Neues für die Voreifelstrecke

Voreifelbahn (Bonn - Rheinbach - Euskirchen)
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Zavelberg
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Neues für die Voreifelstrecke

Beitrag von Zavelberg » Donnerstag 10. August 2006, 12:56

Hallo

folgende beiden Artikel fand ich heute morgen in der Online - Ausgabe der Bonner Rundschau:


Bahnstation gleich hinter den Museen

ERSTELLT 10.08.06, 07:18h
BONN. Neue Hoffnung auf einen Eisenbahn-Haltepunkt „Regierungsviertel“ mitten in Bonn hat der CDU-Landtagsabgeordnete Gerhard Lorth. Eine solche Station für die Regionalzüge der Eisenbahn zwischen Bonns Hauptbahnhof und dem Bahnhof Bad Godesberg ist nach Lorths Darstellung Bestandteil der europaweiten Ausschreibung für eine der beiden Regionalbahnen auf dieser Strecke gewesen. Der mögliche Haltepunkt soll in Höhe von Bundeskunsthalle / Kunstmuseum errichtet werden und damit Arbeitsplätze im ehemaligen Regierungsviertel bedienen können - bis hin zu UN-Campus und künftigem Kongresszentrum.

Europa-Recht schreibt die Ausschreibung von Leistungen wie den Betrieb einer Regionalbahnstrecke vor - ein erster solcher Wettbewerb ist für den künftigen Betrieb der RB 26 durchgeführt worden, nach Lorths Informationen für den Abschnitt Köln-Koblenz. Und der erfolgreiche Bewerber - dem Vernehmen nach kam nicht die Deutsche Bahn als der bisherige Betreiber zum Zuge - hat die Bedienung des in Bonn heiß ersehnten, geplanten Haltepunktes „Regierungsviertel“ akzeptiert.

Den Bonner Verkehrsexperten der CDU-Landtagsfraktion ermuntert diese Entwicklung, frühere Visionen für Pendler-Ströme in die Bundesstadt wieder in Erinnerung zu rufen. Lorth: „Das ,Große C, die Verknüpfung der Regionalbahnen aus Euskirchen und dem Ahrtal zu einer durchgehenden Bahnlinie, könnte vielen Pendlern das jetzt notwendige Umsteigen in Bad Godesberg oder am Hauptbahnhof vom Zug auf Stadtbahn oder Bus ins frühere Regierungsviertel ersparen.“ (jfr)



Lorth hält Zusagen Alfters für „nichtig“

ERSTELLT 10.08.06, 07:18h
ALFTER / BONN. Die Geduldsproben um den „Voreifel-Express“ haben kein Ende: Zum einen erwartet der Bonner CDU-Landtagsabgeordnete Gerhard Lorth für den zweigleisigen Ausbau der Regionalbahnstrecke (RB 23) zwischen Bonn-Duisdorf und Alfter-Witterschlick den Startschuss, sobald über die Klage von Alfterer Strecken-Anrainern entschieden ist. Zum anderen geht Lorth beim Streit um die Bahnübergänge auf der Stadtgrenze zwischen Bonn-Duisdorf und Alfter davon aus, dass über den Erhalt eines von ehemals drei benachbarten Schienenquerungen politisch entschieden werden muss und richtet sich auf einen längeren Kampf um eine tragbare Lösung ein.

Dabei hält der CDU-Politiker, zugleich Bezirksvorsteher des an Alfter grenzenden Bonner Stadtbezirks Hardtberg, die Vereinbarungen der Gemeinde Alfter mit Bund und Bahn, nach denen die finanzielle Unterstützung für den Bau einer Straßenbrücke über die Bahntrasse mit der Schließung aller drei Bahnübergänge verknüpft sei, für „nichtig“. Der umstrittene „letzte“ Bahnübergang - unmittelbar neben den Weck- und Kautex-Werken - liege nämlich, wenn auch nur um ein paar Meter, auf Bonner Gebiet; und dafür hätte Alfter keine bindenden Verpflichtungen eingehen können.

Lorth hält aber auch den von Bürgern, Politik und Wirtschaft geforderten Erhalt des Bahnüberganges bei Weck als Alternative für Bund und Bahn für attraktiv - weil so die Rückbaukosten dafür eingespart werden könnten. (jfr)


Zu dem oberen oberen Artikel frage ich mich schon länger, warum man
die RB 23 nicht bis ins Ahrtal durchfahren lässt und die Ahrtalbahn bis
Euskirchen? Es gibt einen Übergangstarif VRS / Ahr, der Übergang könnte
aber hier auch ohne Umsteigen möglich sein, wenn man den nur will und
sich einig würde (NRW / RLP)?

