Bad Münstereifel: Gleise entfernt

Erfttalbahn (Euskirchen - Bad Münstereifel)
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Talent78
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Bad Münstereifel: Gleise entfernt

Beitrag von Talent78 » Freitag 23. Dezember 2011, 16:10

Keine Sorge, das normale Gleis liegt noch!
Ein Zweiwegebagger hat aber in der letzten Woche die noch liegenden Gleisreste des Bahnhofs Bad Münstereifel entfernt, die seit der Streckensanierung bereits vom Netz getrennt waren. Darunter ist auch die letzte Weiche der Erfttalbahn von ca. 1930, die am ehemaligen Stückgutschuppen lag. Nur ein winziges letztes Stück direkt am Gebäude ist übrig geblieben. Zumindest ein Teil der Gleise wurde in gleichlange Stücke geschnitten und beschriftet. Ob das aber nur dem LKW-gerechten Abtransport in den Rohstoffkreislauf dient, kann ich nicht sagen.

Dreiklanghorn
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Re: Bad Münstereifel: Gleise entfernt

Beitrag von Dreiklanghorn » Freitag 6. Januar 2012, 20:01

Hallo Talent78,

danke für die Info.
Bei der "letzten Weiche der Erfttalbahn" sollte es sich aber eher um die auf der Überführung der Bonner Straße in Euskirchen handeln, oder?
Die hier angesprochene Weiche - demnach also die vorletzte - wurde ganz offensichtlich sauber an günstigen Stellen aufgetrennt und beschriftet, für den Hochofen m.E. ein wenig viel der Mühe.
Diese Weiche bestand aus einer Vielzahl verschiedener Teile, vom Radlenker des Bochumer Vereins von 1930 über eine Seite des Herzstücks aus 1939 vom gleichen Hersteller, die andere Seite von Rodingen (Luxemburg, 1941), sowie weiterem Gleismaterial aus der Zeit bis 1955 von Thyssen (ATH), der Georgsmarienhütte (GMW), Klöckner, Hüttenwerke Oberhausen (HO) und nicht zuletzt von der Maxhütte (MH) - ein beachtlicher Querschnitt durch die damaligen Walzwerke.
Die aufgebrachten Striche kennzeichneten erkennbar die Lage der Teile auf den Schwellen und die Ziffern waren offensichtlich nach einem bestimmten Muster aufgetragen worden. Das ganze schön neben dem Trampelpfad auf dem Bahnsteig zum Aufladen auf ein Schienenfahrzeug abgelegt und mittlerweile auch schon abgeholt, während die Gleisjoche noch aufgestapelt am Ende der ehemaligen Ladestraße wohl zur Rohstoffgewinnung auf den LKW warten.
Übrig geblieben ist nebenbei aber auch noch das letzte Stück von Gleis 3, dass nun in der vegetationsschwachen Zeit wieder sichtbar wird...
Da das ehemalige Gleisfeld jetzt geräumt ist, soll denn nun mit der Verlegung des Busbahnhofes begonnen werden?
Ist das Gelände vor dem Bahnsteig mit der Ladestraße im Besitz der Stadt?

Über Antworten freut sich und grüßt

Kurt

Talent78
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Re: Bad Münstereifel: Gleise entfernt

Beitrag von Talent78 » Samstag 7. Januar 2012, 15:35

Dreiklanghorn hat geschrieben:Bei der "letzten Weiche der Erfttalbahn" sollte es sich aber eher um die auf der Überführung der Bonner Straße in Euskirchen handeln, oder?
Gut geklugsch*** Ich berichtige mich dann ausdrücklich auf "letzte ausschließlich zur Erfttalbahn gehörende Weiche", obwohl ich sicher bin, auch in dieser Formulierung wird noch jemand ein Haar finden.
Dreiklanghorn hat geschrieben:...zum Aufladen auf ein Schienenfahrzeug abgelegt
Richtig, der Gerolsteiner Skl war abends/nachts in Münstereifel.
Dreiklanghorn hat geschrieben:Da das ehemalige Gleisfeld jetzt geräumt ist, soll denn nun mit der Verlegung des Busbahnhofes begonnen werden? Ist das Gelände vor dem Bahnsteig mit der Ladestraße im Besitz der Stadt?
Wo denkst Du hin (Kommune im Nothaushalt etc.)?

