Die Eifel bekommt ein neues Verkehrskonzept

Eifelbahn Köln-Trier
Nebenbahner
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Re: Die Eifel bekommt ein neues Verkehrskonzept

Beitrag von Nebenbahner » Sonntag 6. Juni 2010, 13:17

Im Bahn-Report 2/10 ist auf Seite 57 ein Bericht zur Ausschreibung zu finden. Hier werden lediglich zweieinhalb Sprinterzugpaare angegeben. Von einer Aufwertung der Eifelstrecke kann damit wohl nicht die Rede sein. Sicher auch nicht, wenn die Reisenden 180 km von Köln nach Trier weiterhin in S-Bahn-ähnliche Triebwagen gezwängt werden.

Talent78
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Re: Die Eifel bekommt ein neues Verkehrskonzept

Beitrag von Talent78 » Sonntag 6. Juni 2010, 16:27

Ich fasse die Diskussion mal so zusammen:
Das stündliche Angebot für alle Stationen wird als Mehrangebot gesehen, allerdings auf Kosten der Attraktivität der Eifelstrecke insgesamt, nämlich als durchgehender Verbindung.
Daraus folgt nach Meinung aller eine Verschlechterung für die bisherigen größeren RE-Halte, die nicht faktisch zum reinen "RB-Halt" herabgestuft werden sollten.
Würden die "Sprinterzüge", wie die bisherigen RE12, zumindest durchgehend 2-stündlich verkehren, könnte das neue Konzept aus unserer Sicht als kleiner Fortschritt akzeptiert werden.
(Fahrplantechnisch sollte eine 2-stündlich über den ganzen Tag verkehrende Verbindung keine Probleme bereiten, wenn sie jedenfalls zu irgendeinem Zeitpunkt am Tag im Fahrplantakt untergebracht werden kann.)
Ich schlage (auf die Schnelle) folgendes Musterschreiben an alle Bürgermeister der Gemeinden vor, die auf jeden Fall (nach ihrem Fahrgastaufkommen) Teil einer Linie sein sollten, die nicht überall hält (egal, ob man sie "Sprinter", "RE" oder "IRE" nennt):
_____________________________
Abs. (möglichst Bürger von -->)

An
Stadt/Gemeinde
Straße/Postfach
Ort

Betreff: Fahrplankonzept 2013/2015

Sehr geehrte(r) Herr/Frau Bürgermeister/in,

wie Ihnen bekannt ist, läuft derzeit das Ausschreibungsverfahren für den öffentlichen Schienenpersonennahverkehr (SPNV) ab 2013 auf der "Eifelstrecke" von Köln nach Trier (Kursbuchstrecke 474, derzeitige Linien RE12, 22, RB24), an deren Verlauf Ihre Gemeinde/Stadt mit einem Haltebahnhof anliegt.

Dabei sieht das neue Verkehrskonzept, das unter/in [siehe Diskussion] veröffentlich wurde, zwar auch Verbesserungen in Form einer stündlichen Verbindung für nunmehr alle Stationen vor.
Im Gegenzug beinhaltet das Konzept allerdings nur noch gelegentliche beschleunigte Sprinterverbindungen, die nicht an allen Stationen halten sollen. Darin sehe ich eine Verschlechterung gegenüber dem bisherigen Angebot für alle größeren Stationen im Verlauf der Eifelstrecke, die damit trotz ihres erheblichen Fahrgastaufkommens faktisch zu Regionalbahn-Halten degradiert würden, sowie eine weitere Verschlechterung der Attraktivität der "Eifelstrecke" als überregionaler Verbindung insgesamt.

Zu einer solchen größeren Stadt/Gemeinde zählt auch Ihre/unsere.
Ich rege daher an, dass Sie sich - wegen anstehender Vergabeentscheidungen - zeitnah bei dem zuständigen Zweckverband Nahverkehr Rheinland (NVR),...[Adresse] für eine durchgehend zweistündliche Sprinterverbindung einsetzen, mit dem Ziel, die Qualität der Anbindung von [Gemeindename] an den SPNV aufrecht zu erhalten.

