Mit dem historischen Talbot-Triebwagen rund um Düren

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locotracteur
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Mit dem historischen Talbot-Triebwagen rund um Düren

Beitrag von locotracteur » Sonntag 31. Mai 2015, 14:13

Halo zusammen,

zum 30. Mai hatte die DGEG zur Rundfahrt mit dem historischen Talbot-Triebwagen ex JKB rund um Düren eingeladen. Da konnte man einfach nicht nein sagen….

Auf dem Weg vom Parkplatz zum Bahnhof sprang mir 644 016 ins Auge, den ich wenige Tage zuvor in Stolberg bei der Rückfahrt von Talbot (danke für die Info, Rolf) gesehen hatte:

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Aus technischen Gründen erfolgte die Bereitstellung des Triebwagens und die Abfahrt deutlich verzögert, was in der Folge einiges an Improvisationsvermögen erforderte, sich in den Fahrplan der Rurtalbahn einzufügen.

Nachdem der planmäßige Triebwagen nach Linnich Gleis 23 verlassen hatte, wurde unser Tw bereitgestellt:

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Auf dem Weg nach Jülich war die erste Fahrtunterbrechung in Krauthausen fällig, um den Planzug nach Düren zu kreuzen. Übrigens, hier wir wie in Untermaubach links gekreuzt:

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In Jülich wurde das Anschlussgleis des Bundeswehr –Instandsetzungswerkes bis zum Tor befahren. Instandsetzung hat hier eine lange Tradition, verbirgt sich doch in den alten Hallen das ehemalige AW Jülich, wo unter Anderen auch die Baureihe 66 repariert wurde:

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Die Zeit reichte nicht, noch den Personenbahnhof anzufahren. Auf dem Weg zurück fiel noch die Bundeswehr-Lok im Vorbeifahren ins Bild:

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Nächstes Ziel war die Awanst Forschungszentrum, früher Kernforschungsanlage Jülich. Hier versucht man zur Zeit mit großem Aufwand, sich der atomaren wie teilweise unrühmlichen Vergangenheit zu entledigen.
Es ging hier wieder bis zum Zaun, wobei sich bei der Rückfahrt ein nettes Motiv in grün mit dem Talbot ergab. Zwischenzeitlich fuhr der Planzug nach Düren vorbei:

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Wieder auf der Strecke, wurden wir in Krauthausen wieder auf die Seite genommen, um dem Güterzug mit Kohle für die Zuckerfabrik in Jülich Platz zu machen. Man beachte, ein Güterzug am Samstag! (Danke dem Kollegen, der eine lange Minute in gebückter Haltung abgetaucht war, um dieses Foto aus dem Fenster zu ermöglichen) Krauthausen wurde übrigens erst nach der Privatisierung mit einem Ausweichgleis versehen:

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Der nächste Halt in Huchem-Stammeln brachte eine Kreuzung mit dem nächsten Planzug nach Jülich:

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Zurück in Düren, gab es eine kurze Pause, Gelegenheit, den Triebwagen ohne Personen zu fotografieren. Nebenher stand noch die Betriebsreserve dort herum, während V155 ? einige Güterwagen zum Weitertransport nach Stolberg bereit stellte. Der bedrohlich aussehende Himmel hatte übrigens ein Einsehen und hielt den ganzen Tag die eingelagerten Wassermassen weitestgehend zurück:

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Ab Düren fuhr man ins nahe gelegene Distelrath, Werkstätte für die Schienenfahrzeuge der Rurtalbahn und Busdepot der DKB:

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Der weitere Weg sollte uns auf der Euskirchener Strecke nach Zülpich Bahnhof unter Bereisung der Gleisanschlüsse führen. Vor Zülpich wurde der Anschluss einer ehemaligen Fabrik, auf deren Gelände sich heute ein riesiges Autolager befindet, befahren:

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Während wir uns mit einem weiteren Fotostop an einem Feldwegübergang vergnügten, rollte draußen auf der Strecke der Bördeexpress aus Düren vorbei. Richtig, der rote Triebwagen verfolgte uns den ganzen Tag:

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Wegen der weit fortgeschrittenen Zeit wurde kurzfristig auf eine Weiterfahrt zum Bahnhof Zülpich verzichtet und die Rückfahrt nach Düren sofort angetreten. Kurz vor Düren liegt dieser bemitleidenswerte Zeitgenosse wie ein Marienkäfer auf dem Rücken:

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Zurück in Düren stand noch die Befahrung der Strecke nach Heimbach an. Hier verließ ich den Zug, um als Autoverfolger einige Streckenaufnahmen zu machen. Nebenher ergab sich hieraus auch eine Zeitersparnis für den Heimweg.

