FDP lehnt Reaktivierung ab

Bördebahn (Düren - Zülpich - Euskirchen)
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Big Steve
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FDP lehnt Reaktivierung ab

Beitrag von Big Steve » Dienstag 14. Februar 2012, 17:38

http://www.euskirchen-online.ksta.de/ht ... 9164.shtml

Auf Antrag der SPD-Fraktion hatte der Kreistag beschlossen, eine Vollreaktivierung der Bördebahn anzustreben. Die FDP-Kreistagsfraktion lehnt das nun wegen angeblich unkalkulierbaren finanziellen Risiken strikt ab.

Eine Reaktivierung der Bördebahn lehnt die FDP-Kreistagsfraktion strikt ab. In einer Pressemitteilung gingen die Liberalen auf die Pläne von CDU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen ein. Auf Antrag der SPD-Fraktion war Mitte Dezember im Euskirchener Kreistag beschlossen worden, die Anstrengungen zur Reaktivierung der Bördebahn voranzutreiben und eine Vollreaktivierung der Strecke bis zum Jahr 2016 anzustreben.

Mit dem Hinweis auf unkalkulierbare finanzielle Risiken für den Kreis Euskirchen und die betroffenen Städte und Gemeinden lehnt die FDP eine Reaktivierung ab. Hans Reiff, Fraktionsvorsitzender der FDP im Euskirchener Kreistag, sagt dazu: „Allein rund 19 Millionen Euro müssten für die Investition nach vorsichtigen Schätzungen aufgebracht werden.“ Die laufenden Kosten pro Jahr würden sich auf ebenso vorsichtig geschätzte 1,5 Millionen Euro belaufen.

Auch der Kreisvorsitzende der Liberalen, Markus Herbrand, kann die Beschlusslage nicht nachvollziehen: „Hier ist mit einem deutlichen Investitionsbedarf und zusätzlichen Unterhaltskosten noch nicht einmal erkennbar, dass der derzeitige Standard auch nur ansatzweise verbessert wird.“ Ein Bus fahre eh schon alle Ortszentren an. Weitere finanzielle Belastungen ohne erkennbaren Gegenwert seien nicht tragbar. Diese Rechnung gehe nicht auf, so Herbrand weiter.

Lupushortus
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Re: FDP lehnt Reaktivierung ab

Beitrag von Lupushortus » Dienstag 14. Februar 2012, 18:18

FDP? Hab ich schon mal gehört. Irgendwas klingelt da. War das nicht mal eine Partei oder sowas :twisted:

218-Fan
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Re: FDP lehnt Reaktivierung ab

Beitrag von 218-Fan » Dienstag 14. Februar 2012, 20:24

Die spinnen, die haben null Ahnung !

aldiator
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Re: FDP lehnt Reaktivierung ab

Beitrag von aldiator » Dienstag 14. Februar 2012, 21:20

Komisch, das beschließt gerade die Partei, die so um die Existens bangt. Wieviel Prozent hatten die nochmal bei der Sonntagsumfrage? 2%???

Die sollen lieber mal im Keller nach den Umfragewerten gucken, als sich gegen alles zu wehren. Normalerweise sind das ja die Grünen, aber in diesem Fall ist die FDP dagegen.

Ich hoffe bei nächsten Wahl werden die auch in der Hochbnurg Kreis Euskirchen unter 5 % kommen.
Die Bahn hat ein Talent(, um) zu spät zu kommen!

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petermann79
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Re: FDP lehnt Reaktivierung ab

Beitrag von petermann79 » Mittwoch 15. Februar 2012, 10:19

Information zur Reaktivierung der Bördebahn

Die Bürgervereine IG Rurtalbahn e.V. und Bürgerbahn e.V. sehen die Reaktivierung der Eifel-Bördebahn für die Region für die Zukunft als unverzichtbar an.

Die Verbindung zwischen den Kreisstädten Euskirchen und Düren, den Region Bonn und Aachen unter Umgehung des völlig überlasteten Eisenbahnknotens Köln ist ein wichtiger Lückenschluss für die gesamte Region.

Die jetzige Anbindung per Schnellbuslinie 98 und per Linienbus 298 stellt keine alleinige Alternative zu eine schnellen Bahnverbindung mit einer Fahrzeit von 30 Minuten dar. Die Verknüpfung von Bus und Bahn ist der Kerngedanke von Mobilität auch für ländliche Regionen in der Zukunft.

Die eindeutige Position des Zweckverbandes NVR zur Überlastung des Knotens Köln und das Erfolgsmodell der Euregiobahn in der Städteregion Aachen sind wichtige Eckpunkte auch in der Diskussion um die Bördebahn. Die Prognose eines aktuellen Gutachtens legen gute Fahrgastzahlen im Falle einer Reaktivierung zu Grunde.