Mit freundlichen Grüßen

[Name, Unterschrift]

_____________________
Das Schreiben sollte an alle für einen "Sprinter" "gesetzten" Orte versandt werden; das sind wohl:

- Erftstadt
- Euskirchen
- Mechernich
- Kall
- Gerolstein
- Bitburg (-Erdorf)

Wie wäre es, wenn sich Bürger dieser Orte bereiterklären, ein solches Schreiben auf dem Postweg (Einschreiben nicht notwendig/angemessen) dorthin zu schicken, und das hier im Forum (noch vor Versand zur Vermeidung von wortgleichen Doppelsendungen) vermerken?

Sollten weitere Orte, z.B. Weilerswist aufgenommen werden, oder sollten wir uns bewusst auf "sichere" "Sprinterhalte" beschränken?

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kyllbruecke
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Re: Die Eifel bekommt ein neues Verkehrskonzept

Beitrag von kyllbruecke » Sonntag 6. Juni 2010, 20:23

Jünkerath (und evtl. die gesamte VG Obere Kyll) sollte auch angeschrieben werden.

Jünkerath ist zwar kein wichtiger Bahnknoten mehr, ist aber trotz nur 1600 Einwohnern ein Unterzentrum mit wichtigen Einrichtungen, wozu auch dessen Bahnhof mit einem nicht zu unterschätzenden Einzugsgebiet aus sehr peripher-gelegenen Gebieten (VG Obere Kyll, tw. VG Hillesheim, VG Prüm) gehört, weshalb dieser Bahnhof auch weiterhin ein wichtiger Halt mit RE/Sprinter-Halt bleiben sollte!

Big Steve
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Re: Die Eifel bekommt ein neues Verkehrskonzept

Beitrag von Big Steve » Montag 7. Juni 2010, 15:32

Übrigens wird es auch künftig nur in der HVZ 3 Züge pro Stunde zwischen Köln und Euskirchen geben. Damit bleibt es auch bei den kleinen Stationen zwischen Köln und Euskirchen außerhalb der HVZ beim 60 Minuten Takt.

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Addiii
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Re: Die Eifel bekommt ein neues Verkehrskonzept

Beitrag von Addiii » Montag 7. Juni 2010, 19:07

Hallo zusammen,

ich kann Gerolstein übernehmen. (evtl auch Bitburg Erdorf)
Vielen Dank an Talent78 für den Vorstoß

Adrian

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Re: Die Eifel bekommt ein neues Verkehrskonzept

Beitrag von aberdon » Montag 7. Juni 2010, 20:51

Das finde ich eine sehr gute Idee. Hat irgendwer Kontakt zur Presse?? Schadet ja nicht denen mal en kleinen Wink zu geben.

mfg

Christian
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Re: Die Eifel bekommt ein neues Verkehrskonzept

Beitrag von Fahrplanschreiber » Dienstag 8. Juni 2010, 09:13

Also der Fernverkehr auf der Mosel dürfte wohl weiter ausgedünnt werden. RLP hat ja auch auf dem RE Koblenz-Trier einen Stundentakt bestellt mit dem neuen Vertrag der keinerlei Rücksicht mehr auf den Fernverkehr nimmt. In Koblenz soll die Abfahrt der RE nach Trier aus einem Nullknoten erfolgen.

Das heißt im Umkehrschluss dann natürlich auch, dass der IC-Anschluss aus/in Richtung Frankfurt verloren geht. Wer zukünftig von Trier nach Frankfurt will muss zukünftig den RE 2 ab Koblenz benutzen.

Soviel also zum Fernverkehr auf der Mosel.


Bei den Sprinter-RE habe ich eh die Befürchtung, dass diese in einem Taktloch in Trier Hbf ankommen (sprich keine RE-Anschlüsse nach Saarbrücken oder Luxembourg haben). Damit würde die Verbindung eh wieder unattraktiv. Es wäre schon schön gewesen, wenn diese Sprinter-RE weiter als Sprinter bis Saarbrücken fahren würde. Trier liegt irgendwie im Niemandsland.
Der Lieblingssound vieler Fahrgäste...

http://www.youtube.com/watch?v=qx9Uf7uhPLo

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Re: Die Eifel bekommt ein neues Verkehrskonzept

Beitrag von ExLokführerBBf » Mittwoch 16. Juni 2010, 11:37

Interessantes Thema.

