der Bahn kaufen oder langfristig pachten und die Sanierung verantworten. Zudem wäre die Gründung einer Eigentümergemeinschaft notwendig. Die laufenden Kosten der Unterhaltung sollten durch den späteren Betrieb der Strecke eingefahren werden. Thiel will keine Prognose abgeben, wie sich die Kommunen entscheiden werden: "Erst mal schauen, welche Ergebnisse uns das wohl letzte Gutachten bringt."
Meinung
Finger weg
Kommunen als Bahnbetreiber - und dann noch einer Strecke, auf der mit reinen Freizeitverkehren sicher kein Gewinn zu machen ist? Das kann und darf es ja wohl nicht sein. Egal, was beim x-ten Gutachten rauskommt: Finger weg. Es ist nicht Aufgabe von Kreisen und Verbandsgemeinden, von denen einige finanziell nicht auf Rosen gebettet sind, Bahnunternehmer zu spielen. Wenn sie es - was sehr wahrscheinlich ist - nicht machen, ist das Kapitel Freizeitverkehr beendet. Viele mögen das bedauern, aber ein Verzicht ist nur konsequent, ist doch Vernunft angesagt, nicht Eisenbahn-Romantik. s.sartoris@volksfreund.de
Eifelquerbahn
Die Geschichte der Eifelquerbahn beginnt am 1. April 1878 mit der Eröffnung des Teilstückes von Andernach nach Niedermendig, der Abschnitt nach Mayen folgte 1880. 15 Jahre dauerte der Ausbau der Strecke bis Gerolstein, der 1895 eröffnet wurde. Ende der 1960er Jahre tauchten erste Pläne zur Stilllegung der Strecke auf, die in Etappen vorgenommen wurde. Am 11. Januar 1991 fuhr der letzte Zug von Mayen nach Gerolstein. Von 2001 bis 2012 bot die Vulkan-Eifel-Bahn Betriebsgesellschaft auf dem Abschnitt Gerolstein-Kaisersesch von Mai bis Oktober Freizeitfahrten an. Aber auch Güter wurden transportiert.

stello
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Re: Neues zur (Nicht-)Reaktivierung

Beitrag von stello » Dienstag 12. Juli 2016, 12:29

Hier wird mal wieder Stimmung gegen die Eifelquerbahn gemacht. Schade

Rolf
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Re: Neues zur (Nicht-)Reaktivierung

Beitrag von Rolf » Mittwoch 13. Juli 2016, 00:03

Klingt nach Beerdigung auf Raten. Echt schade. Aber die Kommunen haben ja kein Geld.

M&M
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Re: Neues zur (Nicht-)Reaktivierung

Beitrag von M&M » Mittwoch 13. Juli 2016, 20:35

Plein hat geschrieben:"Sie ist nur schwer darstellbar mit Blick auf eine negative Nutzen-Kosten-Untersuchung, auch wenn eine Taktung bis an den Rhein die Region stärken würde", sagt Landrat Thiel.
Mir ist nicht bekannt, dass seit der vollmundigen Ankündigung des Landrats, dass im ersten Schritt eine Reaktivierung des SPNV Ulmen - Kaisersesch verfolgt werden solle, hierzu eine Nutzen-Kosten-Untersuchung erstellt worden wäre. Wer soll diese denn in Auftrag gegeben und bezahlt haben? Üblicher Weise läuft dies über den potenziellen Besteller, den ZSPNV Rlp Nord, aber mir ist nicht bekannt, dass dort auch nur auf einer einzigen Sitzung diese Option besprochen oder gar beschlossen worden wäre. Auch ist ja nichts über konkrete Ergebnisse zu lesen (Investitionskosten, Betriebskosten, Fahrgastpotenziale, Nutzen-Kosten-Verhältnis usw.). Es klingt für mich sehr stark danach, als sei lediglich der "Vorschlag" beim Land vorgebracht und dann vom Land mit Verweis auf die bisherigen Untersuchungen erwartungsgemäß abgelehnt worden. Und für dieses "Engagement" zum Erhalt der Efq hat man offenbar etwa 12 Monate gebraucht.

Und darüber kann der Dauner Kreistag ja auch nicht so unglücklich sein, hat er doch schließlich 2012 gegen die Reaktivierung gestimmt und der Landrat, wie hier schon diskutiert, vorgeschlagen erst mal das zu reaktivieren, was überwiegend eben nicht in seinem Kreisgebiet liegt.

Wie laut war der Aufschrei, als der ZSPNV Rlp Nord die Reaktivierung des SPNV nach der aktuellsten Nutzen-Kosten-Analyse 2012 begraben wollte? Was ist daraus geworden? Es hat keine neue Nutzen-Kosten-Analyse gegeben. Alternative Betriebskonzepte wurden nicht geprüft. Und von SPNV redet nun offenbar keiner mehr ernsthaft.

