Wochenrückblick: Von der Wurm über die Ahr zum Drachenfels

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locotracteur
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Wochenrückblick: Von der Wurm über die Ahr zum Drachenfels

Beitrag von locotracteur » Montag 9. Mai 2016, 20:23

Hallo zusammen,

in der ersten Maiwoche gab es ein reichliches Fotoangebot:

Im Bahnhof Herzogenrath an der Strecke zwischen Aachen und Mönchengladbach wird seit Monaten die Oberleitung zwischen den restlichen Gleisen der DB und den auf die EVS übergangenen Bereiche getrennt. Dies geschieht unter ständiger Streckensperrung tagsüber in der Woche und komplett an Wochenenden. Hiervon betroffen sind neben den Euregiobahnen RB 18 und 20 vor Allem der überregionale Verkehr mit RE4 und RB33. Die Fahrgäste werden mit Busersatzverkehr verwöhnt...Der Umbau geschieht mit einem Dutzend Monteuren unter Zuhilfenahme von 2 Zweiwegebaggern, einem R-Wagen mit Hubbühne und einem 2-Wege-Oberleitungsmontage-LKW. So zieht sich die Baustelle eben über Monate.....Nebenher: Durch Setzen von mehr Masten unter Verzicht auf die Quertragwerke ist das Fotofgafieren nicht einfacher geworden, gewohnte Perspektiven sind "versemmelt".

Am 1. Mai erwischte der Kontrollbesuch das Montageteam an der Ausfahrt Richtung Aachen:

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In der Entfernung waren Aktivitäten auf der freien Strecke zu sehen. Und richtig, den Überbleibseln der Maubacher Brücke ging es an den Kragen. Tolle Koordinationsleistung, dass es deswegen nicht noch eine zusätzliche Sperrung gab. Von dort ging der Blick im Flimmern der Hitze zurück zur Oberleitungsbaustelle:

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Am 2. Mai führte mich der Weg ebenfalls am Bahnhof vorbei. Ich hatte leider nicht die große Fotoausstattung dabei. Die Class 66 PB 18 der Rurtalbahn hatte einen Gaskesselwagenzug aus den Niederlanden über Heerlen nach Herzogenrath überführt. Railpool 185 636 übernahm den Zug zur Weiterbeförderung Richtung Mönchengladbach:

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Am 4. Mai wurde in Herzogenrath an anderer Stelle gebuddelt. Interessanter war die Begegnung der SBB-Cargo 421 397, die mit hoher Geschwindigkeit Anlauf für die Rampe nach Kohlscheid nahm:

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Da ich am 6. Mai einen Brückentag hatte, wurde die Zeit für einen Ausflug mit dem Enkel genutzt. An diesem Tag mochte er bei einem kurzen Stop in Brohl weder die Bahn noch sich selber. So gab es nur eine kurze Unterhaltung mit dem seit Jahren bekannten freundlichen Zugbegleiter. Während dessen verzogen sich D1 und D2 unbemerkt zum Übergabebahnhof, um nach kurzem Verschieben der Containerwaggons wieder nach oben zu fahren. Bei dieser Gelegenheit entstand der direkte Größenvergleich mit dem vorbeifahrenden 460 516:

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Das eigentliche Ziel war der Drachenfels. In Königswinter nutzte ich die Entscheidungsphase, ob der Nachwuchsknösel seine Medizin gegen Ohrenschmerzen einnimmt oder nicht, den irgendwie zum Ort passenden Schrankenposten und ES 64U2-037 aufzunehmen:

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Die Entscheidung fiel gegen die Medizin, mit jedem Höhenmeter in der Zahnradbahn hob sich die Laune des Knösels ebenfalls für den Rest des Tages. Auf dem Fußweg nach unten konnte ich einige Impressionen der Bahn einfangen:

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Gelegentlich konnte man mit dem Tele einige Eindrücke des Bahnhofs Königswinter einfangen. U.A. gab es einen Nahgüterzug mit einer 294 und Stadtbahn sowie Güterzüge am Rheinufer:

