Wiesbaden - Dortmund über Euskirchen - Düren

Bördebahn (Düren - Zülpich - Euskirchen)
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Zavelberg
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Wiesbaden - Dortmund über Euskirchen - Düren

Beitrag von Zavelberg » Sonntag 9. November 2014, 22:33

Hallo,

gerade bei DSO gesehen:

http://www.drehscheibe-online.de/foren/ ... 17,7168112

Um 1923 die französischen Besatzungsgebiete zu umfahren, nam man eigentümliche Wege.
Auch interessante Karte auf dieser Seite.

Gruß aus der Voreifel

Ralf

Fi-Fa-Fuzzemann
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Re: Wiesbaden - Dortmund über Euskirchen - Düren

Beitrag von Fi-Fa-Fuzzemann » Montag 10. November 2014, 13:08

Seit dieser Zeit war übrigens die Linie Euskirchen - Düren zweigleisig: Französische Soldaten verlegten das zweite Gleis in nur sechs Wochen zwischen Juni und Juli 1923. Der erste Abschnitt wurde sogar am französischen Nationalfeiertag eingeweiht. Der Ausbau ermöglichte es, unter Umgehung der britischen Zone in Köln täglich bis zu 25.000 Tonnen Kohle in Richtung Frankreich zu transportieren.

Das erklärt auch, warum im Laufe des Jahres 1923 einige Sabotageakte an den Strecken (und in der Region) verübt wurden; heute würde man vermutlich von Terroranschlägen sprechen - die Eifel war ein ziemlich heißes Pflaster:
  • Im Januar 1923 sabotierten deutsche Eisenbahner die Zufahrtsgleise zum Bw Gerolstein, um zu verhindern, dass französische Eisenbahner den Betrieb übernehmen;
  • Im April 1923 gab es einen Bombenanschlag auf den Schnellzug Düsseldorf - Paris zwischen Düsseldorf und Düren; auch am Aachener Buschtunnel gab es ein ähnliches Attentat auf den Zug Berlin - Antwerpen;
  • Anfang Mai 1923 entgleiste ein Kokszug zwischen Düren und Bubenheim durch eine Bombe. Kurze Zeit später wurde ein Sprengsatz auf einer Bahnbrücke zwischen Satzvey und Mechernich gezündet, als ein Zug vorbeifuhr; die Brücke wurde beschädigt;
  • Im Mai 1923 wurde eine Bahnbrücke bei Düren gesprengt; Kolonialsoldaten aus dem Senegal konnten den Schnellzug Brüssel - Köln noch rechtzeitig stoppen;
  • Ende Mai 1923 erschoss ein Wachposten an einem Eisenbahntunnel bei Speicher einen Angreifer;
  • Mitte Juni 1923 wurde eine Bombe an der Bahnstrecke Bonn - Euskirchen gefunden und entschärft;
  • Anfang Juli 1923 wurde ein Saboteur erschossen, der in Zülpich die Gleise unterhöhlt und Schienenschrauben gelöst hatte;
  • Mitte Juli 1923 wurde ein Signal in der Nähe des Kaller Tunnels beschädigt; eine Patrouille erschoss einen der Saboteure.
Nicht nur Terrorismus behinderte den Verkehr, der Anstieg des Bahnverkehrs und der Einsatz ortsfremder Eisenbahner sorgten auch für Unfälle:
  • Ende März 1923 stießen zwei Reisezüge bei Gerolstein zusammen;
  • Im April 1923 kamen in Euskirchen mehrere Personen bei einem Zusammenstoß ums Leben: Ein aus Richtung Düren kommender Kokszug fuhr bei der Einfahrt in Euskirchen auf einen Leerzug auf. Kurz vorher hatte es im Bahnhof Düren einen ähnlichen Unfall gegeben.

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Zavelberg
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Re: Wiesbaden - Dortmund über Euskirchen - Düren

Beitrag von Zavelberg » Montag 10. November 2014, 15:43

Und da sag´ doch noch mal einer, Geschichte sei langweilig :P

Gruß aus der Voreifel

Ralf

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SSPE
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Re: Wiesbaden - Dortmund über Euskirchen - Düren

Beitrag von SSPE » Montag 17. November 2014, 21:04

Vielen Dank für das Einstellen der wunderbaren Karte und die vielen Informationen zur "Sabotage" während der frz. Besatzungszeit.
Mir war bislang nur der Zwischenfall beim Nordportal des Looskyller Tunnels bekannt, weil eben dort auch ein Gedenkstein steht,
der wohl 1935 errichtet wurde.
Als Kinder waren wir davon ziemlich beeindruckt.
Wobei mich interessieren würde, ob der 17-jährige "Jung' aus Sülm" wirklich ein Saboteur war.
Gibt es hierzu vielleicht eine Quellenangabe?
Ich füge mal ein aktuelles Foto des Denkmals bei. Das scheint über die Jahre renoviert worden zu sein.
Ich meine mich zu erinnern, daß die Inschrift ursprünglich in Fraktur gehalten war.
Aber das ist auch schon wieder gut 30 Jahre her...
Dateianhänge
Gedenkstein Looskyller Tunnel.JPG

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