Gruß aus der Voreifel

Ralf

Jim_Knopf
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Re: Neues für die Voreifelstrecke

Beitrag von Jim_Knopf » Donnerstag 10. August 2006, 13:13

Zavelberg hat geschrieben: Zu dem oberen oberen Artikel frage ich mich schon länger, warum man
die RB 23 nicht bis ins Ahrtal durchfahren lässt und die Ahrtalbahn bis
Euskirchen?
... und weiter bis Blankenheim bzw. Lissendorf, dann auf die alte Strecke runter nach Dümpelfeld und der Kreis ist geschlossen...
Mann, wär das schön...

Aber um mal kurz (unsanft) aus der Träumerei zurückzukommen: War das von Ralf angesprochene "Dreieck" EU-BN-AW nicht durchaus mal in Planung? Ich meine, in den 80ern (?) hätte man das mal ernsthaft diskutiert...

Whatever...

nen Ruhigen noch!

Greetz

Chris

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Zavelberg
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Beitrag von Zavelberg » Donnerstag 10. August 2006, 13:30

Chris schrieb:

Aber um mal kurz (unsanft) aus der Träumerei zurückzukommen: War das von Ralf angesprochene "Dreieck" EU-BN-AW nicht durchaus mal in Planung? Ich meine, in den 80ern (?) hätte man das mal ernsthaft diskutiert...



Die Planung ist schon lange her, da fuhr man noch mit Lokbespannten Zügen.
Heute aber, wo die Talente in Bonn nebeneinander stehen, fragt man sich
doch, warum die nicht abwechselnd durchfahren :?: Ach ja, Münstereifel nicht
zu vergessen "Ahr - Erft - Express" [Träummodus aus]


Euskirchen - Lissendorf - Adenau - Bonn das ist doch die Idee :idea: !
Schiene - Straße - Bus mieten, und dann eine Sonderfahrt, die es so wohl
kaum schon mal gegeben hat. Sind die Dinger geländegängig? :lol:

OK Spaß bei Seite, bin halt umsteigefaul.

Gruß aus der Voreifel

Ralf

Talent78
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Beitrag von Talent78 » Donnerstag 10. August 2006, 17:34

[Vorsicht, leichter Ironie-Modus!]

Also bitte, ja?
Das sog. "Große C" beschrieb seinerzeit den vollständigen möglichen Zuglauf aus dem Ahrtal über Bonn und EU bis nach Bad Münstereifel! Ein Blick auf eine Landkarte würde hier Klarheit schaffen: ohne die Erfttalbahn handelt es sich bei dieser Vision allenfalls nämlich um ein "Abgeschnittenes C".

[/Vorsicht, leichter Ironie-Modus!]

Schön wärs vielleicht. Doch halte ich persönlich diese Diskussion für überflüssig. Bonn als Oberzentrum ist ganz logisch auch "Umsteigebahnhof". Hier steigen ohnehin die meisten Menschen aus oder in die verschiedensten Busse und Bahnen um.
Wer tatsächlich weiter will (wie viel % mögen es sein?), der kann nirgendwo besser auf alle möglichen anderen Verkehrsmittel umsteigen (nicht nur an die Ahr), als dort im "Oberzentrum".
Im übrigen fahren heute RB30 und 23 zumindest teilweise (zufällig) als mögliche Anschlüsse.

Allzulange Zugläufe haben auch Nachteile (Pünktlichkeit!), insbesondere auf Strecken mit eingleisigen Abschnitten. Nirgendwo weiss man das besser, als zwischen BN und EU.
Genau da beisst sich meiner Ansicht nach die (politische) Katze in den Schwanz. Vom "Großen C" sollte man erst träumen, wenn BN-EU fertig ausgebaut ist (nicht nur gesichert, sondern ein entsprechend befahrbarer Zustand eingetreten ist!).