Und was das Gutachten zu den Potenzialen des SPNV-Freizeitverkehrs angeht, ist mir leider der genaue Untersuchungsgegenstand nicht bekannt, aber ich würde darauf wetten, dass dieses
a) darauf basieren wird, dass der Abschnitt Pelm - Hohenfels mit einem in der Diskussion stehenden Investitionsbedarf von mindestens 6 Millionen EUR (Kyllbrücke Pelm) enthalten ist.
b) nicht darauf basieren wird, ob nicht hier vielleicht die kleine Lösung als erster Schritt denkbar wäre, dass zunächst bspw. einfach die Eifel-Pellenz-Bahn über die 2008 sanierte Strecke an Wochenenden bis Ulmen weiter fahren könnte. Nur mal so als Gedanke: Die Züge aus Andernach würden an Wochenenden nur noch im 2h-Takt ab Mayen Richtung Kaisersesch weiter fahren, aber dafür bis nach Ulmen. Und im Gegenzug würde zweistündlich ein Schienenbus die Urlauber der Vullkaneifel zur Fachwerkidylle Monreal bringen. Ohne zu behaupten, dass dies eine Traumlösung wäre: Werden solche Optionen in dem Gutachten geprüft? Nein, sicher nicht, oder?

Gruß M&M

Plein
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Re: Neues zur (Nicht-)Reaktivierung

Beitrag von Plein » Dienstag 18. Oktober 2016, 08:24

Hallo,

liegt das Gutachten endlich vor?

Gruß

M&M
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Re: Neues zur (Nicht-)Reaktivierung

Beitrag von M&M » Dienstag 18. Oktober 2016, 10:10

Hallo,

gern kann ich versuchen den Nebel etwas zu lichten, den viele Lokalpolitiker gern rund um die Efq aufziehen lassen, um nicht Farbe bekennen zu müssen.

a) Es gab und gibt keine neuen Nutzen-Kosten-Untersuchungen des ZSPNV Rlp Nord als zuständigen Aufgabenträger zur Eifelquerbahn. Weder für die Gesamtstrecke noch für die mal diskutierte Teilstrecke Ulmen - Kaisersesch.

b) Es gab oder gibt eine von den kommunalen Gebietskörperschaften beim ZSPNV Rlp Nord angeregte Untersuchung, wie sich eine Reaktivierung der Eifelquerbahn auf das ÖPNV-Konzept RLP Nord auswirken könnte, in der die Eifelquerbahn nämlich nicht mehr enthalten ist. Diese wurde vergeben. Ob die Ergebnisse schon vorliegen, ist mir nicht bekannt. Es ist aber keine Nutzen-Kosten-Untersuchung. Hier geht es aus meiner Sicht "nur" darum, dass die Efq überhaupt wieder in das ÖPNV-Konzept aufgenommen werden könnte, falls man sie irgendeines fernen Tages doch mal reaktivieren wollte...
Fakt ist, dass die Regiolinie 500 in bisheriger Form längerfristig ausgeschrieben und vergeben wurde.

c) Es wurde von den kommunalen Gebietskörperschaften meines Wissens ein touristisches Konzept in Auftrag gegeben, welches den touristischen Mehrwert eines möglichen touristischen Verkehrs aufzeigen soll. Auch dies ist aber keine Nutzen-Kosten-Untersuchung, sondern lediglich eine Voraussetzung in der Förderrichtlinie des Landes, FALLS man einen Antrag zur Reaktivierung für touristische Verkehre stellen wollte (Konjunktiv!).

Kurzum: Weil man nicht weiter kam, hat man entschieden zumindest dieses Konzept ja mal in Auftrag geben zu können, dessen Ergebnisse abzuwarten und dann mal weiter zu sehen.

Das ist alles.

Mir ist kein Signal aus irgendeiner Richtung bekannt, dass ernsthaft die kommunalen Gebietskörperschaften eine Reaktivierung für touristische Verkehre verfolgen wollen, weil sie nach eigenen Angaben den notwendigen Eigenanteil nicht aufbringen können oder wollen. Darüber hinaus gibt es aber ja auch noch weitere Voraussetzungen der Förderrichtlinie, die wahrscheinlich noch viel weniger zustimmungsfähig in den Gremien wären. Hierzu gehört bspw. die Streckenübernahme oder die längerfristige Bestandsgarantie. Und auch mit 15% von diskutierten 24 Millionen EUR scheint es nicht getan zu sein: Wer mehr über die ganze Thematik lesen will, findet hierzu viel im Internet im Zusammenhang der Brexbachtalbahn.

