Perspektive: Verlängerung S23 bis Mehlem/Remagen?

Voreifelbahn (Bonn - Rheinbach - Euskirchen)
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Bonner Bahner
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Perspektive: Verlängerung S23 bis Mehlem/Remagen?

Beitrag von Bonner Bahner » Donnerstag 23. Juli 2015, 10:27

Guten Tag allerseits,

erst neulich erkannte ich, dass man vereinzelt mit der S23 bis Kreuzberg (Ahr), eine Haltestelle vor Ahrbrück, fahren kann (ab Bonn HBf als RB.., aber halt ohne Umsteigen).

Da fragte ich mich, wie es wohl mit entsprechenden Planungen (Verlängerung der S23 mindestens bis Mehlem) aussieht, insbesondere da 2016 meines Wissens Baubeginn des neuen Haltepunkte "UN-Campus" ist. Wäre zudem nicht das Verlegen eines neuen Gleises von Bonn Hbf bis ca. Trajektknoten relativ einfach, da dort früher bereits ein 3. DB-Gleis lag (für die Strecke zum Trajekt)?

Für eine fachkundige Antwort wäre ich dankbar.
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DER PLANER
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Re: Perspektive: Verlängerung S23 bis Mehlem/Remagen?

Beitrag von DER PLANER » Dienstag 28. Juli 2015, 08:11

Auch, wenn in der Bonner Südstadt einmal drei Gleise lagen, ist ein dreigleisiger Ausbau alles andere als einfach:

Streckenquerschnitt:
Die heutigen Anforderungen (Sicherheitsraum und Entwässerung für jedes Gleis, Kabelführungssystem, Oberleitung an Einzelstützpunktenm d. h. möglichst ohne Querfelder usw.) erfordern einen ganz anderen Strreckenquerschnitt, der hier nicht vorhanden ist.

Bahnübergänge:
Es ist sehr fraglich, ob bei einer Umstellung von zweigleisiger auf dreigleisige Betriebsführung die schienengleichen Bahnübergänge bestehen bleiben können. Üblicherweise werden bei solchen Projekten die Bahnübergänge beseitigt (siehe auch S13 in Bonn-Beuel). Bei Reaktivierung des ehemaligen Trajektgleises unmittelbar neben der Kaiserstraße würde unter Beibehaltung der Bahnübergänge der Raum für die Ausrundung der Straßeneinmündungen gemäß Schleppkurve des Kfz-Verkehr völlig fehlen.

Lärmschutz:
Der Bau eines zusätzlichen durchgehenden Gleises würde Lärmschutzmaßnahmen erfordern. Um die gesetzlichen Grenzwerte einzuhalten (kein Schienenbonus mehr gegeben) , wären gigantische Lärmschutzwände oder eine Volleinhausung aller Gleise nötig. Hinzu käme passiver Lärmschutz mit vielen vielen betroffenen Wohneinheiten.

Realistisch wäre aus meiner Sicht nur eine Tieferlegung (einfache Tiefenlage ohne große Überdeckung) auf einer Länge von ca. 1000 m zwischen BÜ Königstraße und Reuterbrücke. Die große Herausforderung ist aber neben den hohen Kosten der Bauablauf ohne lange Betriebunterbrechungen dieser wichtigen Strecke. Selbst in den etwa 40 Jahren Hauptstadtzeit sind solche Überlegungen immer gescheitert. Mal sehen, was die Studie "S-Bahn linker Rhein" für Erkenntnisse bringt... (mal sehen, ob ich dabei sein darf)

Gruß
DER PLANER

Bonner Bahner
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Re: Perspektive: Verlängerung S23 bis Mehlem/Remagen?

Beitrag von Bonner Bahner » Mittwoch 29. Juli 2015, 08:08

Vielen Dank, DER PLANER, für die Darstellung der Situation!

Wann soll denn in etwa die Studie "S-Bahn linke Rhein" stattfinden?

Ansonsten sollte man sich vielleicht eher auf die "rechtsrheinische Rheinuferbahn" (am besten mit Rheinbrücke, "Linie 17") konzentrieren...

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SD90
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Re: Perspektive: Verlängerung S23 bis Mehlem/Remagen?

Beitrag von SD90 » Mittwoch 29. Juli 2015, 11:47

Eins würde einer Verlängerung der S23 über die linke Rheinstrecke in jedem Fall bringen, nämlich Verspätungen.

Val
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Re: Perspektive: Verlängerung S23 bis Mehlem/Remagen?

Beitrag von Val » Freitag 31. Juli 2015, 09:26

DER PLANER hat geschrieben: Bahnübergänge:
Es ist sehr fraglich, ob bei einer Umstellung von zweigleisiger auf dreigleisige Betriebsführung die schienengleichen Bahnübergänge bestehen bleiben können. Üblicherweise werden bei solchen Projekten die Bahnübergänge beseitigt (siehe auch S13 in Bonn-Beuel). Bei Reaktivierung des ehemaligen Trajektgleises unmittelbar neben der Kaiserstraße würde unter Beibehaltung der Bahnübergänge der Raum für die Ausrundung der Straßeneinmündungen gemäß Schleppkurve des Kfz-Verkehr völlig fehlen.
Ausrundung? Schleppkurve? Mit Ausnahme der Rheinseite des BÜ Königstraße, wo aber verhältnismäßig viel Platz ist, herrscht an allen BÜ der Südstadt Abbiegeverbot. Müssten da wirklich abbiegende Kfz berücksichtigt werden?

Was nichts daran ändert, dass ich gerade den Bereich des ehemaligen Trajektgleises für eine Verbreiterung als besonders problematisch ansehe - ab der Reuterbrücke gibt es überall Kleingärten oder vergleichbare Reserveflächen. In Godesberg sollte sich Platz finden lassen, wenn man den bahnparallelen Radweg aufgibt bzw in den Abschnitten in Dammlage die Böschungen durch Stützmauern ersetzt.

Ein wirklcihes Problem für eine "echte" S-Bahn ist aber der Hauptbahnhof, der absolut keinen Platz für Erweiterungen hat aber eigentlich eine zusätzliche Bahnsteigkante (und breitere Bahnsteige) vertragen könnte.

Rolf
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Re: Perspektive: Verlängerung S23 bis Mehlem/Remagen?

Beitrag von Rolf » Freitag 31. Juli 2015, 11:56

Bonner Bahner hat geschrieben:Vielen Dank, DER PLANER, für die Darstellung der Situation! ...
Dem Dank möchte ich mich ausdrücklich anschließen. Vor dem Hintergrund dieser Erläuterungen erscheint ein dreigleisiger Ausbau ausgesprochen unrealistisch.

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