Eifelstrecke vor 100 Jahren - Militär verweigert ....

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Heiner Schwarz
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Eifelstrecke vor 100 Jahren - Militär verweigert ....

Beitrag von Heiner Schwarz » Samstag 1. Januar 2011, 18:26

Elektrifizierung.

Werte Freunde des geflügelten Rades,

willkommen in 2011 und dafür alles Gute !!!

Dieses Jahr gibt es zwei Jubiläen -

erstens 175 Jahre "Güter auf die Bahn". Hierzu können wir bei wikipedia finden:

Am 11. Juli 1836 schrieb Christian Lederer Eisenbahngeschichte. Das erste Eisenbahnfrachtgut Deutschland wurde vom legendären Adler der Bayerischen Ludwigsbahn, in Form von zwei Fässchen Lederer Bier, zu einem Preis von je sechs Kreuzern, von Nürnberg nach Fürth transportiert. Nach heutigen Maßstäben war das eine gelungene „Promotion Tour“, sowohl für Lederer, als auch für die Bahn.

und zweitens eben jene preußischen Militärs, die - es soll wohl 1911 gewesen sein - der ebenfalls preußischen Staatsbahn die Elektrifizierung der Bahnstrecke Euskirchen - Trier verweigerten.
Auf dieser wollte die KPEV die Eignung der neuen Technik auf einer Gebirgsstrecke erproben.

Nun, im neuen Nachrichtenblatt schreibt Christoph Groneck einen Diskussionsbeitrag zum Thema "Elektrifizierung jetzt", so dass sich die Nachrichtenblattbezieher schon an dieses Thema annähern können.

Ich möchte die Diskussion eröffnen, ob wir uns diesem Thema in welcher Form auch immer hier im Forum annehmen sollten und ob wir, in welcher Zusammensetzung auch immer, für den Draht in der Eifel eintreten sollten???

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Prellbock
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Re: Eifelstrecke vor 100 Jahren - Militär verweigert ....

Beitrag von Prellbock » Samstag 1. Januar 2011, 18:59

Hallo,

ein Mythos der ersten Adler-Fahrt ist eben, dass 2 Fässer Bier befördert wurden, was auch auf vielen Darstellungen so zu sehen ist.

Hier ein Artikel dazu:

http://www.sonntagsblatt-bayern.de/news ... _31_01.htm

Zur Elektrifizierung der Eifelbahn verkneife ich mir ein Kommentar.

Alles Gute im Neuen Jahr wünscht Euch

MERCATOR
Herzliche Grüße,

Prellbock

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Addiii
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Re: Eifelstrecke vor 100 Jahren - Militär verweigert ....

Beitrag von Addiii » Sonntag 2. Januar 2011, 11:32

Hallo zusammen,

Ich denke, es ist eine gute Idee sich dem Thema Elektrifizierung anzunehmen, obgleich eine solche Maßname in Zeiten leerer Kassen vielleicht weit entfernt scheint. Aber wie auch andere Forenmitglieder zu Recht, wie ich finde, schreiben: Um einen gewinnbringenden, zukunftssicheren und nachhaltigen Eisenbahnverkehr auf der Eifelstrecke in Zukunft zu betreiben, ist eine Elekrifizierung unumgänglich.

Grüße!

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Saftkutscher
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Re: Eifelstrecke vor 100 Jahren - Militär verweigert ....

Beitrag von Saftkutscher » Sonntag 2. Januar 2011, 12:44

Addiii hat geschrieben:Hallo zusammen,

Um einen gewinnbringenden, zukunftssicheren und nachhaltigen Eisenbahnverkehr auf der Eifelstrecke in Zukunft zu betreiben, ist eine Elekrifizierung unumgänglich.

Grüße!
Ich sehe es schon vor mir:
<ironie an>
Viele 1€-Jobber, die die Masten aufstellen und Leitungen ziehen, das gibt wieder eine gute Arbeitslosenstatistik.
Und damit die Statistik auch nach dem Ausbau so bleibt, kommt an jeden Mast ein TrimmDich-Fahrrad mit Dynamo, um den Strom für den Betrieb einzuspeisen.
<ironie aus>
Ich glaub an die Elektrifizierung erst, wenn die Arbeiten beginnen.
Meine Frau sagt immer 103 zu mir.
Hab zwar nicht das Tempo, aber die Form ist schon mal da

rrobby
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Re: Eifelstrecke vor 100 Jahren - Militär verweigert ....