Mich würde nicht wundern, wenn man nach Vorlage des o. g. Konzepts entscheidet nun vielleicht mal ein Gutachten zur Möglichkeit des Streckenerwerbs in Auftrag zu geben... Oder welches nächste Gutachten würdet ihr vorschlagen?

Gruß M&M

Plein
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Re: Neues zur (Nicht-)Reaktivierung

Beitrag von Plein » Mittwoch 19. Oktober 2016, 08:31

Danke für die Info.

Wirklich Schade das Ganze, den zumindest das Konzept des Wochenendsverkehers und der ferien war klasse. Nach der Schließung war ein deutlicher Rückgang der Radfahrer zu vermerken. Er hat sich zwar etwas erholt, aber ist immer noch deutlich unter dem damaligen Nivau.

Gruß

Rolf
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Re: Neues zur (Nicht-)Reaktivierung

Beitrag von Rolf » Donnerstag 20. Oktober 2016, 07:35

Kein Wunder, dass der Maare-Mosel-Fahrradweg weniger genutzt wird. Ohne Anreise mit dem Zug ist es kompliziert geworden, da hin zu kommen. Wir sind früher oft mit der Bahn hingefahren, jetzt sind wir dort nur noch selten unterwegs.

Schade um die schönen Ausflugsverkehre. An eine Reaktivierung glaube ich auch nicht mehr. Leider sind die Kommunen in den letzten 12 Monaten zunehmend belastet worden und haben gar keinen finanziellen Spielraum mehr. Die geforderten 15 Prozent Beteiligung an einer Reaktivierung werden Sie wohl nicht aufbringen. Schade schade!

Plein
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Re: Neues zur (Nicht-)Reaktivierung

Beitrag von Plein » Mittwoch 15. Februar 2017, 10:29

Hallo zusammen

betrifft bedingt die Eifelquerbahn, aber spiegelt doch gut die Situation wieder.
Ich sehe leider in den nächsten Jahren keine Zukunft