Im wahrsten Sinn des Wortes durfte unser Sonderzug hinter dem planmäßigen Zug nach Heimbach ausfahren.

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Der Fahrplan sah eine Kreuzung der Planzüge in Untermaubach vor, was bedeutete, dass der Talbot entweder in Kreuzau oder Lendersdorf auf den Gegenzug warten musste. Zusätzlich kamen noch ca 10 min Wartezeit, bis der vorausfahrende Zug den Block bis Lendersdorf wieder frei gemacht hatte.

Also Zeit genug, nach Untermaubach vorzufahren:

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Da der Talbot in Nideggen wieder für lange Zeit auf die Seite musste, hatte ich genügend Zeit, mich in Blens zu etablieren:

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Das Ziel dieser Aktion war jedoch der Nachschuss mit dem einmaligen Hintergrund, wobei der ständige Wechsel zwischen Regen und Sonne zum richtigen Zeitpunkt stattfand:

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Da in Heimbach die Rückfahrt des nächsten Planzuges abgewartet werden sollte, war genug Zeit, dort hin zu fahren und einige Fotos zu machen:

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Eine längere Unterhaltung mit den Eisenbahnern führte zu einer verspäteten Abfahrt meinerseits und zu einem gleichzeitigen Eintreffen mit dem Planzug in Blens. Nix RS1 vor Felsenhintergrund, aber der Himmel stand eh kurz vor dem Weinen:

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Hinter Blens Richtung Abenden ist die Strecke recht gut von der Seite einsehbar, wo ich bei miserablen Lichtverhältnissen die letzten Fotos der Sonderfahrt machte, um danach den Heimweg anzutreten:

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Einige kritische Worte kann ich mir zum Schluss nicht verkneifen, wobei ich mich bis einem gewissen Punkt ausdrücklich mit einbeziehe:

Der Eisenbahnfreund ist eigentlich kein Rudeltier, wenn man die Viehwagentür beim Fotohalt öffnet, neigt er zum Ausschwärmen. Ich unterstelle den Meisten, in der Situation für sich eine subjektiv richtige Gefährdungsanalyse erstellen zu können. Wie sonst hätten wir die Jahrzehnte am Bahndamm überlebt?
Wir übersehen leider gelegentlich ohne bösen Willen, dass die Zeiten der guten alten Bundesbahn, bei der oft ein Auge zugedrückt wurde, lange vorbei sind und die Eisenbahner, bei denen wir zu Gast sind, einen beengten Handlungsspielraum haben und für uns verantwortlich sind. Damit sind sie diejenigen, die uns den Bewegungsraum vorgeben und gelegentlich eingreifen.
So wurde auch gestern mit freundlichen Worten in das Geschehen eingegriffen. Leider sahen sich dann Einzelpersonen aufgefordert, den Anweisungen der Bahner nicht Folge zu leisten und eine aggressive wie dümmliche Diskussion zu beginnen. Dies ist total fehl am Platze und sorgt mit dafür, uns mit Sprayern und Vandalen auf eine Stufe zu stellen!

In diesem Sinne möchte ich mich ausdrücklich bei den Eisenbahnern der Rurtalbahn für den schönen und abwechslungsreichen Tag, die Erfüllung unserer Fotowünsche sowie für die aufgebrachte Geduld bedanken!

Franz-Josef

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bluesbrother
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Re: Mit dem historischen Talbot-Triebwagen rund um Düren

Beitrag von bluesbrother » Sonntag 31. Mai 2015, 20:02

Danke für den schönen Bericht.
Gruß aus der Nordeifel!

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Zavelberg
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Re: Mit dem historischen Talbot-Triebwagen rund um Düren

Beitrag von Zavelberg » Sonntag 31. Mai 2015, 21:41

Hei,

schöner Bericht, klasse Bilder, auch dem Schlusswort ist nix hinzuzufügen!

Gruß aus der Voreifel

Ralf

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Heiner Schwarz
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Re: Mit dem historischen Talbot-Triebwagen rund um Düren

Beitrag von Heiner Schwarz » Montag 1. Juni 2015, 18:25

Schöne Bilder, schöne Tour!

Ich war auch mit mit am rum am überlegen, ob ich denn sollte ...
Ich hät' mir ne' Pause beim Strepp am See gewünscht, dann wär ich wohl mitgekommen.
Aber so war das allesamt für den Jung im gesetzten Alter ein wenig zu dicht ...

Sind die Habbi????-Wagen in Düren die Wagen aus dem Zellstoffverkehr zum Kanzan?

Fragt
freundlich grüßend

U.D.
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Re: Mit dem historischen Talbot-Triebwagen rund um Düren

Beitrag von U.D. » Montag 1. Juni 2015, 19:12

Perfekte Fotos und super Kommentar am Schluss.

Uwe

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