Hinzu kommen noch die angesprochenen Schwierigkeiten zw. den beiden Bundesländern NRW und Rl.-Pf. Der VRS-Tarif gilt eben südlich von Bonn nicht (anders als z.B. dessen vollständige Geltung im Abschnitt Jünkerath - Gerolstein bei Fahrten aus NRW heraus; obwohl eigentlich ja auch VRT-Gebiet!). Ein "Übergangstarif" ist eben leider diesbezüglich nur eine "halbe" Lösung, nämlich ein eigener Tarif.
Wer weiss, vielleicht gehts in Wahrheit erstmal eben darum (z.B. Geltung VRS bis Remagen) - fände ich auch allemal sinnvoller.
Das allerdings hat weniger mit Anbindung der Voreifel, als mit Pendlerströmen aus dem und Touristenströmen in den "ausländischen" Bonner Süden zu tun.

Abschließend finde ich, dass vom Land NRW finanzierte "Talente" (644; ohnehin knapper Bestand wie wir aus den Themen "überfüllte Züge" wissen!) schon genügend Leistungen auf "fremdem Gebiet" (RE22 >Trier) übernehmen, während sich "Talente" des Landes Rheinland-Pfalz (643.0) gerademal ca. 10 (?) km bis nach Bonn "trauen". 50/50 "abwechselnd" wäre hier eine Zumutung für "normale" Pendler vor allem zwischen Bonn und EU, sowie mittelbar auch zw. Köln und EU (-...).
Vielleicht hat sich dieses aber auch schon im Ansatz erledigt, da für den 644 an der RB23 (wenn dies geschehen ist wie in Kuchenheim, Odendorf, Witterschlick, Duisdorf) "hohe" neue Bahnsteige gebaut werden, während in Rl.-Pf. für den 643 mit seinen niedrigeren Einstiegen "mittelhohe" RB-Bahnsteige gebaut werden (z.B. Mayschoß).

Zum Schluss noch dies zur mangelnden "Geländegängigkeit" von Eisenbahnfahrzeugen:
Zwischen 1954 und 65 gabs eine "Schienen-Straßen-Bus-Linie" von Bernkastel nach Wittlich (Straße), weiter nach Daun (auf der Schiene), weiter nach Adenau (wieder als Straßenbus), und schließlich auf der Ahrtalbahn nach Remagen.
Möglich war und ist also (gerade im Raum Eifel-Ahr) vieles...

(so zuletzt: Lok-Magazin Juli 2006, S. 41f.)

_Peter
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Beitrag von _Peter » Donnerstag 10. August 2006, 18:05

Talent78 hat geschrieben:[Vorsicht, leichter Ironie-Modus!]

Also bitte, ja?
Das sog. "Große C" beschrieb seinerzeit den vollständigen möglichen Zuglauf aus dem Ahrtal über Bonn und EU bis nach Bad Münstereifel! Ein Blick auf eine Landkarte würde hier Klarheit schaffen: ohne die Erfttalbahn handelt es sich bei dieser Vision allenfalls nämlich um ein "Abgeschnittenes C".

[/Vorsicht, leichter Ironie-Modus!]
Ich habe selten einen so dreisten Lokalpatrioten wie dich getroffen.

Ansonsten ist der Ahr-Talent ein 643 und der Eifeler ein 644, die haben unterschiedliche Einstiegshöhen und ein Mischverkehr ist somit Quatsch.

Talent78
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Beitrag von Talent78 » Donnerstag 10. August 2006, 18:25

_Peter hat geschrieben:
Talent78 hat geschrieben:[Vorsicht, leichter Ironie-Modus!]

Also bitte, ja?
Das sog. "Große C" beschrieb seinerzeit den vollständigen möglichen Zuglauf aus dem Ahrtal über Bonn und EU bis nach Bad Münstereifel! Ein Blick auf eine Landkarte würde hier Klarheit schaffen: ohne die Erfttalbahn handelt es sich bei dieser Vision allenfalls nämlich um ein "Abgeschnittenes C".

[/Vorsicht, leichter Ironie-Modus!]
Ich habe selten einen so dreisten Lokalpatrioten wie dich getroffen.
Es ist schon lustig wie sich einzelne hier geben. Ich habe ausdrücklich den Ironie-Modus durch das Setzen eckiger Klammern eingeleitet! Ironie ist, wenn man etwas nicht wörtlich so meint, wie man es sagt 8) :lol: Jedoch mehr oder weniger witzig hinweisen auf die richtige Beschreibung des Projekts wird man schon dürfen oder?
_Peter hat geschrieben: Ansonsten ist der Ahr-Talent ein 643 und der Eifeler ein 644, die haben unterschiedliche Einstiegshöhen und ein Mischverkehr ist somit Quatsch.
Hingegen solltest du meinen Beitrag lieber noch einmal aufmerksamer durchlesen! Denn ich habe genau auf diesen Punkt der unterschiedlichen Einstiegshöhen der beiden Fahrzeugtypen schon hingewiesen. Etwas neues hast du uns damit also leider nicht mehr erzählt.

