Verspätungen RB23 - Die Never-Ending-Story

Voreifelbahn (Bonn - Rheinbach - Euskirchen)
_Peter
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Re: Verspätungen RB23 - Die Never-Ending-Story

Beitrag von _Peter » Donnerstag 8. Januar 2015, 18:12

Die entscheidenden Zentimeter:

Bild

Wurden in Schlitterwick (so sprach mein Biologie-Lehrer das immer aus) mal Tests mit dem LINT und dem Schiebetritt gemacht? Also ich meine bezogen auf die alten Bahnsteigplatten. Oder hat man gleich gesagt: "Keine Experimente"?

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DER PLANER
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Re: Verspätungen RB23 - Die Never-Ending-Story

Beitrag von DER PLANER » Donnerstag 8. Januar 2015, 20:42

Die Bahnsteigverlängerung in Witterschlick hat nicht unserern patentierten "Unterfahrschutz". Wozu auch, das würde auf einer Teillänge von zwölf Metern wenig nützen. Es geht dabei au0ßerdem um mehr, als wenige Zentimer.
Natürlich hat es Testfahrten mit den LINT gegeben, bei denen das Ausfahren der Schiebetritte geprüft wurde.

Eifel215
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Re: Verspätungen RB23 - Die Never-Ending-Story

Beitrag von Eifel215 » Mittwoch 14. Januar 2015, 18:59

Mittlerweile vergeht kein Tag ohne S23 in der Zeitung.
Der Bonner GA weißt auf ein Treffen der Facebookgruppe "Eifelpendler" am diesen Freitag hin. Der Artikel scheint im Internet nicht verfügbar zu sein.
Die o. g. Gruppe ist ohne Gesichtsbuch-Konto anscheinend auch nicht zugänglich.
Was aber zugänglich ist ist diese Gruppe https://www.facebook.com/Kein.VAREO?fref=nf die sogar was twittert https://twitter.com/no_vareo
Dort findet sich auch ein Programmhinweis auf die heutige Lokalzeit im WDR.

aldiator
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Re: Verspätungen RB23 - Die Never-Ending-Story

Beitrag von aldiator » Mittwoch 14. Januar 2015, 23:46

Hallo zusammen,

ich bin in der Gruppe Mitglied und es sind mittlerweile um die 800 Mitglieder, die alles andere als zufrieden sind. Für die Eifelpendlergruppe muss von der Administratorin der Zugang bestätigt werden, daher auch nur bedingt öffentlich.
Ich möchte es aber jedem Nahe legen dort einzutreten und zu unterstützen. Je mehr wir sind, umso größer die Hoffnung, dass die Verspätungen und das Fahrplankonzept der S-23 ins Nirvana geschickt werden.

Der besagte Beitrag aus der Lokalzeit befindet sich hier:
http://www1.wdr.de/mediathek/video/send ... rue#banner

Gruß
aldiator
Die Bahn hat ein Talent(, um) zu spät zu kommen!

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DER PLANER
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Re: Verspätungen RB23 - Die Never-Ending-Story

Beitrag von DER PLANER » Donnerstag 15. Januar 2015, 08:39

aldiator hat geschrieben: Je mehr wir sind, umso größer die Hoffnung, dass die Verspätungen und das Fahrplankonzept der S-23 ins Nirvana geschickt werden.
Ich habe auch den Beitrag in der Lokalzeit gesehen. 4 Minuten Verspätung, wie dramatisch! Gestern musste meine RB 48 einen verspäteten IC vorbeilassen und hatte dadurch +10 Minuten. Wenn ich mich da jedesmal aufregen würde...
Die Pünklichkeit der Züge auf der Voreifelbahn hat sich jawohl inzwischen normalisiert. Ich fahre dort auch jeden Tag und weiß, wovon ich rede. Tatsächlich ist ein paarmal morgens der Zugumlauf mit Ankunft 6:17 Uhr in Bonn ausgefallen, weshalb der nächste Zug übervoll war. Das hat aber nichts mit dem Konzept an sich zu tun.