Quelle Volksfreund: http://www.volksfreund.de/nachrichten/r ... 68,4595219#



Kein Kulturprogramm 2018 im Lokschuppen Gerolstein
(Gerolstein) Nächstes Jahr wird es kein Kulturprogramm mehr im Lokschuppen Gerolstein geben. Das weil er von der Stadt keine Unterstützung erhält und sie zudem eine Bahnbrücke abreißen lassen will.
12.02.2017
Mario Hübner
Bap, Klaus Lage, Brings, Bläck Fööss, Kasalla, Carolin Kebekus, Heinz Rudolf Kunze, vergangenen Jahren aufgetreten und haben Tausende Besucher mitten in die Eifel Sträter 700 Leute angelockt. Nach Gerolstein. In den Lokschuppen. Damit ist bald waren, stehen in diesem Jahr nur noch vier weitere auf dem Programm. „Im Mai kommt Kölsche Nacht mit Kasalla und Cat Ballou, und den Abschluss macht im November Jörg Petry, geschäftsführender Gesellschafter der gemeinnützigen Bahnbetriebswerk veranstaltet.
Ehrenamtlich, aus eigener Tasche – und ohne jegliche Unterstützung. Petry fragt: Kommunen ein Kulturprogramm, warum unterstützt Gerolstein nicht wenigstens ein Programm?“ Nach der Renovierung des historischen Lokschuppens 2010 waren dies Veranstaltungen im Jahr.
Grund für seine Entscheidung ist ein Streit mit der Stadt. „Wir haben mehrfach zusammengesesse
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Aus und vorbei: Dass Bands wie die Bläck Fööss im Lokschuppen spielen, ist bald Vergangenheit. TV-Foto/Archiv: Sarah Stieren Foto: Sarah
Stieren !
Kein Kulturprogramm 2018 im Lokschuppen Gerolstein - volksfr... http://www.volksfreund.de/nachrichten/r ... n/aktuell/...
1 von 3 15.02.17, 10:31
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erwarte. Aber Stadtbürgermeister Bongartz hat dafür weder Verständnis noch offenbar überhaupt einen Bezug Petry.
Vor allem aber ärgert er sich über den vom Landesbetrieb Mobilität für dieses Jahr angekündigten und ebenfalls befürworteten Abriss der Bahnbrücke an der Kreuzung nach Müllenborn.
Petry sagt: „Ich habe der Stadt unser Kulturkonzept vorgestellt, das drei Standbeine hat: Veranstaltungen im Lokschuppen,
Wiederaufbau des restlichen Lokschuppens samt Schaffung eines interaktiven Eisenbahnmuseums inklusive Modelleisenbahnausstellung sowie Tourismusfahrten auf der Strecke Gerolstein-Müllenborn.“ Derzeit werden die vor Jahren noch regelmäßig zwischen Kaisersesch und Gerolstein (Eifelquerbahn) verkehrt sind, nur dazu Kulturfreunde zwischen dem Bahnhof Gerolstein und dem Lokschuppen zu befördern – kostenlos. Und davon Gäste Gebrauch, da die Zufahrt zum Lokschuppen eng ist und nur begrenzt Parkplätze zur Verfügung stehen.
Wenn nun aber die Brücke auf der Westeifelbahnstrecke Gerolstein-Prüm an der Kreuzung nach Müllenborn abgerissen würden Fakten geschaffen. Und Petry ist nicht gewillt, diese hinzunehmen.
„Die können sich schon einmal auf einen langen Rechtsstreit gefasst machen und werden merken, dass sie einen haben. Man kann nicht einfach Infrastruktur von 1883 wegen einer temporären Laune infrage stellen“, sagt er „Wir sind nicht gegen die Entschärfung der Straßenkreuzung. Nur gegen den Brückenabriss.“
Den Kulturveranstaltungen trauert er zwar einerseits ein wenig nach, „da es mir immer viel Spaß gemacht hat“, sei er auch froh, künftig mehr Zeit zu haben. Schließlich habe er als Chef der Vulkan-Eifel-Bahn-Betriebsgesellschaft AKE-Eisenbahntouristik mit mehr als 30 Beschäftigten auch so noch genug zu tun. So soll noch dieses Jahr ein Verwaltungsgebäude auf dem Bahnareal zwischen Gerolstein und Pelm errichtet werden. Petry: „Wir warten nur Baugenehmigung.“
Stellungnahme der Stadt
Gerolsteins Stadtbürgermeister Friedhelm Bongartz (CDU) sagt zum Streit mit Petry: „Das Aus für die Kulturveranstaltungen bedauerlich. Wir kommen aber wegen der Frage der Eisenbahnbrücke nicht überein. Für mich hat jedoch das Anderen zu tun.“ Bongartz glaubt, dass auf der Bahnstrecke Gerolstein-Prüm so gut wie keiner mehr einen Zug und schätzt: „90 bis 95 Prozent der Bevölkerung wollen dort einen Radweg.“ Und der werde auch kommen: „Die entwidmet werden, eventuell aber erst 2024.“ An eine gütliche Einigung glaubt Bongartz nicht mehr.
Tourismus mit Schienenbussen
Die Bahnstrecke Gerolstein-Prüm (Westeifelbahn) gehört der Stadt Gerolstein und der VG Prüm. Sie haben sie Euro von der Bahn AG gekauft.Die Strecke ist zwar seit Jahren stillgelegt, aber nicht entwidmet. Die Rhein-Sieg-hat für sie vor Gericht eine Betriebsgenehmigung erstritten. Jörg Petry gehört der Interessengemeinschaft Westeifelbahn die RSE bei ihren Reaktivierungsbemühungen unterstützt.
Kein Kulturprogramm 2018 im Lokschuppen Gerolstein - volksfr... http://www.volksfreund.de/nachrichten/r ... n/aktuell/...
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Und er plant selbst, mit seiner Firma Vulkaneifelbahn auf der Strecke Gerolstein-Müllenborn mit seinen roten Tourismusfahrten anzubieten.
Er glaubt, dass Touristen das Angebot gut annehmen würden und meint: „Schienenbusse können nicht nur für Transfer zu den Events im Lokschuppen vorgehalten werden, es werden auch Einnahmen aus Fahrkartenverkäufen benötigt.
Hierzu ist die Westeifelbahn in Richtung Prüm die letzte Gelegenheit, da es in Sachen Reaktivierung der Eifelquerbahn Jahren nur Stillstand gibt. Wenn es dazu keine Chance mehr gibt, wird die Vulkan-Eifel-Bahn die Fahrzeuge an Standort verlegen müssen.“
Meinung
Verdammt schade!
Große Anerkennung! Was Jörg Petry mit seinem Team an Ehrenamtlern alles an Musik- und Kulturveranstaltungen letzten Jahren auf die Beine gestellt hat, ist beachtlich. Ohne seine Musikevents wären die Sprudelfestabende und nicht halb so gut besucht gewesen. Doch was er im und am Lokschuppen für Größen der Musik-, Comedy- präsentiert hat, hat das noch einmal getoppt. An die tollen Abende mit Bap, Brings, Klaus Lage, Guildo Horn sowie Co. werden sich Tausende immer noch gerne erinnern. Allesamt Konzerte und Kulturveranstaltungen, für die bis 200 Kilometer hätte fahren müssen.
Verdient hat Petry mit seiner gemeinnützigen GmbH dabei – nach eigenen Angaben – nichts. Unterstützung – Lokschuppensanierung – ebenfalls weitgehend Fehlanzeige.
Dass er 2018 mit Musik und Comedy Schluss machen will, ist ein schwerer Schlag für die Eifel, die damit kulturell Mittelmaß abrutscht. Dass der Bahnunternehmer Petry es tut, weil er sauer auf die Stadt wegen ihrer Verkehrspolitik Entwidmung der Westeifelbahnstrecke) ist, ist nur schwer nachvollziehbar. Die Entscheidung hinterlässt neben das Kultur-Aus einen faden Beigeschmack. Auf jeden Fall ist es verdammt schade! m.huebner@volksfreund.(http://m.huebner@volksfreund.de)
Kein Kulturprogramm 2018 im Lokschuppen Gerolstein - volksfr... http://www.volksfreund.de/nachrichten/r ... n/aktuell/...
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Re: Neues zur (Nicht-)Reaktivierung