Wenigstens kommen wir im Ergebnis so beide zum gleichen Ergebnis:
"Großes C" = (heute) Quatsch!

Das wenigstens beruhigt mich und ich kann mich weiter über diese Antwort amüsieren :wink:

Talent78
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Beitrag von Talent78 » Donnerstag 10. August 2006, 18:43

Bonner Rundschau hat geschrieben: ERSTELLT 10.08.06, 07:18h
BONN.
(...)RB 26 (...)dem Vernehmen nach kam nicht die Deutsche Bahn als der bisherige Betreiber zum Zuge
(...)(jfr)
Um nochmal eine Sachdiskussion anzuregen. Erschrecken kann einen journalistisch betrachtet selbst ein solch einfacher "Faktenbericht".
Gehört zur journalistischen Pflicht nicht auch Recherche?
Damit hätte man nichts "vernehmen" müssen, was für mich einem In-den-Raum-Stellen gleichkommt, sondern wüsste, dass ab Dezember 2008 die "trans regio Deutsche Regionalbahn GmbH" den SPNV auf den beiden als "Mittelrheinbahn" ausgeschriebenen Strecken
- Köln - Koblenz (NRW-RB26) und
- Koblenz - Mainz (Rl.-Pf.-RB32)
mit je über 1,4 Mio. Zug-km übernehmen wird und dabei unter günstigerem Preis neue Fahrzeuge der Siemens-Bauart "Desiro Mainline II" einsetzen will, was schon zu Angst unter DB-Mitarbeitern geführt hat.
Bonner Rundschau hat geschrieben: ERSTELLT 10.08.06, 07:18h
ALFTER / BONN.
(...)auch nur um ein paar Meter, auf Bonner Gebiet; und dafür hätte Alfter keine bindenden Verpflichtungen eingehen können(...)
Hier wundert einen der Inhalt. Zwar gibt es juristisch einen "Vertrag mit Schutzwirkung zugunsten Dritter", aber keine Verträge "zulasten Dritter". Stellt euch mal vor, ihr könntet das Auto eures Nachbarn wirksam veräußern... Das wäre wirklich eine juristische Peinlichkeit, sollte die Feststellung über diesen BÜ so zutreffen. Insbesondere deshalb so unbegreiflich, da Entscheidungsfindung einfach durch Kenntnis der eigenen Gemeindegrenzen möglich wäre.

I.ü. gabs auch noch nie einen "Voreifel-Express" (Kleinigkeit im selben Bericht :wink: ).

_Peter
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Beitrag von _Peter » Donnerstag 10. August 2006, 22:31

Talent78 hat geschrieben: Es ist schon lustig wie sich einzelne hier geben. Ich habe ausdrücklich den Ironie-Modus durch das Setzen eckiger Klammern eingeleitet! Ironie ist, wenn man etwas nicht wörtlich so meint, wie man es sagt 8) :lol: Jedoch mehr oder weniger witzig hinweisen auf die richtige Beschreibung des Projekts wird man schon dürfen oder?
Mich nervt jedenfalls dieses dauernde Hervorbringen mit der Münstereifeler Strecke. Demnächst forderst du noch ICEs, aber bitte im Halbstundentakt? Das Angebot ist der Nachfrage entsprechend angepasst, und gut ist's.
Talent78 hat geschrieben:
_Peter hat geschrieben: Ansonsten ist der Ahr-Talent ein 643 und der Eifeler ein 644, die haben unterschiedliche Einstiegshöhen und ein Mischverkehr ist somit Quatsch.
Hingegen solltest du meinen Beitrag lieber noch einmal aufmerksamer durchlesen! Denn ich habe genau auf diesen Punkt der unterschiedlichen Einstiegshöhen der beiden Fahrzeugtypen schon hingewiesen. Etwas neues hast du uns damit also leider nicht mehr erzählt.

Wenigstens kommen wir im Ergebnis so beide zum gleichen Ergebnis:
"Großes C" = (heute) Quatsch!
Schön, schön, wenn du das auch so siehst. Ich hatte jedenfalls keine Lust mehr, die Antwort komplett zu lesen, nachdem du wieder mit dem "Bad Münstereifel ist die beste Stadt, hier muss jede Bahn langfahren, die durch die Eifel fährt" angefangen hast.