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Am Nachmittag trat man mit der Autofähre langsam den Heimweg über das Ahrtal an. Da auch hier das ESWT demnächst mit seinen Glasfasern den Himmel verdunkeln wird, war zumindest ein Fotohalt in Dernau möglich. Der Dernau-Pendel stand bereits im Bahnhof. Zuerst gesellte sich ein Zug aus Ahrbrück dazu:

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Kurze Zeit später kam der Gegenzug:

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Endlich setzte sich der Dernau-Pendel auch mit Ziel Remagen in Bewegung:

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Es freut den Opa natürlich sehr, dass der Eisenbahner-Nachwuchs auf dem Bahnhof (wie immer) keine Langeweile hatte. Zudem hat er hier die ersten Flügelsignale seines Lebens gesehen, die er sonst nur von seiner Playmobilbahn kennt...Den langen Heimweg verbrachte der junge Herr unter den Eindrücken des Tages spätestens nach dem Essen in Blankenheim friedlich schlafend in seinem Kindersitz....

Aus der Tagespresse war zu erfahren, dass an der Strecke zwischen Heerlen und Kerkrade bei unseren Nachbarn in Zuidlimburg beim Hp Eygelshoven eine neue Brücke gebaut wurde, um den Weiterbau des Buitenrings, einer Schnellstraße, zu ermöglichen. Obwohl vor der Haustür, war mir das verborgen geblieben. Die Brücke wurde vor Ort gebaut und in der Zeit von Donnerstag bis Sonntag eingebaut. Der Zugverkehr sollte planmäßig wieder am Montag laufen. Man staune: Nur 4 Tage Sperrung für ein solches Unterfangen für eine lokale Stichstrecke, siehe oben...

Am Sonntag hatte ich Gelegenheit, die Baustelle zu besuchen. Auf dem Bahnübergang stand bei meiner Ankunft ein Tieflader mit einem Gleisstopfer im fließenden Verkehr. Dieser bugsierte sich im 90°Winkel zu den Gleisen. Der Gleisstopfer fuhr 4 Stempel aus, hob sich selber hoch, so dass der Tieflader wegfahren konnte. Wieder auf dem Boden der Tatsachen wurde er über einen Mittelstempel kurz angehoben und ins Gleis gedreht. Für das ganze Mannöver war der BÜ ganze 10 min gesperrt. Während dessen transportierte ein Zweigebagger Arbeitsgerät zur Brücke. Es gab viele Beobachter, die aus nächster Nähe dem Geschehen beiwohnen konnten. Es herrschte ruhige Professionalität:

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Während sich der Gleisstopfer vorbereitete, herschte an der Brücke selber emsiges Treiben, um das Verlegen der Gleise vorzubereiten:

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Man hatte sogar Besucherparkplätze eingerichtet und eine Tribüne für Zuschauer errichtet. Auch für das leibliche Wohl war gesorgt:

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Auf dem Rückweg nach Hause fuhr ich in Herzogenrath an der ewigen Oberleitungsbaustelle vorbei, neidvoll darüber sinnend, wie lange dies in den Niederlanden schon fertig gewesen wäre.....


Franz-Josef

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bluesbrother
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Re: Wochenrückblick: Von der Wurm über die Ahr zum Drachenfels

Beitrag von bluesbrother » Montag 9. Mai 2016, 23:43

Mal wieder wunderbar. Da hätte ich als Enkel sicher auch meinen Spaß gehabt und die Ohrenschmerzen wären schnell vergessen gewesen. Die Kesselwagenzüge von Geleen-Lutterade sind zu meinen Dispozeiten bei der Betriebszentrale immer regelmäßig Dienstags und Donnerstags gefahren. Das Ziel muss irgendwo bei Oberhausen gewesen sein. Auch die Gas-Kesselwagen, die damals (80er, vielleicht auch noch Anfang 90er) noch recht regelmäßig in Mechernich und Blankenheim (Wald) zugestellt wurden, kamen von Geleen. Damals allerdings im Einzelwagenverkehr über Venlo-Gremberg-Euskirchen.
Gruß aus der Nordeifel!

reinout
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Re: Wochenrückblick: Von der Wurm über die Ahr zum Drachenfels

Beitrag von reinout » Dienstag 10. Mai 2016, 18:55

Schöne Beitrag!

So eine Tribune beim Baustelle habe ich auch nicht eher gesehen, auch nicht in Holland :)

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