Beitrag von Plein » Mittwoch 22. Februar 2017, 08:30

Hallo zusammen,

noch ein neuer Bericht im TV

Quelle: http://www.volksfreund.de/nachrichten/r ... 51,4600412

Weiter warten auf die Weichenstellung für die Eifelquerbahn
(Daun/Gerolstein/Ulmen) Nur auf dem Abstellgleis oder ist doch bald Endstation? Seit 2012 fahren auf Kaisersesch keine Züge mehr. Die Kommunen wollen die Strecke "durch Nutzung" erhalten, aber wie, ist 22.02.2017
Stephan Sartoris
Daun/Gerolstein/Ulmen Joachim Schwarzer lebt zwar im hessischen Oberursel, verfolgt Volksfreunds, auch weil er sich schon seit vielen Jahrzehnten mit der Eisenbahngeschichte Gerolstein befasst. Dazu gehört bekanntlich auch die Eifelquerbahn von Kaisersesch als vier Jahren keine Züge mehr fahren. Zehn Jahre lang waren Freizeitfahrten von Feiertagen und in den Schulferien angeboten worden.
Seit Dezember 2012 wird über die Zukunft der Strecke diskutiert, zunächst intensiv, vergangenen Jahr hatte die kommunale Arbeitsgemeinschaft (AG) "Reaktivierung Vulkaneifel sowie die Verbandsgemeinden Kaisersesch, Ulmen, Daun, Kelberg und gegeben. Ermittelt werden sollten eine Nachfrage- und eine Wirtschaftlichkeitsprognose der Strecke. Eine Reaktivierung der Strecke würde rund 24 Millionen Euro kosten, gut der maroden Brücke bei Pelm.