Seit Jahren bin ich schon der Meinung, dass ein durchgehender Zug von Trier bis Köln maximal 4 Halte haben dürfte um halbwegs den Charakter eines Fernverkehrszuges zu erhalten..

Die langen Fahrzeiten auf der Eifelstrecke beruhen auf den vielen Zwischenhalten, die derzeit sowohl mit RB als auch mit RE getätigt werden. Selbst der RE ist durch Halte in kleinen Ortschaften, in denen an einem Werktag-Nachmittag sehr oft niemand zu- oder aussteigt unsäglich langsam und kann nicht wirklich als Fernverkehrszug angesehen werden.

Ein Sprinterzug darf daher nur in wichtigsten Bahnhöfen halten. Ich würde sogar so extrem sein und den Zug zwischen Trier und Köln nur in Gerolstein und Euskirchen halten lassen. Nur durch diese minimale Zahl an Halten lässt sich eine vernünftige Fahrzeit auf der Eifelstrecke darstellen. Alle anderen Bahnhöfe wären dann noch durch den durchgängigen Stundentakt (Gott sei Dank ohne Umsteigen in Gerolstein) angebunden und die Fahrgäste dieser Bahnhöfe können dann entweder eine Fahrt wie bisher in RE/RB (die Unterschiede sind nicht so wirklich groß) geniessen oder auch am nächsten Knotenpunkt in den Sprinterzug umsteigen.

Ob die Anzahl von 2-4 Sprinterzügen pro Tag ausreicht kann ich nicht sagen. Wenn je einer morgens, mittags und abends fahren würde, könnte das Konzept wirtschaftlich tragbar sein. Bei Bedarf kann der Takt ja erhöht werden.

Ich persönlich finde das neue Konzept sehr gut, wenn es denn vernünftig umgesetzt wird...

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kyllbruecke
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Re: Die Eifel bekommt ein neues Verkehrskonzept

Beitrag von kyllbruecke » Freitag 25. Juni 2010, 12:25

16vor.de hat einen aktuellen Bericht über die Pläne des SPNV-Nord und Stellungnahmen von dessen Chef Geyer:

http://www.16vor.de/index.php/2010/06/2 ... aktiviert/

dort steht u.a.:
Eine stündliche RE-Verbindung nach Köln ist ebenfalls geplant, zudem soll dreimal täglich ein “Sprinterzugpaar” zwischen der Mosel- und der Millionenstadt am Rhein verkehren. Während eine umsteigefreie Verbindung durch die Eifel nach Köln derzeit noch zwischen 2:40 und 3:23 Stunden dauert, wird der “Sprinter” die Strecke in 2:25 Stunden zurücklegen.

Querbahner
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Re: Die Eifel bekommt ein neues Verkehrskonzept

Beitrag von Querbahner » Donnerstag 8. Juli 2010, 14:44

Hallo zusammen,

ein aktuelles Betriebsbeispiel: Der planmäßig um 11:00 ab Gerolstein verkehrende RE startete heute schon in Trier Hbf. mit über 20 Minuten Verspätung, offizielle Ursache: Verspätete Bereitstellung in Trier. Da die (ebenfalls verspäteten) RE und RB außerplanmäßig vor Gerolstein gekreuzt werden mussten, ging`s ab Gerolstein mit +35min. weiter. Das führte wiederum dazu, dass ab Kall die planmäßige RB nach Köln vor dem RE verkehrte. Der RE "verfolgte" also die RB - und die Fahrgäste konnten sich über längere Aufenthalte in Euskirchen und Erftstadt sowie den ein oder anderen außerplanmäßigen Halt freuen, da die vorausfahrende RB ja an allen Stationen hielt. Bis Köln West waren es dann rund 50 Minuten, der Zug kam um 13:25 Uhr an und hätte um 13:25 Uhr schon wieder aus Deutz kommend in West zur Weiterfahrt nach Trier abfahren müssen. Dementsprechend entfiel die Fahrt bis Deutz, der Zug wendete außerplanmäßig in Köln Hbf. - und dieselt nun mit "nur" 15 Minuten wieder retour.
Ohne Streckensperrrung, Fahrzeugschäden auf der Strecke usw. dauerte somit die Reisezeit von der planmäßigen Abfahrt um 11:00 ab Gerolstein bis zur Ankunft in Köln rund 2 Stunden und 30 Minuten. Und wenn der RE nun noch an allen Bahnhöfen südlich von Kall gehalten hätte...