Die Reaktivierung und der Betrieb der Eifel-Bördebahn verursachen Kosten, die das aktuelle Gutachten des NVR ebenfalls ausweisen. Diese Kosten werden aus Mitteln des Landes NRW und aus den „Regionalisierungsmitteln“ bestritten
Die Regionalisierungsmittel stehen den Ländern vom Bund aus dem Mineralölsteueraufkommen aufgrund des Regionalisierungsgesetzes für die Bestellung der Nahverkehrsleistungen im jeweiligen Bundesland zur Verfügung.
Nach Einführung des Regionalisierungsgesetzes stieg die Zahl der Reisenden im Regionalverkehr von rund 1,5 Milliarden (1996) auf rund zwei Milliarden Bahn-Fahrgäste jährlich (2006).

Die Reaktivierung einer Schienenstrecke für den SPNV wird in einen Verkehrsplan des Landes NRW eingebracht, der nach einem Kosten-Nutzenverhältnis das Reaktivierungsvorhaben

Weder der Kreis Euskirchen, noch der Kreis Düren sind so die Träger der finanziellen Hauptlast für die Reaktivierung der Eifel-Bördebahn. Auch unterhalten Kreise und Kommunen in diesem Fall keine Schienenstrecken, sondern ein konzessioniertes Eisenbahninfrastrukturunternehmen.

Den Bürgervereinen ist eine sachlich richtige Information der Bürgerinnen und Bürger wichtig. Parteiübergreifend müssen Fakten Fakten bleiben und Parteipolitik Parteipolitik!


Sebastian Petermann
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Re: FDP lehnt Reaktivierung ab

Beitrag von 218-Fan » Mittwoch 15. Februar 2012, 11:10

Wenn es in 5 Jahren keinen Eilzug Bonn-Aachen, vielleicht sogar Remagen-Aachen gibt fährt keiner mehr Bahn.
Und ich glaube die FDP will nur sich bei den Wählern der Grünen einschleimen, weil die ja durch sowas einen ziemlichen Aufschwung hatten.
Ist nur Wahlkampf...
Die Grünen hasse ich eh wie die Pest, weil die sich immer beschweren...

Big Steve
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Re: FDP lehnt Reaktivierung ab

Beitrag von Big Steve » Mittwoch 15. Februar 2012, 11:49

218-Fan hat geschrieben:Wenn es in 5 Jahren keinen Eilzug Bonn-Aachen, vielleicht sogar Remagen-Aachen gibt fährt keiner mehr Bahn.
Aha...
218-Fan hat geschrieben:Und ich glaube die FDP will nur sich bei den Wählern der Grünen einschleimen, weil die ja durch sowas einen ziemlichen Aufschwung hatten.
Ist nur Wahlkampf...
Wenn es nur Wahlkampf ist...Da ja alle anderen Parteien für die Reaktivierung sind und auch der Kreis Düren sich dafür ausgesprochen hat, werden wir wohl bald FDP regiert sein (ist ja die einzige Partei die sich gegen die Reaktivierung ausspricht) - sonst hätte dieser Wahlkampf ja keinen Sinn.
218-Fan hat geschrieben:Die Grünen hasse ich eh wie die Pest, weil die sich immer beschweren...
Dann beschwere dich besser nicht wenn die Züge ausfallen die du nutzen willst oder ähnliches, weil sonst musst du dich ja selber auch hassen... :mrgreen:

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Re: FDP lehnt Reaktivierung ab

Beitrag von 218-Fan » Mittwoch 15. Februar 2012, 12:00

Die Betonung liegt auf dem "immer" !

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Re: FDP lehnt Reaktivierung ab

Beitrag von Big Steve » Mittwoch 15. Februar 2012, 12:22

218-Fan hat geschrieben:Die Betonung liegt auf dem "immer" !
Ja, aber "immer" beschweren die sich auch nicht, also solltest du vielleicht deine Aussage überdenken.

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Re: FDP lehnt Reaktivierung ab

Beitrag von Nebenbahner » Mittwoch 15. Februar 2012, 16:13

Vielleicht sollte sich die FDP mal Gedanken darüber machen, dass eine Reaktivierung dieser Partei keinen mehr Sinn macht.
Eine/diese Streckenreaktivierung sehr wohl.

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petermann79
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FDP lehnt Reaktivierung ab

Beitrag von petermann79 » Mittwoch 15. Februar 2012, 19:03

Einfach mal durchlesen.

Grüße
Sebastian

http://www.spd-ub-euskirchen.de/meldung ... dlich.html

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Re: FDP lehnt Reaktivierung ab

Beitrag von 218-Fan » Mittwoch 15. Februar 2012, 21:34

SPD, CDU und Gr**e sind dafür, also was spricht noch dagegen ?
FDP, Linke, Piraten und wie se alle heißen, sind Stammtischvereine...

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petermann79
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Re: FDP lehnt Reaktivierung ab

Beitrag von petermann79 » Samstag 18. Februar 2012, 21:39

Ich habe eine Richtigstellung zur Veröffentlichung gebracht. Datei siehe Anhang.
Aufklärung statt Verunsicherung tut Not!