Die AG hatte zunächst eine Wiedereinfuhrung eines Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) in Etappen erwogen. bereits auf dem Teilstück von Andernach bis Kaisersesch.
Eine Erweiterung bis Ulmen wurde diskutiert, aber diese Option wurde vor allem aus bnanziellen Gesichtspunkten verfolgt. Deshalb kam wieder die - deutlich preiswertere - Variante, dass die Kommunen Freizeitverkehr in eigener wieder ins Spiel. Aber auch wenn das Gutachten vorliegt, sind noch keine Details bekannt gegeben worden. Eisenbahnfan
Schwarzer fragt deshalb: "Wie stehen uberhaupt die Chancen für eine touristische Nutzung der Nebenbahnen Prüm und in Richtung Mayen? Je länger man wartet, um so geringer werden die Chancen, weil sehr schnell die einem Radweg laut wird."
Der Sprecher der Kommunen ist der Landrat des Vulkaneifelkreises, Heinz-Peter Thiel. Er verweist darauf, dass Dezember eine sogenannte touristische Potentialanalyse im Rahmen der bisherigen Nutzungen für Freizeitverkehr Bahnfahrzeugen "zur Kenntnis genommen" habe. Eine solche Analyse sei formelle Voraussetzung (auch) fur der Förderrichtlinie des Landes für eine Wiedereinführung des Freizeitverkehrs.
Die AG habe sich vertagt und bewerte nun "Potentiale und Risiken", insbesondere der technisch-organisatorischen Rahmenbedingungen zur - technisch möglichen - Reaktivierung der derzeit ungenutzten Bahnstrecke. Die soll Arbeitsgemeinschaft "durch Nutzung" erhalten bleiben. Das Ergebnis der Beratung solle mit einem Entscheidungsvorschlag
demnächst den kommunalen Gremien vorlegt werden.
Kommentar
Meinung
Keine Aufgabe fur die Kommunen
Es ist doch recht spärlich, was derzeit von der kommunalen Arbeitsgemeinschaft (AG) "Reaktivierung Eifelquerbahn" ist, wie es mit der Strecke weitergehen könnte. Verwundern kann es allerdings nicht, dass sich die Kommunen sie wollen auf keinen Fall irgendwelche Hoffnungen machen, die nicht zu erfüllen sind. Denn sie wissen nur zu auf der ausschließlich Freizeitfahrten angeboten werden, kann nicht kostendeckend unterhalten werden. Hätte Gutachten etwas anderes gestanden, wäre die AG damit sicher nur zu gern an die Öffentlichkeit gegangen. Es nicht Aufgabe von Kreisen und Verbandsgemeinden, Bahnunternehmer zu werden. Aber ernsthafte private Interessenten in Sicht. Entsprechend düster sieht es für die Zukunft der Eifelquerbahn aus, was die Wiedereinführung der Freizeitfahrten Für den Tourismus sicher bedauerlich, aber aus wirtschaftlichen Erwägungen ist der Verzicht alternativlos.
s.sartoris@volksfreund.de (mailto:s.sartoris@volksfreund.de)
Weiter warten auf die Weichenstellung für die Eifelquerbahn - vol... http://www.volksfreund.de/nachrichten/r ... ell/Heute-...
2 von 3 22.02.17, 08:34
DIE GESCHICHTE DER EIFELQUERBAHN
Extra
Die Geschichte der Eifelquerbahn beginnt am 1. April 1878 mit der Eröffnung des Teilstückes von Andernach der Abschnitt nach Mayen folgte 1880. 15 Jahre dauerte der Ausbau der Strecke bis Gerolstein, der 1895 eröffnet 1960er Jahre tauchten erste Pläne zur Stilllegung der Strecke auf, die in Etappen vorgenommen wurde. Am 11. der letzte Zug von Mayen nach Gerolstein. Von 2001 bis 2012 bot die Vulkan-Eifel-Bahn Betriebsgesellschaft Gerolstein-Kaisersesch von Mai bis Oktober Freizeitfahrten an. Aber auch Güter wurden transportiert.
INFORMATION üBER DIE ENTWICKLUNG
Extra
Vor Kurzem hat sich die AG in Kaisersesch (Kreis Cochem-Zell) über die zukünftige technische Entwicklung im
Schienenpersonenregionalverkehr informiert. Alexander Bracht von der Innovations- und Nachhaltigkeitsprojekte Agentur GmbH stellte die Technik und vorgesehene Schienenprojekte mit Brennstoffzellenbetrieb im Rhein-Main-Thomas Geyer, Geschäftsführer Zweckverband SPNV Rheinland-Pfalz Nord, Koblenz, verwies auf weitere Möglichkeiten Antriebssysteme, wodurch der noch weit verbreitete Einsatz des Dieselantriebs durch strombasierte Energiebereitstellung
zukünftig ersetzt werden könnte.
Weiter warten auf die Weichenstellung für die Eifelquerbahn - vol... http://www.volksfreund.de/nachrichten/r ... ell/Heute-...
3 von 3 22.02.17, 08:34

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Re: Neues zur (Nicht-)Reaktivierung

Beitrag von Plein » Montag 29. Mai 2017, 11:14

Hallo zusammen

leider nichts Neues, eher das Ende. Aus dem TV

Quelle: http://www.volksfreund.de/nachrichten/r ... 51,4649693

Wie realistisch ist es, dass auf der Eifelquerbahn noch einmal regelmäßig Züge fahren werden? Nicht sehr, glaubt etwa der Stadtrat von Ulmen. Eine Gruppe will jetzt Verkehrsminister Volker Wissing von ihrem Vorhaben überzeugen.

Aus der Erinnerung verschwindet sie immer mehr, die Zeit, als die historischen Schienenbusse und Dampfloks Gäste und Einheimische auf dem Eifelquerbahn-Teilstück zwischen Gerolstein und Kaisersesch (Kreis Cochem-Zell) beförderten. Denn das ist mittlerweile mehr als vier Jahre her. Bis Ende 2012 waren Freizeitfahrten von Frühjahr bis Herbst an Wochenenden, Feiertagen und in den Schulferien angeboten worden. Hinter den Kulissen werden nach wie vor Optionen erwogen, ob und wie eine Reaktivierung möglich sein könnte.
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Aber dass sie tatsächlich noch Realität wird, daran glaubt beispielsweise der Rat der Stadt Ulmen nicht mehr. Und weil der Erfolg der Bemühungen um die Reaktivierung der Eifelquerbahn wenig wahrscheinlich ist, denkt der Stadtrat nun über Alternativen nach.
Bekannt ist: Die Bahnstrecke zwischen Kaisersesch und Gerolstein müsste für etwa 40 Millionen Euro saniert werden, sollte in Zukunft dort auch der Personenverkehr rollen. 24 Millionen wären für die touristische Reaktivierung fällig. Dass solche Summen aufgebracht werden, halten die Ulmener für unrealistisch. Deshalb hat man nun Alternativen zur Nutzung der Bahnstrecke aufgezeigt.