Dreiklanghorn
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Re: Bad Münstereifel: Gleise entfernt

Beitrag von Dreiklanghorn » Samstag 7. Januar 2012, 23:23

Hallo Talent78,

Gemach, gemach: Die Bemerkung zur "letzten Weiche" war keineswegs haarspalterisch oder spitzfindig gemeint - sie passte mir nur (zu?) gut zu Deiner Äußerung, dass trotz der Entfernung von Gleisen in Bad Münstereifel kein Grund zur Sorge besteht...
Im Gegenteil, bin ich doch froh darüber, wenn über Veränderungen an meiner ehemaligen "Hausstrecke" (im wahrsten Sinne des Wortes) berichtet wird.
Gerade diese Weiche von Gleis 4 auf Gleis 5 fand ich früher schon interessant, mit ihrer leicht zum "Y" tendierenden Geometrie (wie ihr ehemaliges Pendant auf der anderen Seite übrigens auch) und den offenbar aus vielen Quellen stammenden Einzelteilen.
Da war die Vermutung also richtig, dass man die Teile für eine Schrottaktion wohl nicht so fürsorglich behandelt hätte?
Wenn die Gerolsteiner mit dem Skl da waren, haben sie die Weiche etwa mit nach Hause genommen?
Abschließend zu dem, wo ich hindachte: Ist die Bemerkung zur Kommune im Nothaushalt auf die Verlegung des Busbahnhofes gemünzt, oder auf den Erwerb des Areals?

Also weiter fragende Grüße

Kurt

rrobby
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Re: Bad Münstereifel: Gleise entfernt

Beitrag von rrobby » Sonntag 8. Januar 2012, 01:15

Gab es da nicht auch mal Pläne, die Gleise bis an die Stadt heran zu verlängern(wiederaufzubauen) und eine Möglichkeit zum Umsetzen zu schaffen, damit dort auch dampflokbespannte Museumszüge anrollen können, um das touristische Potenzial von Bad Münstereifel zu steigern? Ich meine, ich hätte da mal so etwas gelesen.
LG rrobby
Wir alle leben unter dem gleichen Himmel, aber nicht alle haben den gleichen Horizont

Big Steve
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Re: Bad Münstereifel: Gleise entfernt

Beitrag von Big Steve » Sonntag 8. Januar 2012, 12:22

Das war früher mal im Gespärch, ja. Allerdings ist die Strecke ja durch den Regelbetrieb so gut wie voll belegt, so dass ein Sonderzug gar keine freie Trasse hätte.

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Heiner Schwarz
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Fahrplan

Beitrag von Heiner Schwarz » Sonntag 8. Januar 2012, 14:27

Die Worte meines Vorschreibers möchte ich einmal ergänzen.

Auch mir ist die Gleisanlage in Traben-Trabach bekannt

Also, bauen wir mal den Fahrplan so / feiertags hier auf

Euskirchen ab '03
Bad Münstereifel an '25

Bad Münstereifel ab '31
Euskirchen an '52

also erftaufwärts 22 Minuten und erftabwärts 21 Minuten.

Bei 6 Minuten Wendezeit und der Einbindung in die Durchbindung von und nach Bonn können wir eine Fahrzeit Euskirchen - Bad Münstereifel - Euskirchen einschließlich Wendezeit von 6 Minuten nicht erreichen, so dass in der anderen halben Stunde ein Zug nach oder von Münstereifel fahren könnte.

Also müssen wir uns, bevor wir einen Zug in Münstereifel "verstecken" können, dafür sorgen, dass er überhaupt mal dort hin kommt.

Sprich, wir brauchen dazwischen eine

Bahnanlage mit mindestens einer Weiche, wo Züge beginnen, enden, ausweichen oder wenden dürfen.