Ansonsten können wir eigentlich weiterhin friedliche Beiträge verfassen, wenn es nach mir geht. :?

Fantomas
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Beitrag von Fantomas » Freitag 11. August 2006, 00:05

:?: Kann mir wal einer erklären, warum der zweigleisige Ausbau zwischen Bonn-Duisdorf und Witterschlick durch Anliegerklagen verzögert werden Kann? Ich habe auch schon von einem Planfeststellungsverfahren gelesen. Was soll das Ganze? Die Strecke war bis Ende der 50er Jahre durchgehend zweigleisig. Beim Abbau des zweiten Gleises ist doch nichts entwidmet worden und die notwendige Fläche dürfte auch noch im Besitz der Bahn sein. Hätte man damals das zweite Gleis einfach verrotten lassen und würde man heute den Oberbau wieder instandsetzen, dann würde kein Hahn danach krähen.

Es kann natürlich auch sein, dass die Bahn im Zuge der Privatisierung ihre Altakten vernichtet hat.

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Beitrag von bluesbrother » Freitag 11. August 2006, 00:11

Bad Münstereifel ist die beste Stadt, hier muss jede Bahn langfahren, die durch die Eifel fährt"
Wäre auch fast passiert, da man damals schon über eine Streckenführung der geplanten Eifelstrecke von Euskirchen durch das Erfttal über Münstereifel nach Blankenheim nachdachte, sich dann 1863 doch auch begründet durch den Bleibergbau für die Linienführung Mechernich-Kall entschied.
Auch gab's mal Überlegungen, eine Strecke von Rheinbach oder Odendorf über Flamersheim-Stotzheim nach Münstereifel und weiter nach Kreuzberg (Ahr) zu führen.
Dann hätten wir aber den totalen Kreisverkehr und über die Orchheimer Straße in Münstereifel würden jetzt Talents fahren, vielleicht 644er und 643er bunt gemischt, um es jedem Recht zu machen.
Aber...
Gruß aus der Nordeifel!

Wolfgang Müller
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Beitrag von Wolfgang Müller » Freitag 11. August 2006, 00:29

Hallo zusammen,

möchte nur darauf hinweisen, dass auch das Land Rheinland-Pfalz TALENT der Baureihe 644 für die Eifelstrecke finanziert hat!

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Zavelberg
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Beitrag von Zavelberg » Freitag 11. August 2006, 09:28

Moin

Mann, hab ich hier `ne Lawine losgetreten........

Es wundert mich als Laie nur, das wenn ich mit dem 644er in Bonn ankomme, da schon ein 643er aus dem Ahrtal auf dem Nachbargleis steht, und beide
dann irgendwann wieder in Ihre Ausgangsrichtung zurückdüsen. Wenn ich
manchmal sehe, was da in Remagen an 643ern rumsteht....

Ein Durchfahren der Strecke wäre von der Anzahl der Fahrzeuge meiner
Meinung nach nicht das Problem.

Die unterschiedliche Einstiegshöhe dürfte auch kein zu großes Problem sein,
da der 643er in Bonn auch an hohen Bahnsteigen hält, da gehts dann eben
runter. Bei niedrigen Bahnsteigen sehe ich beim 644er auch keine Probleme,
denn der hat schließlich die ausfahrbaren Tritte.

Gruß aus der Voreifel

Ralf

PS: Das mit dem Schiene - Straßen - Bus war natürlich vollironie, ich
glaube kaum, das die Oberhausener mit dem Ding über Eifeler Altschotter
fahren würden.

_Peter
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Beitrag von _Peter » Freitag 11. August 2006, 14:21

Fantomas hat geschrieben::?: Kann mir wal einer erklären, warum der zweigleisige Ausbau zwischen Bonn-Duisdorf und Witterschlick durch Anliegerklagen verzögert werden Kann? Ich habe auch schon von einem Planfeststellungsverfahren gelesen. Was soll das Ganze? Die Strecke war bis Ende der 50er Jahre durchgehend zweigleisig. Beim Abbau des zweiten Gleises ist doch nichts entwidmet worden und die notwendige Fläche dürfte auch noch im Besitz der Bahn sein. Hätte man damals das zweite Gleis einfach verrotten lassen und würde man heute den Oberbau wieder instandsetzen, dann würde kein Hahn danach krähen.