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Ein Radweg zwischen Ulmen und Daun oder sogar zwischen Kaisersesch und Daun wäre für die Mitglieder des Stadtrats eine Option. Für Werner Klöckner, Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Daun, ist zudem eine Draisinenstrecke vorstellbar.

Mehr Klarheit soll ein Treffen mit dem rheinland-pfälzischen Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) bringen. Dieses wird nach Mitteilung von Heinz-Peter Thiel, Landrat des Vulkaeifelkreises und Sprecher der kommunalen Arbeitsgemeinschaft (AG) "Reaktivierung Eifelquerbahn derzeit vorbereitet.

Aber ob der Minister eine mögliche Reaktivierung unterstützen würde? In Ulmen schwindet die Hoffnung. Angesichts der Millioneninvestitionen, zu denen auch die Kommunen einen Teil beitragen müssten, werde es in den zuständigen Gremien in den Kreisen Vulkaneifel und Cochem-Zell keine Mehrheiten für die Reaktivierung geben, glaubt Alfred Steimers, der Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Ulmen. Im dortigen Stadtrat ist auch darüber diskutiert worden: ein Radweg bis Ulmen und auch die Reaktivierung der Bahnstrecke zwischen Ulmen und Kaisersesch. Dieser Abschnitt ist vor einigen Jahren auf Vordermann gebracht worden.

Letztlich waren sich die Ratsmitglieder einig, dass man sich auf einen Fehlschlag in Sachen Reaktivierung vorbereiten müsse. Denn diese könnten sich die Kommunen keinesfalls leisten - die zwei Landkreise und fünf Verbandsgemeinden müssten 3,675 Millionen Euro aufbringen und laufende Kosten tragen. Zudem würde der touristische Nutzen der Eifelquerbahn für Ulmen nur etwa 100 000 Euro pro Jahr betragen. "Was den kommunalen Anteil bei einer etwaigen Reaktivierung betrifft - auch für eine (zunächst) nur touristischen Nutzung - sehe ich bislang die Schwierigkeit, dass wohl den beiden Landkreisen kommunalaufsichtlich eine Beteiligung nicht in Aussicht gestellt ist", erklärt Bürgermeister Klöckner. Im VG-Rat sei über das Thema noch nicht diskutiert worden, "weil noch zu viele Unklarheiten bestehen."
Extra: DIE GESCHICHTE DER EIFELQUERBAHN

Die Geschichte der Eifelquerbahn beginnt am 1. April 1878 mit der Eröffnung des Teilstückes von Andernach nach Niedermendig. Der Abschnitt nach Mayen folgte 1880. 15 Jahre dauerte der Ausbau der Strecke bis Gerolstein. Ende der 1960er Jahre tauchten erste Pläne zur Stilllegung der Strecke auf, die in Etappen vorgenommen wurde. Am 11. Januar 1991 fuhr der letzte Zug von Mayen nach Gerolstein. Von 2001 bis 2012 bot die Vulkan-Eifel-Bahn Betriebsgesellschaft auf dem Abschnitt Gerolstein-Kaisersesch Freizeitfahrten an.

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Re: Neues zur (Nicht-)Reaktivierung

Beitrag von Plein » Dienstag 10. Oktober 2017, 09:12

Hallo zusammen,

wieder ein Bericht vom TV.

http://www.volksfreund.de/nachrichten/r ... 68,4717730


Zu teuer: Endstation für die Freizeitfahrten mit der Eifelquerbahn

Zehn Jahre lang gehörten sie zum touristischen Angebot der Eifel: Schienenbusse und Dampfloks, mit denen Gäste auf dem Eifelquerbahn-Teilstück zwischen Gerolstein und Kaisersesch (Kreis Cochem-Zell) befördert wurden. Von Frühjahr bis Herbst an Wochenenden, Feiertagen und in den Schulferien waren sie unterwegs - bis Ende 2012.
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Die Frage, die seitdem diskutiert wird: Einführung eines regulären Schienennahverkehrs (SPNV) oder Wiederbelebung der Freizeitfahrten? Die kommunale Arbeitsgemeinschaft (AG) "Reaktivierung Eifelquerbahn", der die Kreise Vulkaneifel und Cochem-Zell sowie die Verbandsgemeinden Kaisersesch, Ulmen, Daun, Kelberg und Gerolstein angehören, hat nun die Möglichkeiten und Strategien zur Zukunft der Strecke in einer Resolution zusammengefasst.

Darin heißt es, dass wenn etwa 100 Millionen Euro in die Schienenerschließung des Flugplatzes Hahn durch die Reaktivierung der Hunsrück-Bahn fließen würden, müsse auch den Menschen in der Eifel Mobilität durch die Reaktivierung der Eifelquerbahn ermöglicht werden. "Demzufolge darf die noch vorhandene Schieneninfrastruktur der Eifelquerbahn keinesfalls dem Verfall überlassen werden. Der Großraum Eifel darf nicht in weiten Teilen vom Schienenverkehr ,abgehängt’ bleiben."