Viele Grüße,

Andreas
--
Andreas Kurth
Vorsitzender der Arge Eifel-Nebenbahnen e.V.
mail: querbahner@gmx.de
Website: http://www.eifel-nebenbahnen.de

Kundeninformation zu unseren Schienenbusfahrten:
http://www.schienenbus-express.de

rrobby
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Re: Die Eifel bekommt ein neues Verkehrskonzept

Beitrag von rrobby » Donnerstag 8. Juli 2010, 14:52

Tja, wenn immer mehr Kreuzungs- und Überholmöglichkeiten, wie kürzlich in Schmittheim, abgebaut werden, dann verwundert das ja auch nicht.
Man fragt sich sowieso, was so mancher Rückbau überhaupt soll, was die Planer damit bezwecken.

Ich hab neulich von einen "Bahner" aus Stuttgart gehört, dass da um Stuttgart der Rück- und Umbau so abstrakte Folgen hat, dass Ferngüterzüge, die um Stuttgart herum in die Schweiz fahren, zweimal umkoppeln müssen, von E-Lok auf Diesel und wieder zurück, nur wegen Streckenrückbau und Stilllegung.
Die Planer, die das zu verantworten haben, gehören zwangsversetzt.

rrobby
Wir alle leben unter dem gleichen Himmel, aber nicht alle haben den gleichen Horizont

Querbahner
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Re: Die Eifel bekommt ein neues Verkehrskonzept

Beitrag von Querbahner » Montag 12. Juli 2010, 21:11

Hallo rrobby,

der Rückbau des Bahnhofs Schmidtheim war im o.g. Fall keine Ursache für Verspätungen. Die Kreuzung ist ja weiterhin aus Richtung Trier kommend am Einfahrsignal Schmidtheim möglich - und so lief es ja auch in den letzten Jahren.

Die Eifelstrecke hat diverse eingleisige Abschnitte und eine teilweise recht hohe Zugdichte. Dazu kommt, dass in zahlreichen Stationen aufgrund von Mittelbahnsteigen keine Zugbegnungen möglich waren/sind (hier wird an Verbesserungen gearbeitet). Ebenfalls kommt noch hinzu, dass die Eifelstrecke just das Gleis der viel befahrenen Hauptstrecke Köln - Bonn zwischen Kalscheuren und Hbf. nutzt und die Zugpriorität zu Gunsten des Fernverkehrs und zu Ungunsten der Eifel-RB`s und Eifel-RE`s geht. Bei alledem kann man sicher hier und da Verbesserungen bewirken oder weitere Verspätungsminütchen durch ungünstige Infrastruktursituationen schaffen, aber das Kernproblem bleibt unterm Strich, dass eine solche Infrastruktur eben besonders empfindlich auf Betriebsstörungen reagiert.

Das konnten bspw. alle Fahrgäste der Eifelstrecke gestern spüren, da es nach den "Unwetterschäden" von Samstag auf Sonntag über den ganzen Tag zu zahlreichen Verspätungen, Zugausfällen und Umlaufänderungen kam. So fiel bspw. der RE um 10:21 Uhr ab Köln Hbf. ersatzlos aus, einige Fahrgäste und sogar Radler konnten aber dank des zufällig an diesem Tag verkehrenden "SchienenbusExpress" (vgl. http://www.eifelbahnforum.de/forum/view ... =11&t=3800) doch noch zu ihrem Ziel gelangen. Selbst am Abend fiel noch bspw. der Talent um 19:45 Uhr ab Gerolstein wegen "Triebfahrzeug- und Triebfahrzeugführermangel aufgrund der Unwetterschäden" ab Gerolstein aus.