Sebastian
KStA_180212.pdf
(1.09 MiB) 156-mal heruntergeladen

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SPD empfehlt der FDP die Schulbank zu drücken

Beitrag von Metzelyeti » Mittwoch 22. Februar 2012, 18:16

Zeitungsberichs KSTA vom 22.02.2012

Kreis Euskirchen - Die vom Kreistag durch CDU, SPD und Grüne beschlossene Zielsetzung der Reaktivierung der Bördebahn bis 2016 hatte letzte Woche die FDP-Spitze im Kreis kritisiert. Kreisparteichef Markus Herbrand und Kreistagsfraktionschef Hans Reiff argumentierten dabei im Wesentlichen mit Investitionskosten von 19 Millionen Euro sowie jährlichen Folgekosten von 1,5 Millionen Euro.
Das wies inzwischen SPD-Fraktionschef Uwe Schmitz entschieden zurück. Die Zahlen stimmten nicht. Selbst wenn im schlechtesten Fall tatsächlich 19 Millionen Euro zu investieren seien, zahle das nicht alleine der Kreis und schon gar nicht die Kommunen. Die Hauptlast der Kosten übernähmen der Nahverkehr Rheinland (NVR) und das Land. Insofern erzeuge die FDP-Kritik bei den Kommunen nur „völlig unnötig Angst“, so Schmitz.

Die FDP-Rechnung stimme auch bei den Betriebskosten nicht, denn das Risiko für die 1,5 Millionen Euro Jahreskosten übernehme der Zweckverband NVR, der den Schienenverkehr bestelle. Die Kommunen müssten lediglich für den Erhalt der Bahnhöfe und deren Umfeld aufkommen, und dafür gebe es Zuschüsse von bis zu 95 Prozent. Die FDP hatte auch bezweifelt, dass der aktuelle Verkehrsstandard durch die Bördebahn verbessert würde. Dazu Schmitz: „Eine Verkürzung der Fahrtzeit Düren-Euskirchen von 60 auf unter 30 Minuten ist aus Sicht der SPD eine deutliche Anhebung der Standards und führt zu einer überdurchschnittlich hohen Steigerung der Attraktivität im Vergleich zu den Buslinien.“ Die SPD sehe die Reaktivierung der Bahnstrecke Euskirchen-Düren nach wie vor als unverzichtbares Zukunftsprojekt.

Nachhaltiger Nutzen

Nach Meinung der SPD-Fraktion sei der nachhaltige Nutzen und Gewinn für die Einwohner der Regionen Bonn, Euskirchen und Aachen so hoch, dass eine Reaktivierung auch mit den zu erwartenden geringen Eigenanteilen der Kommunen zu befürworten sei. „Die in den letzten Monaten durch SPD, CDU, Grüne und die Interessenverbände vorangetriebenen Anstrengungen zur Reaktivierung sind eine einmalige Chance für die Kreise Euskirchen und Düren“, so Schmitz abschließend.

Seitens des Arbeitskreises Eifelbahnen weist auch der Eisenbahn-Fachmann Wolfgang Müller aus Euskirchen die Argumentation der FDP zurück. Weder die angegebenen Kosten noch die finanziellen Risiken für den Kreis Euskirchen seien richtig. Auch Müller verwies darauf, dass der NVR Betrieb und Investition finanziere. Wobei dem NVR Bundes- und Landesmittel entsprechend der Regionalisierungsgesetze zustünden. Müller verwies auf eine Meldung im „Kölner Stadt-Anzeiger“ vom 15. Februar: „Landesregierung lässt 200 Millionen Euro aus Berlin verfallen.“ Davon seien allein 80 Millionen für den Nahverkehr vorgesehen gewesen. Der Busverkehr müsse dagegen von den Landkreisen selbst finanziert werden.

Auch im Betrieb der Bördebahn ließen sich Kosten in Millionenhöhe einsparen, wenn die vom Arbeitskreis Eifelbahnen vorgeschlagenen Betriebsoptimierungen umgesetzt würden. Insbesondere dann, wenn die Euregiobahn Heerlen(Niederlande)-Aachen-Düren bis Euskirchen oder gar bis Bonn verlängert würde. Mit dem Lückenschluss Düren-Zülpich- Euskirchen entstehe ein vollständiges Eisenbahnnetz in der Euregio Maas-Rhein. Dabei nehme die Eifel-Bördebahn geradezu eine Schlüsselfunktion ein. Gleichzeitig entstehe ein wichtiger und schneller Verkehrskorridor, der in den angrenzenden Landkreisen rund eine Million Einwohner miteinander verknüpfe.

Wirtschaftlich sei der gegenwärtige jährliche Schaden für den Kreis Euskirchen erheblich. Er dürfte nach Müller wegen der fehlenden Strecke in die Millionen gehen. Der Bahnfachmann empfiehlt der FDP im Kreis Euskirchen, sich bei ihrem Parteifreund Rainer Brüderle auf die Schulbank zu setzen. Brüderle hatte als Minister in Rheinland-Pfalz acht Bahnstrecken erfolgreich reaktiviert und den Rheinland-Pfalz-Takt eingeführt.


Quelle: http://www.euskirchen-online.ksta.de/ht ... 6341.shtml

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