Fahrplankonzept der S-23 ins Nirvana schicken?
Du glaubst wohl selbst nicht, dass auf eine Bedienung der neuen Haltepunkte verzichtet wird, um Fahrzeit für Durchfahrer einzusparen. Wenn ich eine Facebookgruppe zugunsten weiterer neuer Haltepunkte gründen würde, hätte ich möglicherweise genau soviel Zulauf. Bei Oberdrees oder Volmershoven würden vielleicht sogar hier einige schwach werden :mrgreen:

Bei der Gestaltung des Fahrplanes für die S 23 sind aufgrund von betrieblichen und baulichen Zwangspunkten enge Grenzen gesetzt. Ich wäre sehr gespannt auf Alternativen...es gibt ja offenbar genug Experten hier :evil:

Big Steve
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Re: Verspätungen RB23 - Die Never-Ending-Story

Beitrag von Big Steve » Donnerstag 15. Januar 2015, 09:21

DER PLANER hat geschrieben: Bei der Gestaltung des Fahrplanes für die S 23 sind aufgrund von betrieblichen und baulichen Zwangspunkten enge Grenzen gesetzt. Ich wäre sehr gespannt auf Alternativen...es gibt ja offenbar genug Experten hier :evil:
Am Fahrplan kann nichts geändert werden, mit dem müssen wir einfach auskommen.

Alternativ könnte man höchstens die Linie in Euskirchen wieder brechen und zwischen Bonn und Euskirchen die nun abgestellten Talente wieder einsetzen (es sind ja nur ein paar im Einsatz auf der Kongobahn, nicht alle Einheiten). Die könnte man dieses Jahr komplett modernisieren und ab Dezember wieder auf die Strecke schicken. Dann kann der ursprüngliche Fahrplan wieder in Kraft treten.

Auf allen anderen Strecken (inkl. Bad Münstereifel) verbleibt es beim Lint. Die frei werdenden Einheiten können auf den anderen Strecken die Kapazität erhöhen.

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mcbain
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Re: Verspätungen RB23 - Die Never-Ending-Story

Beitrag von mcbain » Donnerstag 15. Januar 2015, 09:35

Big Steve hat geschrieben: Alternativ könnte man höchstens die Linie in Euskirchen wieder brechen und zwischen Bonn und Euskirchen die nun abgestellten Talente wieder einsetzen (es sind ja nur ein paar im Einsatz auf der Kongobahn, nicht alle Einheiten). Die könnte man dieses Jahr komplett modernisieren und ab Dezember wieder auf die Strecke schicken. Dann kann der ursprüngliche Fahrplan wieder in Kraft treten.

Auf allen anderen Strecken (inkl. Bad Münstereifel) verbleibt es beim Lint. Die frei werdenden Einheiten können auf den anderen Strecken die Kapazität erhöhen.
Den Vorschlag wuerde ich SOFORT unterschreiben!

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Zavelberg
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Re: Verspätungen RB23 - Die Never-Ending-Story

Beitrag von Zavelberg » Donnerstag 15. Januar 2015, 09:44

DER PLANER hat geschrieben:
Fahrplankonzept der S-23 ins Nirvana schicken?
Du glaubst wohl selbst nicht, dass auf eine Bedienung der neuen Haltepunkte verzichtet wird, um Fahrzeit für Durchfahrer einzusparen. Wenn ich eine Facebookgruppe zugunsten weiterer neuer Haltepunkte gründen würde, hätte ich möglicherweise genau soviel Zulauf. Bei Oberdrees oder Volmershoven würden vielleicht sogar hier einige schwach werden :mrgreen:
Dann plan mal los :P Ich würde zwar nicht schwach, aber ein Auto würde ich abschaffen...

Gruß aus der Voreifel

Ralf

Smeee
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Re: Verspätungen RB23 - Die Never-Ending-Story

Beitrag von Smeee » Donnerstag 15. Januar 2015, 09:47

DER PLANER hat geschrieben:
Ich habe auch den Beitrag in der Lokalzeit gesehen. 4 Minuten Verspätung, wie dramatisch! Gestern musste meine RB 48 einen verspäteten IC vorbeilassen und hatte dadurch +10 Minuten. Wenn ich mich da jedesmal aufregen würde...
Die Pünklichkeit der Züge auf der Voreifelbahn hat sich jawohl inzwischen normalisiert. Ich fahre dort auch jeden Tag und weiß, wovon ich rede. Tatsächlich ist ein paarmal morgens der Zugumlauf mit Ankunft 6:17 Uhr in Bonn ausgefallen, weshalb der nächste Zug übervoll war. Das hat aber nichts mit dem Konzept an sich zu tun.
Dank des neuen Fahrplans bin ich jetzt morgens viel entspannter unterwegs (wenn die Bahn Ankunft 6:17 in Bonn denn fährt, ansonsten is mein IC weg). Bis 20 min Verspätung reichen immer noch für den Anschluss. Abends mit dem IC Ankunft 19:12 in Bonn hab ich jetzt auch die Ruhe weg. Früher war das Stress pur, wenn der mal 3 Minuten zu spät war, ob wohl der Anschluss noch klappt. Heute habe ich 27 Minuten...