Wünschenswert wären natürlich "große Lösungen" wie Zweigleisigkeit von Köln - Trier, zusätzliche Gleise zwischen Kalscheuren und Köln usw. Ob wir das aber noch erleben werden? Ich persönlich hab da zumindest Zweifel und finde, dass es eben ein "Verkehrskonzept" bräuchte, welches einer so empfindlich auf Betriebsstörungen reagierenden Infrastruktur gerecht wird. Die Zielvorstellung muss sein, dass das EVU in 95% aller Fälle eine halbwegs konkurrenzfähige Fahrtzeit zum Pkw anbieten kann. Wer ein paar Mal mehr als drei Stunden von Gerolstein nach Köln braucht, der wird sich auch nicht mehr Slogan "lieber Bahn als Stau" begeistern lassen. Bspw. letzten Donnerstag war ich rund 8 Stunden unterwegs, um mit öffentlichem Nahverkehr von der Eifel nach Köln und zurück zu kommen. So einen "Spaß" kann man sich beruflich aber nicht oft erlauben...

Ein entscheidender Beitrag zur Entschärfung der Problemlage wäre m.E., dass wieder - wie früher - eine aus Trier kommende Garnitur wesentlich längere Standzeiten in Deutzerfeld hat, um keine Verspätungen "mitzuschleppen". Doch das kostet Geld - und das will keiner bezahlen...

Ich will darauf hinaus: Es geht beim "neuen Verkehrskonzept" nicht nur um die fahrplanmäßigen Zeiten, sondern auch darum, was dahinter steckt. Die aktuelle Fahrtzeit des RE von Gerolstein nach Köln ist für mich grenzwertig: hier hat sich zwar über Jahrzehnte nix verbessert, aber es ist noch o.k. - sofern man dann auch tatsächlich in Köln ist. Wenn aber noch häufiger Verspätungen oder Ausfälle hinzu kommen, dann ist eben diese Fahrtzeit nicht mehr hinreichend. Vom "Verkehrskonzept der Zukunft" würde dich daher verkürzte Fahrtzeiten zwischen Gerolstein und Köln erwarten - oder zumindest ein erheblicher Beitrag zur Erhöhung der Zuverlässigkeit (und nicht die Schaffung zusätzlicher Halte).

Viele Grüße,

Andreas
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Andreas Kurth
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Re: Die Eifel bekommt ein neues Verkehrskonzept

Beitrag von bluesbrother » Dienstag 13. Juli 2010, 00:37

Allein das zweite Gleis zwischen Urft und der alten Überleitstelle Gronrechtsmühle, dass vor etlichen Jahren entfernt wurde, wünsche ich mir sehnlichst herbei, wenn die Züge aus Richtung Köln Verspätung haben und diese an die kreuzenden Züge in Nettersheim weitergeben. Aber drei Personale, 2 Weichen und 4 Hauptsignale weniger sind wohl die besseren Argumente gegen vielleicht 15 bis 20 Minuten weniger Verspätung am Tag.
Gruß aus der Nordeifel!

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Re: Die Eifel bekommt ein neues Verkehrskonzept

Beitrag von Fahrplanschreiber » Dienstag 13. Juli 2010, 13:04

Man könnte schon die Infrastruktur zwischen Kalscheuren und Köln verbessern indem man dort z.B. Mehrabschnittssignalisierung baut und in Köln Süd konsequent beide Gleise pro Fahrtrichtung benutzt. Man steht z.B. oft vor dem Einfahrsignal von Köln Süd, weil auf Gleis 4 (Hauptgleis) noch ein Zug steht. Warum ist es dann nicht möglich nach Gleis 3 einzufahren? Ob man jetzt mit 60 oder 80 km/h einfährt dürfte fahrzeitmäßig egal sein.

Zwischen Kordel und Bitburg fehlt ein zweigleisiger Begegnungsabschnitt wie er zwischen Densborn und Birresborn vorhanden ist.