Nur, diese und die zusätzlich Infrastruktur in Bad Münstereifel wird man nicht auf "man könnte, sollte, müsste" begründen können.

Um einen Kreuzungsbahnhof zu begründen, würde sich ein "Taktverdichter" in der morgendlichen HVZ gut machen - durch die Dieselnetzausschreibung ist dieser Sack aber zu.

In Münstereifel soll ein Fashion-Center die kleine Welt im Erfttal retten.
1 Million Besucher glaubt man dort zusätzlich für Münstereifel begeistern zu können - wenn man am ersten und zweiten Weihnachtstag den Fashion ausblendet, wären es so an die 2.855 Besucher mehr je Tag ...

Nun weiß ich nicht, welche Auswirkungen das auf den Einzelhandel von Jünkerath bis Rheinbach hat - die Betreiber selber sehen ihr Einzugsgebiet wohl in der Rheinschiene also so zwischen Duisburg und Bonn. Und deshalb ist man Parkhäuser am Bauen und am Erweitern - dass Bad Münstereifel ein Ort mit dem Alleinstellungsmerkmal "ÖV-Erreichbarkeit" bei den ganzen Fashions-Centers und Outlet-Centers ist, hat von denen noch keiner begriffen.
Und somit hat auch keiner Ideen, ob man nicht Münstereifel sa/so (wenns von den Zügen genug gibt) durch einen Kreuzungsbahnhof umsteigefrei an Köln anbinden könnte ....

Aber, wo die dort maßgebende Kraft auf ihrer www-Seite noch von "Bundesbahn" spricht, können wir wohl keine kreativen Ideen erwarten ....

Die Begriffe "Fashion-Center" und "Outlet-Center" wurden wortwörtlich zitiert - einer Bewertung, ob es sich hierbei um dummdeusch handelt, gibt der Verfasser dieses Beitrages nicht ab

Lupushortus
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Re: Bad Münstereifel: Gleise entfernt

Beitrag von Lupushortus » Sonntag 8. Januar 2012, 16:00

Kurz nachdem die nicht mehr benötigten Gleise in BAM abgebunden wurde, so um 1999 +/- 1 Jahr hatte man in der Stadtverwaltung mal nachfragt, was es denn kosten würde, das andere Bahnsteiggleis nebst Umfahrmöglichkeit wieder herzurichten. Es geisterte eine Zahl von rund 500 TDM durchs Rathaus. Zuviel des Guten, also vielleicht später nochmal. Aber später kam dann der Nothaushalt und die sonntägliche Taktverdichtung von 2 Std auf 1 Std Takt (oder war das doch schon vorher..., zu lange ist's her). Damit war dann das Gleis entgültig begraben.

Der letzte Sonderzug, den ich in Erinnerung habe, ist ca. 1997 eine Fahrt der Jülicher Eisenbahnfreunde mit 52-8148:
Bild
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Ein anderer Sonderzug ging noch 1987 auf Reisen, gechartet vom St. Angela Gymnasium; der wurde morgens irgendwann in BAM bereitgestellt, der reguläre Zug fuhr dann auf dem anderen Gleis ein; bei beiden Zügen musste noch umgesetzt werden.

Schön wär's, wenn BAM wieder Bahnhof würde.

Frage an die Fdls hier in dieser Runde: Wäre es nicht auch im Zugleitbetrieb möglich, zwei Züge auf die Strecke zu schicken? Der folgende Zug bekäme immer Freigabe zum Hp vor dem, wo der erste sich gemeldet hat (also: Zug 1 meldet Ankunft Kreuzweingarten, Zug zwei somit Freigabe bis Stotzheim). Sobald Zug eins In BAM angekommen ist, Weiche umstellen, Zug zwei darf nun auch bis BAM fahren?! Gut, wahrscheinlich zu blauäugig.

Aber so ähnlich muss es auch mit der 52er oben funktioniert haben, denn während der ganze Park auf das Umsetzgleis rangiert wurde, kam die planmäßige RB in BAM vorbei.

Viele Grüße
Marco

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