Dummerweise ist das mit täglich einer Stunde mehr Fahrzeit erkauft (im Vergleich zum alten Fahrplan), was aufs Jahr gerechnet bei 220 Arbeitstagen immerhin 9 ganze Tage sind... Ok, da muss man jetzt Verspätungen im alten Fahrplan rausrechnen, aber ne Woche bleibt sicher noch über. Werd wohl, sobald das Wetter wieder einigermaßen ist, aufs Fahrrad umsteigen. Da gewinne ich immerhin 10 Minuten pro Strecke.

Hoffen wir mal, dass die Zugausfälle nur Kinderkrankheiten der Fahrzeuge sind (hab da noch was von dünner Personaldecke bei den Triebfahrzeugführern gehört, was ist denn da dran?)...

Und, lieber Planer, es tut mir leid, dass du hier als einsamer Vertreter der "Bösen Bahn" soviel Kritik ausgesetzt bist. Du machst nur deinen Job und das sicher nicht mal schlecht. Vielen Dank für die vielen Infos und Erläuterungen.

Big Steve
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Re: Verspätungen RB23 - Die Never-Ending-Story

Beitrag von Big Steve » Donnerstag 15. Januar 2015, 10:14

Ich selbst komme eigentlich sehr gut mit dem neuen Fahrplan zurecht. Die Umsteigezeiten in Euskirchen sind deutlich besser als vorher, wo man bei 5 Minuten Verspätung schon des öfteren seinen Anschlusszug nicht mehr bekommen hat.
Das Platzangebot wurde auch ausgeweitet und die ganze Fahrt ist jetzt viel entspannter als vorher.

Jetzt noch die letzten Kinderkrankheiten am Lint beseitigen und ich habe nichts mehr zu meckern.

aldiator
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Re: Verspätungen RB23 - Die Never-Ending-Story

Beitrag von aldiator » Donnerstag 15. Januar 2015, 20:15

DER PLANER hat geschrieben:
aldiator hat geschrieben: Je mehr wir sind, umso größer die Hoffnung, dass die Verspätungen und das Fahrplankonzept der S-23 ins Nirvana geschickt werden.
Ich habe auch den Beitrag in der Lokalzeit gesehen. 4 Minuten Verspätung, wie dramatisch! Gestern musste meine RB 48 einen verspäteten IC vorbeilassen und hatte dadurch +10 Minuten. Wenn ich mich da jedesmal aufregen würde...
Die Pünklichkeit der Züge auf der Voreifelbahn hat sich jawohl inzwischen normalisiert. Ich fahre dort auch jeden Tag und weiß, wovon ich rede. Tatsächlich ist ein paarmal morgens der Zugumlauf mit Ankunft 6:17 Uhr in Bonn ausgefallen, weshalb der nächste Zug übervoll war. Das hat aber nichts mit dem Konzept an sich zu tun.
Wenn ein Zug ausfällt ist das ärgerlich, aber kein konzeptioneller Fehler, dem Stimme ich zu. Ich stimme genau so zu, dass es die erste Tage nach der Umstellung nicht ganz rund läuft, wie es bereits mehrfach der Fall war. Diese Woche bin ich auf Dienstreise und habe spaßeshalber mal die S-Bahn Mitteldeutschland um Halle-Leipzig herum getestet. Unterschied zu Bonn-Euskirchen ist hier ganz klar:

- S-Bahn Sprinter zwischen Halle und Leipzig (einmal stündlich) (etwa 11 Minuten weniger Fahrzeit)
- große Kapazitäten, im Berufsverkehr 2*Talent 2 und ansonsten 1*Talent 2
- pünktliche Verbindungen, hat mir ein Schaffner und auch die Fahrgäste bestätigt
- schnelle Türen (ich weiß nicht inwieweit die EU-Norm auf den Talent 2 greift

Auf die Unterschiede zwischen Diesel- und Elektrotriebwagen möchte ich jetzt nicht eingehen, da es Äpfel mit Birnen verglichen ist.