Beitrag von rrobby » Sonntag 2. Januar 2011, 12:57

Um einen gewinnbringenden, zukunftssicheren und nachhaltigen Eisenbahnverkehr auf der Eifelstrecke in Zukunft zu betreiben, ist eine Elekrifizierung unumgänglich.
Da hab ich erhebliche zweifel dran:
Man bedenke erstmal die Kosten einer Elektrifizierung der Eifelstrecke. Um den Betrieb auf der Eifelstrecke gewinnbringend zu machen, müsste man diese komplett zweigleisig ausbauen.... und für die Elektrifierung müssten alle Tunnel, und das sind nicht wenige, erweitert oder gar neu gebaut werden.

rrobby
Wir alle leben unter dem gleichen Himmel, aber nicht alle haben den gleichen Horizont

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SST
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Gleichstrombetrieb auf der Eifelbahn *smile*

Beitrag von SST » Sonntag 2. Januar 2011, 15:35

Heiner Schwarz hat geschrieben:
Elektrifizierung der Bahnstrecke Euskirchen - Trier verweigerten.
Auf dieser wollte die KPEV die Eignung der neuen Technik auf einer Gebirgsstrecke erproben.
Neue Technik auf einer Gebirgsstrecke? Da habe ich eine Idee:

[ironie]

Die Stromschienen der Berliner S-Bahn abbauen und auf der Eifelbahn aufbauen - ist auch weniger optischer Eingriff in die schöne Natur. Für die nächsten zehn Jahre dann in Berlin n-Wagen mit Dieselloks einsetzen und die Berliner S-Bahn-Fahrzeuge zur Eifelbahn umsetzen und dort für den Winterdienst ertüchtigen. Nach dem Kuraufenthalt sind die Fahrzeuge dann auch für Berlin wieder fit.

[/ironie]

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Addiii
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Re: Eifelstrecke vor 100 Jahren - Militär verweigert ....

Beitrag von Addiii » Sonntag 2. Januar 2011, 17:08

Da hab ich erhebliche zweifel dran:
Man bedenke erstmal die Kosten einer Elektrifizierung der Eifelstrecke. Um den Betrieb auf der Eifelstrecke gewinnbringend zu machen, müsste man diese komplett zweigleisig ausbauen.... und für die Elektrifierung müssten alle Tunnel, und das sind nicht wenige, erweitert oder gar neu gebaut werden.
rrobby
Die Zweifel sind auch absolut berechtigt. Ich persönlich befürchte, dass eine Elektrifizierung schwer umzusetzen ist. Ein kompletter zweigleisiger Ausbau ist fast schon undenkbar, vor allem im Südteil. (Radwege u.a.) Vielleicht würde es ja auch eine Teilelektrifizierung bis Euskirchen oder Gerolstein bringen? Wie dem auch sei, ein wie von Herrn Schwarz angeregter Einsatz für eine Elektrifizierung der Eifelstrecke finde ich allemal sinnvoll.

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kpo9
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Re: Eifelstrecke vor 100 Jahren - Militär verweigert ....

Beitrag von kpo9 » Sonntag 2. Januar 2011, 17:55

Dann gebe ich auch mal meinen Senf dazu:

Wie vor Hundert Jahren wird es keine Elektrifizierung geben denn an der Einstellung der Politik zur Eisenbahninfrastruktur hat sich auf Grund des Lobbyeismus nichts geändert. Schön zu sehen auch 66 Jahre nach Kriegsende immer noch Eingleisige Abschnitte und Dauerhilfsbrücken. Auch wird die Eifelstrecke seit je her zum "Abfahren" von Rollmaterial her genommen, jüngstes Beispiel der nicht mehr taufrische, unter motorisierte 628, obwohl nicht unkomfortabel aber ohne Klimaanlage nicht mehr Zeitgemäß. ("Für die Eifler reicht datt anscheinend aber noch") Ist auch Historisch in den Umlaufplänen belegbar, denn die 644 er sind eine unrühmliche Ausnahme für Neu eingesetztes Material, dafür aber nicht für die Langläufe auf der Eifelbahn konzipiert. Es wäre zumindest möglich moderne Dieselelektrische Lok mit modernen Wagenmaterial einzusetzen, ist aber offensichtlich nicht gewollt. Das es geht, zeigen genügend Beispiele im Bundesgebiet. Technisch machbar ist eine Elektrifizierung, und das deutlich billiger als "S-21".

Ich werde es nicht mehr erleben das Fahrdraht auf der Eifel hängt, und wenn, dann gibt es einen Foren-Umtrunk auf mich. Nehmt ggf. mich beim Wort!!

KPO9
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Lupushortus
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Re: Eifelstrecke vor 100 Jahren - Militär verweigert ....

Beitrag von Lupushortus » Sonntag 2. Januar 2011, 18:47

Ein kompletter zweigleisiger Ausbau ist fast schon undenkbar, vor allem im Südteil. (Radwege u.a.)
Ist in den Tunneln, wo ein Radweg neben das Gleis gequetscht wurde, die Fläche entwidmet (und evtl. sogar verkauft) und kann somit nicht ohne die üblichen Planfeststellungsverfahren nicht wieder zweigleisig ausgebaut werden, oder sind die Flächen gewissermaßen nur ausgeliehen (verpachtet). Wer ist dann für die Instandhaltung der Tunnel verantwortlich?