Kall-Nettersheim ist eine Schwachstelle. Rein rechnerisch passen dort ja auch nur 6 Züge pro Stunde durch. Hier wäre ein zweites Gleis natürlich wünschenswert am besten im Zuge der Umstellung auf ESTW.
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Re: Die Eifel bekommt ein neues Verkehrskonzept

Beitrag von kyllbruecke » Donnerstag 27. Januar 2011, 18:47

zu dem Thema gibts noch einen Bericht aus der Eifel-Zeitung vom 12.1.

http://www.eifelzeitung.de/?artikel=60887
Unzufriedenheit mit geplantem Fahrplan
- 12.01.2011 -

Region. Wenig glücklich ist der „Arbeitskreis Schienenverkehr im Rheinland“ mit den derzeitigen Planungen des Schienenpersonen-Zweckverbandes RLP-Nord für die Eifelstrecke Köln – Gerolstein – Trier. Insbesondere der bekannt gewordene Fahrplanentwurf weist ein ganze Reihe von Mängeln auf, die nicht mit den Ankündigungen von Landes-Verkehrsminister Hendrik Hering eines deutlich verbesserten Verkehrs in Einklang zu bringen sind. Grundlage des Fahrplanentwurfs für 2013/14 und die Folgejahre ist die Ausschreibung der Zugverkehrsleistungen durch den Zweckverband im vergangenen Jahr.
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Als Ziele des landesweiten, neuen Fahrplansystems wurden bisher vom Ministerium stets genannt:

„Die angestrebten Ziele sind:

• Steigerung der Zugkilometerleistung von 33,5 (2008) auf ca. 40 Mio. Zugkilometer (2015)
• 20 % Steigerung gegenüber heute
• 80 % Steigerung gegenüber 1994
• Gleichbleibender Finanzmitteleinsatz
• Schaffung eines landesweiten RE-Netzes mit neuen Linien, neuen Direktverbindungen und dichteren Takten, das alle Oberzentren in RLP untereinander und mit den benachbarten Zentren verbindet
• Prüfung von 6 Reaktivierungen, zusätzlich zur bereits beschlossenen Reaktivierung der Hunsrückbahn
• Durch eine Abstimmung der RB-Netze auf den RE-Verkehr werden die Vorteile in das ganze Land getragen
• Dichteres Angebot, mehr Direktverbindungen, neue Linien und zusätzliche Stationen im RB-Bereich

RPT 2015 versucht weitgehend ohne Infrastrukturmaßnahmen auszukommen, es soll aber gezielt dort investiert werden, wo durch die Investition ein verkehrlich und/oder wirtschaftlich besseres Angebot ermöglicht wird.

Mit dem Projekt RPT 2015 wird die geplante wirtschaftliche und verkehrliche Optimierung erreichbar.“

In einem seit Oktober andauernden Schriftwechsel versucht der Arbeitskreis, die erkannten Mängel des Eifelstrecken-Fahrplans und die bisherigen allgemeinen Versprechungen aus dem o. g. Konzept den Verantwortlichen nahe zu bringen und um Abhilfe vorzusprechen – bisher ohne erkennbares Ergebnis. Da noch keinem Verkehrsunternehmen der Zuschlag für die Zugverkehre ab 2013/14 gegeben wurde, könnte noch ein Handlungsspielraum bestehen. Aktuell stellt sich die Sachlage nach den schriftlich vorliegenden Aussagen von Minister Hering wie folgt dar (Auszug Schreiben vom 22.12.2010):

Wie auch im europäischen Amtsblatt veröffentlicht hat es bei der Ausschreibung Dieselnetz Köln kein wirtschaftliches Ergebnis im offenen Verfahren gegeben. Die beteiligten Aufgabenträger haben daraufhin das Verfahren aufgehoben und bereits Anfang Oktober ein neues Verfahren als Verhandlungsverfahren eingeleitet. Dieses Verfahren läuft derzeit. Die Abgabe der Angebote wird vsl. im Februar/März 2011 sein. Abschließende Aussagen zu dem Termin der Betriebsaufnahme auf den einzelnen Strecken und zum konkreten Fahrzeugmaterial können erst danach getätigt werden. Eine Betriebaufnahme im Dezember 2013 ist aber derzeit grundsätzlich noch darstellbar. Die Aufgabenträger arbeiten derzeit mit Hochdruck an der Umsetzung des Verfahrens um möglichst schnell belastbare Ergebnisse zu bekommen. Auch seitens des Landes werden diese Arbeiten unterstützt.