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Bekannt ist: Die Bahnstrecke zwischen Kaisersesch und Gerolstein müsste für etwa 40 Millionen Euro saniert werden, sollte in Zukunft dort auch der Personenverkehr rollen. 24 Millionen wären für die touristische Reaktivierung fällig. Die Einschätzung der Landräte und VG-Bürgermeister dazu: "Es ist kommunalpolitisch nicht zu verantworten, dass eine derartig hohe Summe Steuergeld, davon rund 3,6 Millionen Euro aus kommunaler Kasse, in die Schieneninfrastruktur investiert werden soll. Sind doch die Kosten für eine Gesamtreaktivierung für den fahrplanmäßigen SPNV mit rund 40 Millionen Euro vergleichsweise günstig. Vor dem Hintergrund, dass nach den aus den Gutachten gewonnenen Erkenntnissen eine rein touristische Nutzung nicht in einem angemessenen Kosten-Nutzen-Verhältnis steht, halten wir eine Aktivierung nur für touristische Zwecke für nicht vertretbar."

Das Land - verantwortlich für den SPNV - solle nun die Anbindung an Oberzentren und Fernlinien entlang des Rheins - auch auf der Schiene - ermöglichen.
Deshalb fordert die AG die zur Umsetzung des Beschlusses der Verbandsversammlung des SPNV-Zweckverbands Rheinland-Pfalz Nord von 2012: die Reaktivierung der Eifelquerbahn als Bahnlinie im Rheinland-Pfalz-Takt. Das könne in drei Phasen passieren.

Erste Stufe: Reaktivierung des Teilstücks Kaisersesch - Ulmen. Der Instandsetzungsaufwand sei aufgrund der Streckenlänge (15 Kilometer) überschaubar. Zudem seien von 2007 bis 2009 bereits rund drei Millionen Euro investiert worden.

Zweite Stufe: Abschnitt Ulmen - Daun. Die Bahn sollte im Herzen des Naturpark- und Unesco-Global Geopark Vulkaneifel und dem Gesundland Vulkaneifel für Einheimische und Gäste zur Verfügung stehen.

Dritte Stufe: Abschnitt Daun - Gerolstein. Der Ausbau bis nach Gerolstein sei kosten- und zeitaufwändig, da die Eisenbahnbrücke über die Kyll bei Pelm für einen funktionierenden Schienenverkehr erneuert werden müsse. Jedoch bietet eine Anbindung der westlichen Eifel mit der Eifelstrecke (Trier-Köln) an die Rheinschiene viel Fahrgastpotential.
Kommentar
Meinung
Klare Worte - endlich

Klare Worte hat die kommunale Arbeitsgemeinschaft nun gefunden, wie es mit der Strecke weitergehen könnte - endlich. Denn die teilweise immer noch gehegten Hoffnungen, Ferkeltaxi und Dampflok würden wie einst wieder fahren, waren angesichts der schon lange bekannten Rahmenbedingungen unrealistisch. Denn jeder weiß: Kosten und Nutzen einer Strecke, auf der ausschließ-lich Freizeitfahrten angeboten werden, stehen in keinem vernünftigen Verhältnis. Kreise und Verbandsgemeinden haben andere Aufgaben, als Bahnunternehmer zu werden. Für den Tourismus vielleicht bedauerlich, aber aus wirtschaftlichen Erwägungen nur konsequent. Und regulärer Schienennahverkehr? Vor fast jedem Haus steht mindestens ein Auto, Busse fahren oft genug fast leer durch die Gegend. Und nun noch für viel Geld den Zugverkehr wiederbeleben? Nein danke. s.sartoris@volksfreund.de

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Holger Lersch
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Re: Neues zur (Nicht-)Reaktivierung

Beitrag von Holger Lersch » Samstag 14. Oktober 2017, 00:11

Vor fast jedem Haus steht mindestens ein Auto, Busse fahren oft genug fast leer durch die Gegend. Und nun noch für viel Geld den Zugverkehr wiederbeleben? Nein danke.
Ist ein wenig kurzsichtig - es sei denn, das mit den Stromautos nimmt mal langsam Formen an - dass wir nicht mehr unendlich als Individualisten mit Oel herumfahren werden koennen, ist glaube ich jedem klar. Zumindest nicht zu dem Preis wie wir ihn heute kennen.

Und wenn der Individualverkehr per Auto fuer die Masse zu teuer wird, braucht es Alternativen. Der Bus vielleicht fuer die Flaeche - aber intelligent vernetzt mit der Bahn, um in die Staedte/Kleinstaedte zu kommen.
Pendleralltag im New Yorker Norden und Kölner Südwesten: http://www.fahrbier.de/


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