Gruß
Marco

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Heiner Schwarz
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Und hier der Artikel aus dem Nachrichtenblatt:

Beitrag von Heiner Schwarz » Sonntag 2. Januar 2011, 20:05

Elektrifizierung jetzt! Diskussionsbeitrag zur Entdieselung des Kölner Dieselnetzes

Vielen Dank an Christoph Groneck und auch die Empfehlung an die, die das nachrichtenblatt nicht über ihren Verein bekommen - kann man kaufen ....

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Addiii
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Re: Eifelstrecke vor 100 Jahren - Militär verweigert ....

Beitrag von Addiii » Sonntag 2. Januar 2011, 23:39

Richtig guter Artikel, vielen Dank dafür!
Mir stellt sich die Frage, wie ein Einstieg in ein Elektrifizierungsprogramm aussehen könnte?

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Re: Eifelstrecke vor 100 Jahren - Militär verweigert ....

Beitrag von eifelhero » Montag 3. Januar 2011, 10:44

War das ganze nicht zwischen 1975/80 schon mal in der Diskussion?
Damals sollte der Fahrdraht bis Euskirchen gehen.Als Schmankerl sollte dann ab Euskirchen die Eifel gleisfrei gemacht werden!!!
In Kalscheuren sollte die Reststrecke dann mit riesen Überführungsbauwerken auf die linke Rheinstrecke kreuzungsfrei übergehen.
Immerhin ist z.b. beim Neubau der Brücke in Kierberg der Schutz vor der Fahrleitung mit in den Brückenkörper eingegossen worden.
Als Ersatz für die Rheinstrecken im Güterverkehr ist die Eifel nur bedingt tauglich.Man stelle sich einen 2000 Tonnenzug mal auf der Schmidheimerrampe vor.Der Gotthard läßt grüßen.
Aber Köln-Euskirchen unter Fahrdraht sollte nach wie vor eine Alternative sein.
Strom produzieren wir wahrscheinlich länger,als das wir Erdöl fördern können.
Ein gutes und gesundes 2011 wünsche ich allen Usern und ihren Familien.
Heinz
gruß aus der Eifel
Heinz

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Re: Eifelstrecke vor 100 Jahren - Militär verweigert ....

Beitrag von Big Steve » Montag 3. Januar 2011, 12:21

eifelhero hat geschrieben:Aber Köln-Euskirchen unter Fahrdraht sollte nach wie vor eine Alternative sein.
Der müsste aber mindestens bis Kall geführt werden, sonst würde in Euskirchen entweder ein Zwangsumsteigen erfolgen oder es müsste trotzdem mit Diesel gefahren werden.
Die Voreifelbahn ist, zumindest zwischen Euskirchen und Bonn aber auch überlegenswert. Die Strecke ist im Grunde ja eigentlich eine S-Bahn.

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kyllbruecke
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Re: Eifelstrecke vor 100 Jahren - Militär verweigert ....

Beitrag von kyllbruecke » Montag 3. Januar 2011, 12:42

Wer weiß, vielleicht wird sich auch in den nächsten Jahren nochmal die Meinung zum Kölner Westring ändern?

Leider war selbst dabei bisher keine Elektrifizierung der Eifelstrecke vorgesehen, aber ob dieser Standpunkt 2020 immer noch steht, sei mal dahingestellt.

Matty
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Re: Eifelstrecke vor 100 Jahren - Militär verweigert ....

Beitrag von Matty » Montag 3. Januar 2011, 22:00

eifelhero hat geschrieben:War das ganze nicht zwischen 1975/80 schon mal in der Diskussion?
Damals sollte der Fahrdraht bis Euskirchen gehen.Als Schmankerl sollte dann ab Euskirchen die Eifel gleisfrei gemacht werden!!!
In Kalscheuren sollte die Reststrecke dann mit riesen Überführungsbauwerken auf die linke Rheinstrecke kreuzungsfrei übergehen.
Immerhin ist z.b. beim Neubau der Brücke in Kierberg der Schutz vor der Fahrleitung mit in den Brückenkörper eingegossen worden.
Als Ersatz für die Rheinstrecken im Güterverkehr ist die Eifel nur bedingt tauglich.Man stelle sich einen 2000 Tonnenzug mal auf der Schmidheimerrampe vor.Der Gotthard läßt grüßen.
Aber Köln-Euskirchen unter Fahrdraht sollte nach wie vor eine Alternative sein.
Strom produzieren wir wahrscheinlich länger,als das wir Erdöl fördern können.
Ein gutes und gesundes 2011 wünsche ich allen Usern und ihren Familien.
Heinz
Sollte der Fahrdraht damlas nicht doch durch die ganze Eifel gezogen werden?
Ich erinnere mich an eine Brücke in Gönnersdorf die wegen dieser Pläne etwas höher gebaut wurde und der Grundstückeigentümer auf der einen Seite nicht damit einverstanden war das die Auffahrt etwas breiter werden sollte als ursprünglich gedacht und somit die Brücke über Jahre nur einseitig angebunden war bis dieser Grundstückseigentümer doch enteignet wurde weil er kein Geld mehr hatte um gerichtlich dagegen anzugehen.
Schönen Gruß
Mathias

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