Bekannt ist über die Inhalte der Ausschreibung aktuell nur der vom Zweckverband entworfene Fahrplan. Dieser sieht jedoch bereits jetzt nach Ansicht des Arbeitskreises keine grundlegenden Verbesserungen vor, teilweise werden sogar Verschlechterungen erkennbar:

• Die heutigen Regionalexpresszüge (RE) entfallen und werden durch nicht näher definierte „Sprinter“ ersetzt. Zwischen Gerolstein und Trier verringert sich das Angebot an schnellen Zügen von 5 auf 3 Zugpaare, zwischen Gerolstein und Köln von 7 auf 2 ½ Zugpaare täglich.

Hierzu Minister Hering:

Gegenüber den heutigen Fahrzeiten zwischen Trier und Köln von 3.19 – 3.33 Stunden bei der RB und 2.40 – 2.50 Stunden beim RE ist das neue Angebot aus meiner Sicht ein deutlicher Fortschritt, zumal es beim RE von Montagen bis Freitagen auch nur 5 Zugpaare gibt. Aus Sicht de Landes Rheinland-Pfalz ist es wichtig, dass mit RPT 2015 auf der Eifelstrecke ein klarer durchgehender Grundtakt für alle Stationen in Rheinland-Pfalz geschaffen wurde und uns der Einstieg in die Sprinter-Züge gelungen ist. Diese Züge sollen mit einer Fahrzeit verkehren, de deutlich schneller ist als die der heutigen RE-Züge. Nach Durchführung von derzeit geplanten Infrastrukturmaßnahmen (z.B. Anhebung der Geschwindigkeit für konventionelle Fahrzeuge, Umbau Bahnhof Kall) kann eine weitere Beschleunigung dieser Züge erfolgen. Das Land geht davon aus, dass diese Züge gut nachgefragt werden und es mittelfristig zu einer Verdichtung diese Angebotes kommen kann.

Geflissentlich übersehen hat das Ministerium hierbei, dass die Zahl der RE-Züge im Jahr 2001 vom SPNV-Zweckverband von durchgehend 7 im Abschnitt Gerolstein – Trier auf 5 reduziert wurde, die nun nochmalige Reduzierung auf nur 3 Paare eine weitere Verschlechterung und nicht eine Verbesserung darstellt. Einer der neuen Sprinter muss sogar mehrfach auf seiner Fahrt als Regionalbahn abschnittsweise alle Bahnhöfe bedienen.

Beschleunigungen der Sprinter werden im Wesentlichen nur durch den Wegfall von Halten erreicht, was sich besonders für die Verbandsgemeinde Obere Kyll negativ auswirkt, wo die Sprinter künftig durchfahren werden: Statt wie heute 75 Minuten Fahrzeit bis Trier mit einem RE, verlängert sich diese auf künftig ca. 92 Minuten, da nur noch Regionalbahnen fahren. Dem angekündigten Ausbau der Infrastruktur, den Minister Hering ankündigt, steht der Arbeitskreis mehr als skeptisch entgegen. Hier ist besonders bedeutsam eine Aussage des Abteilungsleiters Dr. Kaufmann im rheinland-pfälzischen Verkehrsministerium in einem Schreiben vom 11.03.2003 an den Arbeitskreis, in welchem wörtlich enthalten ist zur Frage eines Ausbaus der Infrastruktur der Eifelstrecke: „Da auf dieser Strecke keine wesentlichen Mehrbestellungen mehr vorgesehen sind, müsste das Land rund 70% der Investitionskosten für eine Verbesserung der Infrastruktur auf dieser Strecke übernehmen. Dies scheidet vor dem Hintergrund der schwierigen finanziellen Gesamtlage aus.“

Die für das Land angekündigte Anhebung der landesweiten Zugkilometerzahlen durch mehr Züge um rund 20% sehen auf der Eifelstrecke lediglich mehr Fahrten zwischen Gerolstein und der Landesgrenze vor (ein Plus von 3-4%), um in NRW einen Stundentakt an allen Bahnhöfen zu ermöglichen. Eine verkehrliche Notwendigkeit in Rheinland-Pfalz besteht hierfür nicht, die Züge müssen jedoch bis Gerolstein gefahren werden, da in Jünkerath umfangreiche Bahnanlagen demontiert wurden. In Richtung Trier werden hingegen am Wochenende je Richtung 3 Züge weniger verkehren, das Angebot verschlechtert sich somit.