Zur Lokalzeit:
Die Dame am Bonner Hauptbahnhof sagt genau wie es ist, die Zuverlässigkeit ist in den letzten Jahren nach unten gegangen und der "Ärger mit der Strecke". Das Ganze muss natürlich relativ gesehen werden, da die Strecke seit Jahren eine indirekte Dauerbaustelle ist. Nach der Vollendung - ursprünglich im Dez. 2013 - was Dez. 2014 wurde - soll nach Plan einiges besser laufen, wovon ich als Pendler nicht so viel mitkriege. Als Verbesserung sehe ich da definitiv die neuen S-Bahn Haltepunkte, Barrierefreiheit und die verbesserten Kreuzungsmöglichkeiten. Den Steuerzahler hat das Ganze geschätzt 50 Mio. gekostet, wovon laut Medien 3000 zusätzliche Fahrgäste am Tag profitieren. Die anderen 12.000 bestehenden Fahrgäste profitieren recht wenig davon.
Auch wenn es manchmal vielleicht so klingt, ich bin keiner der Haltepunkte ablehnt, aber für meisten Fahrgäste, die nunmal aus Euskirchen und Rheinbach nach Bonn fahren, sind diese teuren Verbesserung einfach nicht spürbar.
DER PLANER hat geschrieben: Fahrplankonzept der S-23 ins Nirvana schicken?
Du glaubst wohl selbst nicht, dass auf eine Bedienung der neuen Haltepunkte verzichtet wird, um Fahrzeit für Durchfahrer einzusparen. Wenn ich eine Facebookgruppe zugunsten weiterer neuer Haltepunkte gründen würde, hätte ich möglicherweise genau soviel Zulauf. Bei Oberdrees oder Volmershoven würden vielleicht sogar hier einige schwach werden :mrgreen:
Ich sage auch nicht, dass auf die Halte verzichtet werden soll, aber ein Fahrplan ist immer ein Kompromiss aus vielen verschiedenen Punkten. Der Euskirchener hätte am liebsten eine 20 minütige Direktverbindung nach Bonn. Es ist für jeden Fahrgast klar, dass das in der Form nicht möglich ist. Wohl aber ist ein Kompromiss durchaus sinnvoll als Sprinter zwischen EU-Rheinbach-BN mit wenigen Zwischenhalten und natürlich auch eine S-Bahn mit allen Halten von BN bis EU. Der Normaltakt (ohne Sonntag) auf der Voreifelbahn ist nunmal 30 Minuten mit einer Verdichtung im Berufsverkehr und da wird es mir als Fahrgast einfach nicht klar, warum nicht einer von den 4 Zugläufen als Sprinter fahren kann. Die Stationen zwischen Rheinbach
und Bonn könnten doch weiterhin durch Verstärker bedient werden und ein Langlauf würde eben ein paar Halte auslassen. Und an der Stelle verstehe ich nicht, warum das nicht machbar. Desweiteren bestätigen mich die Aussagen zur Definition der einzelnen Zuggattungen:

Wenn ich mir die Definition der S-Bahn bei Wiki anschaue, sehe ich dort, dass eine S-Bahn dafür da ist, die Stadt sowie das städtische Umfeld zu erschließen. Meiner Sichtweise nach entspricht das einer S-Bahn zwischen Bonn und Alfter-Witterschlick, je nachdem wenn Bonn Rhein-Sieg als Referenz genommen wird entsprechend Bonn-Rheinbach. Euskirchen oder Bad Münstereifel sehe ich laut Definition nicht mehr als städtisches Umfeld an.

Wenn ich mir die anderen Strecken der S-Bahn Rhein/Ruhr ansehe, dann sehe ich, das meist ein Mischbetrieb zwischen S-Bahn/RB/RE vorliegt. Fahrgästen zwischen den Stadtzentren nehmen den RE und diejenige aus Vororten die S-Bahn.

DER PLANER hat geschrieben: Bei der Gestaltung des Fahrplanes für die S 23 sind aufgrund von betrieblichen und baulichen Zwangspunkten enge Grenzen gesetzt. Ich wäre sehr gespannt auf Alternativen...es gibt ja offenbar genug Experten hier :evil:
smeee hat geschrieben: Und, lieber Planer, es tut mir leid, dass du hier als einsamer Vertreter der "Bösen Bahn" soviel Kritik ausgesetzt bist. Du machst nur deinen Job und das sicher nicht mal schlecht. Vielen Dank für die vielen Infos und Erläuterungen.
Dem kann ich mich nur anschließen und sage an der Stelle auch nochmal vielen Dank für Infos und Erläuterungen. Das eigentlich Problem für die Fahrplanänderung ist nunmal der Lint und nicht irgendein Planer.
Big Steve hat geschrieben: Am Fahrplan kann nichts geändert werden, mit dem müssen wir einfach auskommen.