Es kann natürlich auch sein, dass die Bahn im Zuge der Privatisierung ihre Altakten vernichtet hat.
Dass man neubaut finde ich gut, denn dann kommen auch die neuen Bauvorschriften zu Tragen. Und die sehen u.a. die Beseitigung von den Feldweg-BÜs vor.
Das bedarf der Planfeststellung. Konkret hatte ich letztens mal mit einer Anliegerin am BÜ 7,59 (der mit dem LKW-Unfall) während des Unfalls gesprochen, und die meinte, es sei geplant, die Straße "Wormshof" zum BÜ Ahrweg westlich der Bahnstrecke zu führen. Dadurch müsste man deren Grundstück ein bisschen beschneiden. Die Frau meinte, sie befürworte einen Wendehammer an ihrem Haus und hätte kein Problem damit, über die andere Richtung zum Straßennetz zu gelangen. Daher hätte u.a. sie geklagt.

Eine Meisterleistung vor allem der DB ist es aber, dass man das noch nicht auf gütliche Weise geklärt hat, man hat ja immerhin schon ein paar Jahre Zeit gehabt.

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DER PLANER
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Re:

Beitrag von DER PLANER » Freitag 8. August 2008, 08:39

Fantomas hat geschrieben::?: Kann mir wal einer erklären, warum der zweigleisige Ausbau zwischen Bonn-Duisdorf und Witterschlick durch Anliegerklagen verzögert werden Kann? Ich habe auch schon von einem Planfeststellungsverfahren gelesen. Was soll das Ganze? Die Strecke war bis Ende der 50er Jahre durchgehend zweigleisig. Beim Abbau des zweiten Gleises ist doch nichts entwidmet worden und die notwendige Fläche dürfte auch noch im Besitz der Bahn sein. Hätte man damals das zweite Gleis einfach verrotten lassen und würde man heute den Oberbau wieder instandsetzen, dann würde kein Hahn danach krähen.

Es kann natürlich auch sein, dass die Bahn im Zuge der Privatisierung ihre Altakten vernichtet hat.
Hallo,
im Zusammenhang mit dem Rückbau des zweiten Gleises in den 50er-Jahren hat das Landesverkehrsministerium NRW die Forderung gestellt, dass die Herstellung des zweiten Gleises bei Bedarf wieder möglich sein muss. Daher wurden die Flächen seitens der Bahn nie verkauft. Diese "zweigleisige Widmung" hielt aber nach knapp 50 Jahren rechtlich nicht mehr Stand:
- Die Zugzahlen sind heute ganz anders, als vor 50 Jahren.
- Der Mindestgleisabstand beträgt anstatt 3,50 m heute 4,00 m, der moderne Oberbau mit Betonschwellen B70 benötigt einen größeren Bettungsquerschnitt, als bei Stahlschwellen. Darüber hinaus sind heute Randwege mit mindestens 60 cm Breite vorgeschrieben usw.
- Nach heutigem Stand der Technik muss der Bahnkörper viel aufwändiger entwässert werden. Dazu sind umfangreiche Entwässerungsanlagen erforderlich (Gräben, Filterbecken usw.). Hierzu ist Grunderwerb erforderlich.
- Die Sicherung der Bahnübergänge muss im Zusammenhang mit dem geplanten zweigleisigen Betrieb neu konzipiert werden. Die ursprünglich 11 BÜ zwischen Bonn-Duisdorf und Witterschlick müssen dabei reduziert werden. Dadurch entfällt auch ein bedeutender Störfaktor für den Betrieb.

Letztlich musste der Streckenabschnitt auch schalltechnisch begutachtet werden. In der Folge ist z. T. Schallschutz vorgesehen. Ähnlich verhielt es sich mit landschaftspflegerischen Belangen.
Die Vorgehensweise hat sich als richtig erwiesen wenn man bedenkt, wieviele private Einwendungen im Anhörungsverfahren eingingen. Alle sind für den Ausbau des ÖPNV, aber bitte nicht hinter dem eigenen Haus!

Nur bei den Projekten "Deutsche Einheit" (zweigleisige Lückenschlüsse DR/DB in den 90er-Jahren) gab eine Ausnahmen für solche Fälle, so dass eine Planfeststellung dort nicht erforderlich war.

_Peter
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Re: Neues für die Voreifelstrecke

Beitrag von _Peter » Freitag 8. August 2008, 23:14

Soweit ich weiß, liegt ja jetzt ein Planfeststellungsbeschluss vor. Sind die Pläne irgendwo öffentlich einsehbar?

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