• Anstatt am Wochenende den wichtigen Touristikverkehr tagsüber mit weiteren schnellen Zügen zu verstärken, werden Nachtverbindungen vermehrt angeboten, die zwar die Fahrmöglichkeiten nachts verbessern, dem Gros der Fahrgäste aber nicht entgegen kommen. Züge der Eifelstrecke hatten bis 2001 in Trier nicht nur gute Anschlüsse an die Mosel und nach Luxemburg, sondern es gab sogar durchgehende Züge ohne Umsteigen bis Saarbrücken. Dies war ein weiterer Vorteil, um dessen Wiedererlangung offensichtlich niemand beim künftigen Fahrplankonzept Wert gelegt hat. Warum können nicht zumindest die Sprinter bis Luxemburg durchgebunden werden? Alternativ wäre ein Durchbinden der Regionalbahn über Trier Hbf hinaus denkbar.

Weitere Fragen, die aufgrund mangelnder Informationen vom Arbeitskreis Schienenverkehr erst gar nicht bewertet werden können, drängen sich auf:

• Werden die Züge – zumindest die „Sprinterzüge“ – durchgängig mit Begleitpersonal gefahren analog zu den Planungen für RE-Züge auf der Moselstrecke?
• Wie wird bei der Gestaltung der Fahrzeuge Rücksicht genommen darauf,
dass deutlich bequemere Sitzmöglichkeiten als in den heutigen Talent-Triebwagen für die auch von Ihnen genannten Langläufe vorhanden sein werden, die aber möglicherweise mit dem bekannten Anspruch des NVR, einen
S-Bahn-ähnlichen Standart für den Verdichtungsraum Köln-Bonn zu erreichen zuwiderläuft?
• Welche Vergrößerungen im Abstellangebot für Fahrräder im Bezug zu heutigen Zügen sind eingeplant, um den Touristikverkehr zu stärken?
• Wird es analog zum Süden des Landes RLP auch in der Eifel wieder mehr stationäres Personal geben oder ist mit der kompletten Schließung der FKA in Gerolstein zu rechnen?
• Wie wird sichergestellt, dass bei Baumaßnahmen bessere, die Landesgrenze überschreitende Fahrgastinformationen rechtzeitig alle Fahrgäste vor Betreten der Bahnhöfe erreicht? Keine Verbesserung ist es in diesem Zusammenhang, wenn im Laufe des Jahres im Bahnhof Gerolstein wieder Zugzielanzeiger angebracht werden, diese gab es bereits zweimal und sie wurden zweimal von der DB abgebaut. Die angekündigten neuen Anzeiger nun aus Steuergelder über das K II – Programm finanzieren zu lassen, ist mehr als ärgerlich. Und Verbesserungen in Gerolstein werden dadurch auch nicht geboten, da mit dem örtlichen Fahrdienstleiter und den Lautsprecherdurchsagen eine aktuelle Information der Fahrgäste zum Verkehrsablauf stets gegeben war.

In der laufenden Diskussion mit Verkehrsminister Hering hat der Arbeitskreis nun auch die Kreistagsfraktionen von Bitburg-Prüm und Daun sowie die Kreisverwaltung informiert und um Unterstützung gebeten. „Wenn man mit einer Ausschreibung den Zugverkehr der kommenden 20 Jahre festlegen will, so muss nun die letzte Gelegenheit, echte Verbesserungen zu erreichen, dringend ergriffen werden“, so Hans-Peter Kuhl, regionaler Sprecher des Arbeitskreises.

- Artikel aus Eifelzeitung 2. KW 2011 -

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