Alternativ könnte man höchstens die Linie in Euskirchen wieder brechen und zwischen Bonn und Euskirchen die nun abgestellten Talente wieder einsetzen (es sind ja nur ein paar im Einsatz auf der Kongobahn, nicht alle Einheiten). Die könnte man dieses Jahr komplett modernisieren und ab Dezember wieder auf die Strecke schicken. Dann kann der ursprüngliche Fahrplan wieder in Kraft treten.

Auf allen anderen Strecken (inkl. Bad Münstereifel) verbleibt es beim Lint. Die frei werdenden Einheiten können auf den anderen Strecken die Kapazität erhöhen.
Auch von mir direkt eine Unterschrift mit dem ursprünglichen geplanten Konzept von zeittechnischer Seite. ZB. Abfahrt Euskirchen um 10:01 mit Ankunft Bonn um 10:40 und umgekehrt ab 10:46 zurück nach Euskirchen.
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Re: Verspätungen RB23 - Die Never-Ending-Story

Beitrag von aldiator » Donnerstag 15. Januar 2015, 20:26

Noch ein Nachtrag, auch wenn es eher noch auf die Eifelstrecke bezogen ist.

Am Freitag findet in Euskirchen im City-Forum ein Treffen zwischen Vertretern und der Bahniniative (921 unzufriedene Pendler) statt. Dort werden vertreten sein "Herrn Dirk Helfert - Leiter der DB Regio, Verkehrsbetrieb Rheinland", "Fahrgastverbandes Pro Bahn Rhein-Sieg", Vertreter von NVR und VRS.

Ich bin gespannt, was dabei rumkommt. Vielleicht ist auch einer von Euch dabei und kann posten, was die Pendler möchten und was davon wirklich machbar ist. Ich kann leider aus dienstlichen Gründen nicht daran teilnehmen und hoffe, dass jemand aus dem Forum vertreten sein wird.

Weitere Infos dazu bei Facebook beziehungsweise auf dieser Seite, die zurzeit im Aufbau ist. http://eifelpendler.de/
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Re: Verspätungen RB23 - Die Never-Ending-Story

Beitrag von DER PLANER » Donnerstag 15. Januar 2015, 21:59

Ich versuche nochmal zu erläutern, welche Überlegungen zu dem aktuellem Fahrplankonzept der S23 geführt haben:

Die Fahrzeit zwischen Bonn und Euskirchen, d. h. die Summe aller Fahrspiele inklusive Anfahren und Bremsen beträgt zwischen Bonn und Euskirchen bei Bedienung aller elf Zwischenhalte etwa 34 Minuten, in der Gegenrichtung sind es zwei bis drei Minuten weniger. Unterschiede gibt es bei der durchschnittliche Abfertigungszeit am Bahnsteig. Diese beträgt bei einem Zug der Baureihe 644 im Mittel 0,5 Minuten. Dies ergibt bei elf Zwischenhalten 5,5 Minuten. Die Gesamtfahrzeit von 39,5 Minuten entspricht in etwa dem Zustand vor Inbetriebnahme der neuen Haltepunkte. Damit wäre das bisherige Konzept mit einer Umlaufzeit von 90 Minuten theoretisch weiterhin möglich:

90-Minuten-Umlauf (bisheriger Fahrplan bis Ende 2014)
Beim 90-Minuten-Umlauf mit der BR 644 beträgt die verbleibende Wendezeit in Bonn und Euskirchen nur 5 Minuten. Dies ermöglicht im Taktknoten Euskirchen zur vollen und halben Stunde sehr kurze Übergänge von und zur Eifelstrecke. Die kurze Wendezeit ist aber für einen stabilen Betriebsablauf zu knapp bemessen. Eventuelle Verspätungen werden auf die gegenrichtung übertragen.

Außerdem würden sich die planmäßigen Zugkreuzungen bei einem 90-Minuten-Umlauf weiterhin in Witterschlick und Rheinbach unmittelbar im Anschluss an eingleisige Abschnitte befinden, was zusätzliche Standzeiten erfordert, damit kleinste Verzögerung im Betriebsablauf nicht sofort auf die Gegenrichtung übertragen werden.

Zwar würde die Fahrzeit bei Einsatz der Baureihe 644 und 90-Minuten-Umlauf trotz der neuen Haltepunkte annähernd gleich bleiben, das System wäre aber sehr labil und verspätungsanfällig. Schon die Verspätung eines einzelnen Zuges würde sofort zum Zusammenbruch des gesamten Taktfahrplans führen.

Die neuen Züge der Baureihen 620 und 622 mit Türsteuerungen gemäß DIN EN 14752 von 2014 benötigen durchschnittlich 0,8 Minuten für die Abfertigung am Bahnsteig. Dies ergibt bei elf Zwischenhalten einen Zeitbedarf von etwa 8,5 Minuten. Die Gesamtfahrzeit verlängert sich dadurch um drei Minuten und beträgt 42 Minuten. Dies ist für ein Konzept mit 90-Minuten-Umläufen zu lang. Die Wendezeiten in Bonn und Euskirchen würden nur jeweils drei Minuten betragen.

Daher wurde entschieden, die S23 auf ein Konzept mit 120 Minuten-Umläufen umzustellen und die Fahrzeit auf 44 Minuten je Richtung zu verlängern:

120-Minuten-Umlauf (aktuelles Konzept)
Beim 30-Minuten-Takt ist eine zusätzliche Zuggarnitur erforderlich. Es ergeben sich anstatt zwei nun drei Zugkreuzungen. Damit ist eine planmäßige Zugkreuzung in Odendorf erforderlich, die beiden anderen ergeben sich in den zweigleisigen Abschnitten im Bereich Helmholtzstraße und Industriepark. Die zusätzlichen Zugbegegnungen während der Taktverdichtung in den Hauptverkehrszeiten erfolgen ebenfalls in zweigleisigen Abschnitten in Impekoven und Römerkanal.

Die Wendezeiten in Bonn und Euskirchen verlängern sich auf 19 bzw. 12 Minuten. Dies führt zu mehr Fahrplanstabilität, verlängert aber eben leider auch die Übergänge von und zu den Zügen der Eifelstrecke.

Weil in Bonn nur ein Gleis und eine Bahnsteigkante für die Voreifelbahn zur Verfügung steht, muss ein Wechsel der Züge zwischen Kurzfahrt nach Rheinbach und Durchbindung nach Euskirchen erfolgen. Damit die Wendezeit dabei noch wenigstens sieben Minuten beträgt, ist ein 13/17-Minuten Takt nicht zu vermeiden. Alternativ wären die Übergänge zu den Zügen der Eifelstrecke in Euskirchen noch länger.

Dieses Konzept kann nachweislich Verspätungen einzelner Züge von bis zu fünf Minuten auffangen, ohne dass sich die Verspätung auf die Gegenrichtung überträgt. In Odendorf ist eine pünktliche Abfahrt in Richtung Bonn aufgrund der planmäßigen Standzeit von vier Minuten einigermaßen sichergestellt.

20-Minuten-Takt und Sprinter-Züge
Der vorgeschlagene 20-Minuten-Takt zwischen Bonn und Rheinbach mit stündlicher Durchbindung nach Euskirchen ist nicht möglich. In Bonn Hbf beträgt die Wendezeit 19 Minuten, so dass sich dort in diesem Fallgleichzeitig zwei Züge befinden würden, was betrieblich nicht möglich ist. Ein Sprinterzug mit verkürzter Fahrzeit würde darüber hinaus eine weitere Bahnsteigkante erfordern. Auch diese steht in Bonn nicht zur Verfügung.

Aktueller Bildfahrplan S 23/RB 23 aus dem Buch "Projekt Voreifelbahn"
Bild
Anmerkung: Die orange hinterlegten Abschnitte sind eingleisig.

Rolf
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Re: Verspätungen RB23 - Die Never-Ending-Story

Beitrag von Rolf » Donnerstag 15. Januar 2015, 23:36

Smeee hat geschrieben:...Und, lieber Planer, es tut mir leid, dass du hier als einsamer Vertreter der "Bösen Bahn" soviel Kritik ausgesetzt bist. Du machst nur deinen Job und das sicher nicht mal schlecht. Vielen Dank für die vielen Infos und Erläuterungen.
Dem schließe ich mich ausdrücklich an. Vielen Dank für die vielen aufschlussreichen Infos!

_Peter
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Re: Verspätungen RB23 - Die Never-Ending-Story

Beitrag von _Peter » Donnerstag 15. Januar 2015, 23:43

Aha. Nach und nach wird hier das Buch veröffentlicht. ;)

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